Montag, 18. Dezember 2017


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Schlussbericht: PerMediCon ermöglichte interdisziplinären Wissenstransfer auf hohem Niveau

Köln, (lifePR) - Die Kongressmesse PerMediCon, die am 19. und 20. Juni bereits zum dritten Mal in Köln stattfand, war von hochkarätigen Diskussionen auf interdisziplinärer Basis geprägt. Rund 350 Experten nahmen an der europaweit einzigartigen Veranstaltung zum Thema personalisierte Medizin teil. Sie erwarteten zwei informative Kongresstage mit namhaften Referenten. Das Kongressprogramm behandelte in Panels, Foren und Projektpräsentationen umfassend die Chancen und Herausforderungen der personalisierten Medizin sowie den aktuellen Stand in Forschung, Diagnostik, Technik und Therapie. Der Ausstellungsbereich mit mehr als 40 Unternehmen bot den Besuchern darüber hinaus viel Raum für persönlichen Austausch und ausführliche Fachgespräche. Die äußerst anspruchsvollen Diskussionen und die Qualität der Gespräche wurden allseits gelobt. "Die PerMediCon bot den Teilnehmern die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch auf hohem Niveau", so das Resümee von Dr. Christian Glasmacher, Mitglied der Geschäftsleitung der Koelnmesse. "Das hochkarätig besetzte Plenum, die intensiven Expertengespräche, die innovativen Projektvorstellungen und die Teilnahme namhafter Unternehmen, Cluster und Verbände auf Ausstellerseite sprechen nicht nur für den Erfolg der Veranstaltung, sondern belegen auch, wie wichtig eine solche interdisziplinäre Kommunikationsplattform zum Thema personalisierte Medizin ist."

Dr. Helge Braun, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, betonte in seiner Eröffnungsrede, dass es nahezu eine Pflichtaufgabe der Medizin sei, nach Möglichkeit für jeden nur die Therapien anzubieten, die individuell auch wirksam sind. Die personalisierte Medizin sei daher wichtig, um das Gesundheitssystem passgenauer zu machen. Er hob hervor, dass die personalisierte Medizin zu den großen Prioritäten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zählt, weshalb das Bundesministerium das Thema individualisierte Medizin als eigenes Aktionsfeld innerhalb des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung der Bundesregierung benannt hat. Ziel sei es, neue Förderstrukturen zu schaffen, neue Projekte zu initiieren und das Thema noch stärker zu verankern. Mit Blick auf die wirtschaftliche Bedeutung des Themas verwies er darauf, dass sich allein drei Spitzencluster mit der personalisierten Medizin beschäftigen. Der parlamentarische Staatssekretär zeigte sich fest davon überzeugt, dass die Ansätze der individuellen Medizin in den nächsten Jahren relevante Beiträge für die medizinische Versorgung liefern werden. Mit der Aussage, dass die PerMediCon erfunden werden müsse, wenn es sie nicht schon gäbe, unterstrich er nicht nur die Bedeutung der Verantwortung, sondern auch der personalisierten Medizin als solches.

Prof. Dr. Theo Dingermann, Inhaber des Lehrstuhls Pharmazeutische Biologie an der Goethe-Universität Frankfurt, der das Fachpublikum durch die Veranstaltung führte, betonte: "Die Medizin von morgen wird stetig personalisierter." Die Kenntnis individueller genetischer Charakteristika werde die Arzneimittelwahl massiv beeinflussen. Dadurch könne die personalisierte Medizin die Effektivität des Gesundheitssystems um ein ganzes Stück Effizienz ergänzen. Er resümierte: "Es wäre fahrlässig - wenn nicht gar ethisch verwerflich - sich neu bietende Konzepte und technische Möglichkeiten nicht dahingehend zu evaluieren, inwieweit sie sich zum Wohle von Patientinnen und Patienten, aber auch zum Wohle eines immer kostspieliger werdenden Gesundheitssystem einsetzen lassen." Gleichzeitig thematisierte Prof. Dr. Dingermann, dass die Ansätze der personalisierten Medizin in Gesellschaft und Medien auf große Skepsis stoßen. Dies ist seiner Meinung nach dadurch begründet, dass nach wie vor über die Definition der personalisierten Medizin diskutiert wird.

In Expertenkreisen wird personalisierte Medizin als Strategie verstanden, die darauf abzielt, Medikamente und Therapien zu entwickeln, die besser auf den einzelnen Patienten zugeschnitten sind. Dabei sollen routinemäßige Gentests helfen, medizinische Behandlungen möglichst individuell an das genetische Profil des einzelnen Patienten anzupassen: Optimale Wirksamkeit, bei minimalen Nebenwirkungen sind das erklärte Ziel. Vor diesem Hintergrund diskutierten Vertreter aus Wissenschaft, Industrie und Ärzteschaft, Verantwortliche aus Behörden, Politik, Patientenorganisationen sowie Investoren zwei Tage lang in Köln über aktuelle Fragestellungen in der personalisierten Medizin, entsprechende Strategien und neue Lösungsansätze. Durch diesen ganzheitlichen Ansatz versucht die PerMediCon, Impulse und zugleich mehr Transparenz in das Thema der personalisierten Medizin zu bringen.

Dr. Horst K. Kramer, Group Communications F. Hoffmann-La Roche Ltd., unterstrich: "Es gibt wichtige Fortschritte im Bereich der personalisierten Medizin - zwar nicht so schnell wie manche Optimisten gewünscht haben, aber deutlich schneller als manche Skeptiker glauben. Denn auch wenn wir erst am Anfang stehen, sehen wir doch bereits erste Erfolge. Die PerMediCon ist eine wichtige Plattform, um genau das aufzuzeigen. Gerade weil die Entwicklung der personalisierten Medizin kontinuierlich voranschreitet, ist der interdisziplinäre Austausch im Rahmen der PerMediCon auch zukünftig essentiell, um zu diskutieren, welche neuen Ergebnisse, Erkenntnisse und Erfolge vorliegen, was bereits Realität ist und wo die Zukunft hinführt."

Der Kongress behandelte in diesem Jahr insbesondere die Frage, wie die medizinische Zukunft in einem hoch interdisziplinären und komplexen Arbeitsgebiet effizient gestaltet werden kann und wie Synergien zwischen verschiedenen Disziplinen besser genutzt werden können. Prof. Dr. Michael Hallek, Direktor der Klinik I für Innere Medizin am Universitätsklinikum Köln und Vorstandsvorsitzender des CIO Centrums für Integrierte Onkologie KölnBonn, äußerte dazu als Keynote-Speaker, es gelte sämtliche Ebenen von der Forschung bis zur Versorgung zu vernetzen. Eine hohe Bereitschaft zur Interdisziplinarität und zum Arbeiten in Teams ist seiner Meinung nach daher notwendig. Personalisierte Medizin müsse als Mannschaftssport verstanden werden. Er vertrat die Ansicht, dass die personalisierte Medizin hinsichtlich Organisation und Logistik viel von der Industrie lernen könne, ohne dabei die Menschlichkeit zu verlieren. Als mögliche Maßnahmen zeigte er unter anderem auf, Forschung und Patientenversorgung zu vereinen, interdisziplinäre Projektgruppen zu bilden und geeignete IT-Strukturen aufzubauen.

Erstmals hatte die PerMediCon in diesem Jahr auch einen "Call for Projects" initiiert. Der Aufruf an Wissenschaft und Industrie zur Teilnahme an dieser Projektvorstellung erfuhr großen Zuspruch aus allen Richtungen der personalisierten Medizin. Eine Fachjury wählte letztlich aus den zahlreichen Einsendungen 19 innovative und marktorientierte Projekte aus, die im Rahmen des Kongressprogramms präsentiert wurden. Die Vorstellungen wurden mit großem Interesse verfolgt. Das bestätigt, wie wichtig es ist, die wirtschaftliche Dimension in Form von Produkten, Technologien und Dienstleistungen der personalisierten Medizin zu bündeln und den Marktakteuren zugänglich zu machen.

Die nächste PerMediCon findet am 18. und 19. Juni 2013 statt.

Auszüge aus den Vorträgen, Ergebnisse der Workshops sowie weitere Informationen zur PerMediCon 2012 sind unter www.permedicon.de zu finden.

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