WHY? - Künzli hört nicht auf, dem US-Konzern K-Swiss Widerstand zu leisten

(lifePR) ( Windisch, )
Den US-Amerikanischen Konzern K-Swiss gäbe es nicht, wäre da nicht vor 45 Jahren der kleine Schweizer Schuhhersteller Künzli gewesen. K-Swiss ist aus dem Export der Schweizer Sportschuhe in die USA hervorgegangen.

K-Swiss versucht seit langem mit allen Mitteln, Künzli am Vermarkten der ureigenen Erfindung der 5 Streifen zu hindern.

Durchaus erfolgreich hält das kleine inhabergeführte Künzli seit 6 Jahren dagegen.

Ein Gericht in Düsseldorf hat nun erstmals für den US-Konzern entschieden. Die Schweizer Traditionsfirma Künzli, wehrt sich rechtlich - aber auch sehr unkonventionell.

Gegen das Urteil ist bereits Berufung eingelegt - und Künzli erzählt unter dem Motto WHY? erstmals die verflixte Geschichte in Wort und Schuh.

Künzli hat's erfunden

Die traditionsreiche Schweizer Schuhfirma Künzli wurde 1927 von Werner Künzli zur Herstellung von Sportschuhen gegründet. Ende der 50er Jahre erfand Künzli die "Sportschuhschnürung": 5 reissfeste Streifen bis in die Sohle umschliessen den Fuss für besonderen Halt und sind mittels D-Ringe zur Schnürung geformt. Die "Weltneuheit" wurde patentiert, u.a. 1964 in den USA.

Künzli exportierte Sportschuhe mit der Patentschnürung auch nach Übersee. Über Jahrzehnte war Künzli der Inbegriff Schweizer Sportschuhe.

Die Essentials von K-Swiss stammen vom Schweizer Ursprung Künzli

1966 wurden die ersten Künzli Ledertennisschuhe in die USA, eine Sensation dort, wo nur Canvas als Material für Tennisschuhe bekannt war, importiert. 1968 wurde "Brunner Enterprises" exklusiver Importeur für die USA. 1972 wurde die Firma in "K-Swiss" umbenannt. Der Name KSwiss, aus Künzli-Swiss gebildet, war eine Idee des Künzli-Patron Kurt Künzli. Der legendäre KSwiss Tennisschuh - er geht auf das Künzlimodell "Set" von 1964 zurück - wurde zum Modell "Classic Original".

K-Swiss und Künzli gingen unterschiedliche Wege

1974 trennten sich die Wege von Künzli und K-Swiss. K- Swiss begann, zunächst unterstützt von Künzli, selbst herstellen zu lassen und wuchs mit eben dem Schuhmodell Classic - er sieht dem historischen Künzli Tennisschuh zum Verwechseln ähnlich - ansehnlich im amerikanischen Heimmarkt. Bald wurde die Produktion nach Asien verlagert und als Massenprodukt global expandiert.

Künzli hingegen beging den Weg in hochwertige Spezialprodukte, wollte es doch den Standort Schweiz nicht aufgeben. Eine weitere wegweisende Erfindung des seitlich stabilisierten hohen Schuhs sicherte die heimische Produktion und begründete den Weg in den Bereich medizinischer Spezialschuhe Künzli Ortho® und Künzli Protect. Künzli ist heute ein Nischenhersteller im Spezial- oder Premiumbereich, tätig in Medizin und Mode.

Künzli wurde hinderlich - aber liess sich im Zaum halten

1986 verkauften die Gründer von K-Swiss an eine Investorengruppe rund um den heutigen CEO.

Der Sprung nach Europa stand an, ...wo noch immer die kleine Firma Künzli im Schweizerischen Windisch Sportschuhe mit 5 Streifen herstellte.

Künzli barg zwei Gefahren für den US-Konzern:

Die 5 Streifen waren schon 1974 ohne das Wissen von Künzli in den USA als Marke angemeldet worden und man wollte sie sich auch in Europa sichern.

Die Herkunftsbezeichnung Swiss, im Namen K-Swiss enthalten, ist in vielen Ländern geschützt, in Deutschland sogar zusätzlich durch einen Staatsvertrag zwischen der Schweiz und Deutschland.

Der US-Konzern fuhr eine perfide Strategie: Künzli "durfte" den Vertrieb der weithin in Asien hergestellten K-Swiss Schuhe in der Schweiz übernehmen und so die eigenen Sportschuhe getrost vernachlässigen. Zudem konnte Künzli kleine Serien Swiss-made Schuhe für K-Swiss International herstellen - damit niemand K-Swiss der Vortäuschung falscher Herkunft bezichtigen könne, vermutet Künzli heute. Und vorsichtshalber meldete K-Swiss 1990 die 5 Streifen wie in den USA ohne Wissen von Künzli auch gleich in Deutschland an.

2004: Künzli besinnt sich auf Wurzeln der Sport- und Freizeitschuhe... -

Die K-Swiss Strategie ging auf .... bis sich das Künzli-Team 2004 auf seine Sportschuh-Wurzeln und den Schweizer Erfindergeist besann. Seit Barbara Artmann, Managerin aus dem bayrischen Passionsdorf Oberammergau (DE), 2004 die kleine aber in der Schweiz weithin bekannte Traditionsfirma Künzli kaufte, hat dort neuer Wind Einzug gehalten.

Als zweites Standbein zum Bereich Künzli Ortho® begann Künzli verstärkt eigene Sport- und Freizeitschuhe herzustellen und zu vermarkten. Aus den Resten der eigenen Sportschuhherstellung und auf Basis der historischen Künzli-Modelle formte das Team im Aargauischen Windisch die Sneakerlinie Künzli Classic. Die aus hochwertigsten Ledern in der Schweiz hergestellten Sneakers mit Retro-Touch sind dort bereits Kult und in Deutschland auf dem Wege zum Geheimtipp für Trendsetter.

... K-Swiss erhöht den Druck

Künzli will als inhabergeführtes Unternehmen eigenständig bleiben. Da Drohung und Kaufangebot nicht halfen, entzog K-Swiss Künzli zum Ende 2005 kurzerhand und fristlos den Vertrieb und ging rechtlich gegen deutsche Mode-Handelspartner vor. Künzli übernahm das Verfahren und gewann auch in letzter Instanz.

Seitdem hat der Konzern die kleine Schweizer Firma mit einer Fülle von rechtlichen Aktionen in diversen Ländern überzogen, das entscheidende 5-Streifen Verfahren jedoch gescheut. Erst als man bei Künzli schon aufgeatmet hatte, weil der US-Gigant dem Verkauf in Deutschland lange zugesehen hatte, zitierte K-Swiss erneut vor Gericht, zunächst wieder einen deutschen Künzli Handelspartner und, als dies ebenso verloren ging, direkt Künzli.

Gerichtsentscheid erstmals gegen Künzli

Am 29. April 2011 hat das Landgericht in Düsseldorf erstmals beim 5 Streifen-Fall und in erster Instanz gegen Künzli entschieden und die Vermarktung von 5 parallelen Streifen untersagt. Das Gericht sah sich "...gebunden, dass es ihm versagt ist, der Marke [5 Streifen von K-Swiss] jeglichen Schutz zu versagen". K-Swiss hatte ja die 5 Streifen nicht nur 1974 in den USA, sondern auch 1990 in Deutschland ohne Wissen vom Erfinder Künzli als Marke angemeldet.

Künzli muss nun vorläufig die Schuhe der Sneakerlinie Künzli Classic mit 5 parallelen Streifen aus dem deutschen Markt zurückholen. Diese Massnahme beschränkt sich auf den Deutschen Markt, in welchem Künzli auch mit Sport- und Freizeitschuhen seit Jahrzehnten präsent ist. Die Bereiche der medizinischen Spezialschuhe Künzli Ortho® und Künzli Protect sind von dem Entscheid nicht betroffen.

Künzli hört nicht auf Widerstand zu leisten - per Gericht ...

Die Inhaberin und Geschäftsführerin Barbara Artmann ist angesichts der ganzen Vorgeschichte enttäuscht über das Gerichtsurteil: "Selbstverständlich fechten wir das Urteil an und haben bereits Berufung eingelegt. Ich habe auch ein wenig Mühe mit dem Vorgehen von K-Swiss. Wir sind aber zuversichtlich, unsere kompletten Markenrechte auch ausserhalb der Schweiz durchsetzen zu können."

.... und per Schuh

Künzli lanciert eine Kampagne über Presse/Website und Facebook unter dem Motto WHY? und lädt zur Frage ein, warum der US-Konzern K-Swiss das kleine Künzli nicht leben lassen will. Auf der Website erzählt der Fussballschuh von 1959 im Gespräch mit dem ersten Ledertennisschuh von 1962 Geschichten von damals und heute. Dazu ist bald das Sondermodell "WHY?" für jedermann erhältlich - bei dem das Corpus Delicti, der verbotene 5. Streifen, ersetzt ist mit dem Motto WHY? und dem Emblem der Kampagne.

"Möge die Frage WARUM | WHY? überall gestellt werden, möge es jeder seinen Freunden erzählen und vielleicht Gefallen finden an diesem Schweizerischen Sondermodell - dem einzigen Künzli Classic, der nun in Deutschland zu haben ist!" wünscht sich Inhaberin Barbara Artmann.

Künzli bleibt am Ball

Als "Original" und Erfinder der 5 Streifen, sieht sich Künzli nun gezwungen, selbst alle Mittel einzusetzen - andere allerdings als die des Grosskonzerns. Barbara Artmann und ihr Team sind nicht gewillt, sich dem Druck zu beugen.

"Unsere deutschen Handelspartner, die mit Einsatz und Mühe den Weg für Künzli Classic bereitet haben, bitten wir um Verzeihung und Verständnis, dass wir nun - hoffentlich vorläufig -

abbrechen müssen. Künzli wird für sein geistiges Eigentum mit Konsequenz und Schweizerischem Erfindergeist einstehen. Deshalb wenden wir uns an die Öffentlichkeit. Wir bitten alle Fans und Interessierte um Unterstützung! Fragen Sie mit uns, warum | WHY? Künzli seine ureigene Erfindung 5 Streifen nicht vermarkten darf!
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