Sonntags-Orgel: Sinfoniekonzerte ohne Orchester

Widor-Orgelsymphonien 2 und 5 / Gereon Krahforst spielt auf einer der größten Saalorgeln Deutschlands

(lifePR) ( Koblenz, )
Am 3. November 2019 erklingt von neuem die Kemper-Orgel in der Rhein-Mosel-Halle in Koblenz mit der zweiten sowie fünften Widor-Orgelsymphonie. Die Orgel ist die einzige große Saalorgel mit 5.676 Pfeifen, 71 Registern und vier Manualen, die in diesem Rahmen zum Einsatz kommt. Gereon Krahforst, Custos und Organist der Rhein-Mosel-Hallenorgel, bringt in der Veranstaltungsreihe, die in Kooperation mit der Koblenz-Touristik GmbH stattfindet, in insgesamt fünf Sinfoniekonzerten sämtliche Orgelsymphonien von Charles-Marie Widor (1844 – 1937) zur Aufführung.

Die zweite Symphonie beginnt exklusiv mit einem „Praeludium circulare“ – einem hochromantischen, ruhig fließenden Satz, der durch alle Tonarten und wieder zurück moduliert. Es folgen eine Pastorale, eine Art heitere Hirtenmusik, ein lyrisches Andante und ein festliches, mitreißendes laut tönendes Scherzo mit Jagdhorn-Motiven. Das daraufhin erklingende Adagio ist ein meditativer Ruhepunkt vor dem rauschenden, virtuosen, glänzenden Finale. Nach einer kurzen Pause geht es weiter mit der fünften Symphonie, die allein durch ihre Schlusstoccata schon die bekannteste ist. Zumeist wird die Toccata ihrem vorherigen kompositorischen Kontext entrissen und allein gehört; somit ergibt sich hier die Gelegenheit, die genialen und äußerst lohnenswerten vorangehenden Sätze zu erleben: eröffnet wird  diese Symphonie mit einem brillianten Variationssatz; eine Kantilene, eine Art symphonisches Menuett und eine Meditation folgen, bis die weltberühmte motorische Toccata erklingt – neben Bachs d-moll-Toccata das schlechthin zweitberühmteste Orgelstück der Welt.

Über Gereon Krahforst

Interpret Gereon Krahforst ist Organist der Rhein-Mosel-Halle, der Abteikirche Maria Laach und der Andernacher Kirche St. Kastor, auch als Komponist tätig und verfügt über weltweite Berufs- und Konzerterfahrung, da er in früheren Jahren Organist an mehreren deutschen und einer amerikanischen Kathedrale sowie in Spanien tätig war. Konzerte führten ihn seit dem 17. Lebensjahr in die ganze Welt, u.a. zu renommierten

internationalen Festivals, darunter Notre Dame de Paris, St. Paul´s Cathedral London, St. Thomas Church New York, Kyongdong Church Seoul/Südkorea, Benediktinerabteikirche Jerusalem/Israel u.v.m.

Über die Kemper-Orgel

1963 von der Firma Kemper aus Lübeck errichtet und 2014 von der saarländischen Firma Mayer renoviert und technisch auf den neusten Stand gebracht, war dieses Instrument bis vor wenigen Jahren die größte Profanorgel – das bedeutet nicht-kirchliche – Orgel Deutschlands. Sie besitzt 5676 Pfeifen, verteilt auf vier Klaviaturen und Pedal bei 71 Registern.

Über Charles-Marie Widor

Charles-Marie Widor, dessen 175. Geburtstag in diesem Jahr begangen wird,  war im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert ein führender und einflussreicher Organist und Komponist, der die Gattung der Orgelsymphonie ins Leben rief. Die Gattung der Klaviersonaten wurde bereits früher auf die Orgel übertragen, so gibt es zum Beispiel eine ganze Reihe von Orgelsonaten von Mendelssohn und weiteren, weniger bekannten Komponisten des 19. Jahrhunderts. Widor war es, der diese Gattung vergrößern wollte – in mehrfacher Hinsicht. All seine Symphonien besitzen zwischen vier und sieben Sätzen. Viersätzigkeit ist aus den spätklassischen und romantischen Orchestersymphonien bereits bekannt; eine Erweiterung auf fünf bis sieben Sätze legt Widor erstmalig vor. Ein weiteres Kriterium sind neue Klanglichkeiten und Spieltechniken, die darauf angelegt sind, aus der Orgel orchestrale Wirkungen herauszuholen. Zum Bespiel muss der Organist bei Widor des Öfteren mit beiden Füßen verschiedene Stimmen im Pedal spielen; auch ist das Pedal nicht immer nur für die Bassstimme da, oder er muss mit beiden Händen weit ausgreifen, um weit auseinanderliegende Klänge orchestralen Charakters hervorzurufen. Dies alles war damals in Frankreich in vielerlei Hinsicht eine sensationelle Neuerung. Inspiriert wurde Widor vor allem durch die damals neuartigen symphonischen Orgeln des berühmten Orgelbauers Cavaillé-Coll, die – im Gegensatz zu den klassischen und barocken Instrumenten – viel mehr Klangfarbenreichtum in gleicher Stimmlage anboten, wobei sich die Stimmen auch gut mischen ließen und ein fast stufenloses An- und Abschwellen des Klangs möglich war.

Die Symphonien Widors lassen sich in drei Gruppen einteilen:

Die erste Gruppe beherbergt die vier ersten Symphonien unter op. 13. Diese Symphonien sind spätklassizistisch bis frühromantisch und beinhalten oft einzelne Sätze, die sogar Studienarbeiten aus Widors Lehr- und Lernzeit waren. Obwohl diese vier Werke bisweilen noch etwas zusammenhanglos und eher als Suiten wie als Symphonien erscheinen, zeigt sich doch schon eine frühe Entwicklung zur Meisterschaft. Die zweite Gruppe mit ebenfalls vier Symphonien unter op. 42 beinhaltet durchschnittlich wesentlich längere Symphonien auf dem Gipfel von Widors Ruhm und Reife. Die Toccata aus der fünften Symphonie zählt übrigens neben der d-moll-Toccata Bachs zu den berühmtesten und meistgespielten Orgelwerken der Welt. Die vier Symphonien op. 42 sind hochromantisch.

Die zwei letzten Symphonien, op. 70 und 73, sind Spät- und Alterswerke, die gregorianische Choräle verarbeiten, Virtuosität in den Hintergrund stellen und nur noch als Ausdrucksform eines höheren Zwecks verwenden und die auf eigentümliche, aber sehr berührende Weise eine gewisse Abgeklärtheit, Plastizität, Transparenz und Leuchtkraft ausstrahlen.

Termin:           Sonntag, 03.11.2019
Ort:                 Rhein-Mosel-Halle, Großer Saal
Beginn:           19.30 Uhr
Einlass:           18.30 Uhr
Tickets:           Tickets: VVK 13,00 € / Für Kinder und Jugendliche bis einschl. 16 J: 8,00 €
Info:                www.koblenz-touristik.de
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