Ambulante und stationäre Versorgung besser verzahnen

KGNW vor dem nordrhein-westfälischen Krankenhaustag am 8.12.2010

(lifePR) ( Düsseldorf, )
"Bei der Neuordnung der Strukturen der zukünftigen medizinischen Versorgung muss der Patient weiterhin im Fokus stehen", erklärte Dr. Hans Rossels, Präsident der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW), heute im Vorfeld des nordrhein-westfälischen Krankenhaustags am 8. Dezember 2010 in Neuss. Die Krankenhäuser wollen sich als Gesundheitszentren weiterentwickeln und ihre Kompetenzen stärker als bislang in die ambulante Versorgung einbringen. Krankenhäuser und entsprechend spezialisierte Vertragsärzte sollten die Möglichkeit haben, ambulante spezialärztliche Leistungen (z.B. in der Onkologie, bei der Versorgung von HIV-Patienten) ohne Bedarfsplanung erbringen zu können, erläuterte Dr. Rossels. Ebenso sollten Medizinische Versorgungszentren in der Trägerschaft von Krankenhäusern weiter zugelassen werden.

Das Bundesgesundheitsministerium hat für das kommende Jahr ein Versorgungsgesetz zur Neuordnung der ambulanten Versorgung und der besseren Verzahnung des stationären und ambulanten Sektors angekündigt. Die geplanten Weichenstellungen werden ein zentrales Thema in der Diskussion mit Vertreterinnen und Vertretern aus Bundes- und Landespolitik, Verbänden und Krankenkassen im Rahmen des morgigen KGNW-FORUM sein.

Weiterhin werden die Auswirkungen der aktuellen Gesundheitsreform auf die Krankenhäuser erläutert. So befinden sich die Krankenhäuser im Spannungsfeld der Politik. "Die von Bundeskanzlerin und Bundeswirtschaftsminister befürworteten Tarifabschlüsse von über drei Prozent sind mit den jüngsten Sparmaßnahmen nicht zu finanzieren", stellte der KGNW-Präsident fest. Daher appelliert die Krankenhausgesellschaft NRW an die Bundesregierung Tarifsteigerungen zu refinanzieren. Der wirtschaftliche Aufschwung gehe ansonsten an den 235.000 Beschäftigten in den nordrhein-westfälischen Kliniken vorbei und die Leistungsverdichtung nehme weiterhin zu.

"Die Krankenhäuser brauchen insbesondere vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung stabile finanzielle Rahmenbedingungen", hob Dr. Rossels hervor. Bereits heute sind 50 Prozent der Krankenhauspatienten über 60 Jahre alt und rund 12 Prozent der Patienten sind dement. Demenz sei ein gesamtgesellschaftliches Problem, dass in den nächsten Jahren verstärkt zu einer Herausforderung für die Krankenhäuser werde. Die Kliniken hätten sich bereits auf den Weg gemacht, um die medizinische Versorgung anzupassen. Sie würden jedoch am Ende der Versorgungskette dementer Menschen stehen und benötigten für den erhöhten Aufwand eine ausreichende Finanzierung, stellte Dr. Rossels.

Das jährliche KGNW-FORUM ist eine Plattform für die öffentliche Erörterung und Diskussion dieser aktuellen gesundheits- und krankenhauspolitischen Themen. Die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen erwartet rund 400 Teilnehmer aus dem Gesundheitssektor, insbesondere aus den NRW-Kliniken.
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