HörBar - Neue Veranstaltungsreihe im KuBa - SPRECHMUSIK

Hört Jandl! Hört Schwitters! / Freitag, 21. Januar 2011, 19.00 Uhr

(lifePR) ( Saarbrücken, )
Teil 1
Das Röcheln der Mona Lisa
Ein akustisches Geschehen für eine Stimme und Apparaturen

Die frühen Hörfunkstücke von Ernst Jandl sind im Grenzbereich von Dichtung und Musik angesiedelt. Nach einer ersten Rundfunkarbeit (Laut und Luise, 1966) in Zusammenarbeit mit der BBC, wurde er 1973 vom Bayrischen Rundfunk zu der Realisierung eines Hörspiels eingeladen. Es entstand ein experimentell-konkretes Stück, das die traditionellen Hörgewohnheiten hinter sich ließ: Jandl trieb ein lustvolles Spiel mit der Sprach- und Sprechnorm, verstieß gegen alle Regeln des herkömmlichen Hörspiels. Alles Possierliche wurde getilgt: Die Stimme schreit, röchelt und brabbelt wie die Stimme eines Kranken, die kurz vor dem Ausfall, dem Erlöschen, dem Tod steht. Als "Dichtung der Sprachfetzen der rasenden wie zerbrechenden Stimme" (Jandl) wird das Stück montiert aus poetischen Fundstücken, eigenen Entwürfen und Alltagsslogans wie "Schöner sterben", die wiederholt, variiert und verfremdet werden. Die Technik tut das ihre und wird zum Mitspieler. Die Mona Lisa hat ausgelächelt, das Konstruktive wird ausgetrieben. Man ist überrascht, man ist verwundert, man ist ratlos.

Teil 2
Kurt Schwitters, Ursonate
Ein "Sonatenabend" in Urlauten

Als Quartett eingerichtet von Wolfgang Korb, vorgetragen von Markus Brändle, Jörg W. Gronius, Wolfgang Korb und Armin Schmitt Jandl kannte natürlich die Texte der Dadaisten, zu denen auch Schwitters gehörte, der seine künstlerische Produktion unter dem Markenzeichen MERZ-Kunst unter die Leute brachte. Er befreite die Wörter von ihrem Inhalt, benutzte Laut, Klang und den Rhythmus der Sprache als Rohmaterial für seine Lautgedichte. Wie in Jandls Hörspiel meint das Wortmaterial sich selbst, transportiert keine Botschaften mehr. Neben "Anna Blume" ist vor allem seine "Ursonate" bekannt geworden, die nur aus Lauten und Lautfolgen besteht, die der strengen Form der Sonate folgen. Folglich müssen sie zu Gehör gebracht werden. "Ich selbst", schreibt Schwitters in einem Vorwort zu seinem Lautgedicht, "trage deshalb meine Sonate gern und oft öffentlich vor und bin auf Einladung überall gern bereit, einen Sonatenabend zu veranstalten. Da es aber nicht gut möglich ist, überall Abende zu veranstalten, habe ich einige charakteristische Teile ins Grammophon gesprochen". Schwitters wurde damit zu einem der Gründerväter der radiophonen Kunst.

Das KuBa dankt dem Bayrischen Rundfunk für die Erlaubnis, das Hörspiel Das Röcheln der Mona Lisa öffentlich aufzuführen.

HörBar – Neue Veranstaltungsreihe im KuBa
SPRECHMUSIK
Hört Jandl! Hört Schwitters!
Freitag, 21. Januar 2011, 19.00 Uhr
KuBa – Kulturzentrum am EuroBahnhof, Kantine
Lützelbachstraße 1, 66113 Saarbrücken
Der Eintritt ist frei.
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