Samstag, 21. April 2018


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Mehr Geld für Prävention in der Pflege

Kneipp-Bund ruft zu einem Umdenken im Pflegesystem auf

Bad Wörishofen / Bad Lauterberg, (lifePR) - Der Kneipp-Bund ruft zu einem Umdenken im Pflegesystem auf. „Jetzt ist die Zeit für mehr Prävention in der Pflege. Es darf nicht sein, dass die Würde des Menschen vom Alter abhängt“, so der Präsident des Kneipp-Bundes, Klaus Holetschek, MdL. Das Präsidium und der Beirat des Kneipp-Bundes treffen sich in an diesem Wochenende in Bad Lauterberg zur letzten Sitzung des Jahres, um Bilanz zu ziehen und die Arbeitsschwerpunkte für 2018 festzulegen. „Wir müssen uns die Frage stellen, was uns gute Pflege wert ist. Denn wenn weiter nichts geschieht, wird sich die Situation zwangsläufig verschärfen. Und betroffen davon werden nahezu alle Familien sein. Prävention muss als Gesundheitsförderung gesehen werden“, so Holetschek. Deutschlands größte private Gesundheitsorganisation appelliert an die Entscheidungsträger der Politik, der Krankenkassen, der Wirtschaft und Wissenschaft und fordert einen stärkeren gesellschaftlichen Willen zur Veränderung. Der demografische Wandel und die steigende Lebenserwartung werden das Pflegesystem mit voller Wucht treffen.

Vorhandene Mittel einsetzen – mehr Prävention wagen

Der Ansatz „Kneipp in der Pflege“ ist bereits wissenschaftlich untersucht und hat sich seit Jahren bewährt. Die Erfahrungswerte der „Vom Kneipp-Bund e.V. anerkannten Senioreneinrichtungen“ sprechen eine eindeutige Sprache, allerdings muss das niedrigschwellige Konzept noch besser von außen unterstützt werden. Hier muss der Bund bei den Kassen mehr Leistungen einfordern. In einer Zeit, in der die Rücklagen der Krankenkassen auf einen neuen Rekordwert gestiegen sind, muss es möglich sein, sinnvolle Angebote zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation und zur Stärkung von Ressourcen und Fähigkeiten stärker zu fördern. Das durch das Präventionsgesetz bereitgestellte Ausgabenvolumen (0,31 Cent je Pflegeversicherten pro Jahr) der Pflegekassen zur Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen beträgt rund 21 Millionen Euro. Von diesen Mitteln ist bislang nur ein Bruchteil ausgegeben – hier könnten Finanzierungshilfen für Ausbildungen im Bereich der Kneipp-Gesundheitsbildung zielgerichtete und sinnvolle Investitionen sein.

Pflegeberufe stärken

Der Pflegeberuf muss attraktiver gestaltet werden; eine angemessene Personalausstattung ist dringend geboten, um künftig eine adäquate Pflegequalität gewährleisten zu können. Die Arbeitsbedingungen und Bezahlung der Pflegekräfte, die Situation pflegender Angehöriger und auch die bürokratischen Rahmenbedingungen müssen verbessert werden. Insbesondere Pflegeberufe haben einen großen Bedarf an Gesundheitsprävention. Auch hier kann der Kneipp-Bund mit seinem ganzheitlichen Konzept für das Betriebliche Gesundheitsmanagement einen wichtigen Beitrag leisten.

Menschenwürdige Pflege – der Mensch muss im Mittelpunkt stehen

Die Grundbedürfnisse einer menschenwürdigen Pflege müssen in den Mittelpunkt der Debatte gestellt werden – bewährte präventive Konzepte müssen von den Entscheidungsträgern stärker gefördert und unterstützt werden. Die 2015 abgeschlossene Kneipp-Pflegestudie, die gemeinsam mit dem Zentrum für Qualität in der Pflege durchgeführt und vom Bundesfamilienministerium gefördert wurde, hat deutlich gezeigt, dass durch die naturheilkundlichen Anwendungen nach Kneipp das Verhältnis von Pflegekraft und Bewohner intensiviert wird und dadurch auch die Arbeitszufriedenheit steigt. Der Kneippsche Leitgedanke „Jede Anwendung ist gleichzeitig eine Zuwendung“ wirkt sich also auch positiv auf die Pflegekräfte aus.

Senioreneinrichtungen systematisch zu Zentren für Gesundheitsförderung ausbauen

Prävention und Gesundheitsförderung können nur dann erfolgreich sein, wenn sie zum selbstverständlichen Bestandteil des Pflegealltags werden. Die lebensweltbezogenen Maßnahmen nach Kneipp zielen deshalb auf eine Umstrukturierung und Verbesserung der Lebensbedingungen ab. Die Kneipp-Anwendungen werden individualisiert auf die Bedürfnisse der Bewohner angepasst, wobei auch das Personal profitieren kann: Das Bewusstsein für die eigene Gesundheit wird sensibilisiert, gleichzeitig werden neue Methoden zur Unterstützung der Gesundheit kennengelernt und in das eigene Gesundheitsverhalten integriert.

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