Samstag, 18. November 2017


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Klassik Stiftung Weimar stellt Pläne für neues Museumsquartier am Bauhaus-Museum vor - Gesamtinstandsetzung des Weimarer Stadtschlosses beginnt im Sommer 2018

Weimar, (lifePR) - Das Neue Museum Weimar wird mit einer ständigen Ausstellung zu den Wegbereitern des Bauhauses von der Weimarer Malerschule bis zu Henry van de Velde zukünftig direkt auf das neue Bauhaus-Museum Bezug nehmen. An der Schnittstelle zwischen klassischem Weimar und NS-Gauforum entsteht mit der Eröffnung beider Museen am 5. April 2019 so ein gänzlich neues Weimarer Museumsquartier mit dem neuen Bauhaus-Museum als Knotenpunkt. Dies ist ein Ergebnis der heutigen Beratungen des Stiftungsrates der Klassik Stiftung Weimar unter Vorsitz von Benjamin-Immanuel Hoff, Chef der Thüringer Staatskanzlei und Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten. Die Bauarbeiten für das neue Bauhaus-Museum liegen zeitlich und finanziell im Plan. Am 30. November 2017 ist Richtfest.

»Ich freue mich sehr, dass unsere zentralen Ausstellungsorte für das Bauhaus Jubiläum 2019 auf gutem Wege sind«, so der Kulturminister. »Wenn die Geschichte von 100 Jahren Staatlichem Bauhaus Weimar erzählt wird, führt an Thüringen sprichwörtlich kein Weg vorbei. Einerseits ist das offensichtlich, stand doch die Wiege des Bauhauses in Weimar. Andererseits diente die Klassikerstadt den Bauhaus-Meistern nur sechs Jahre als Heimat. Politische Verhältnisse, insbesondere die anhaltende Ablehnung konservativer und reaktionärer Kräfte, zwangen die Schule zur Umsiedelung nach Dessau. Die besonderen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Umstände, die Errungenschaften und Schattenseiten der Moderne können wir in Weimar einzigartig dokumentieren – dazu beitragen wird ab 2020 auch die Ausstellung ›Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg‹ im sog. ›Sauckeltrakt‹ des ehemaligen Gauforums im Thüringer Landesverwaltungsamt«, so Hoff.

Stiftungspräsident Hellmut Seemann betont: »Das neue Bauhaus-Museum steht am rechten Ort. Denn das Bauhaus war kein ästhetisches UFO, das 1919 in Weimar landete. Auch das neue Bauhaus-Museum darf deshalb städtebaulich kein Solitär sein. Es geht darum, die Vorgeschichte des Bauhauses sowie seine enge Verbindung zur Ereignisgeschichte der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus und der DDR sichtbar zu machen. Besucher aus aller Welt sollen die Verdichtung von künstlerischer Avantgarde und politischer Gewalt im 20. Jahrhundert in einem neuen Museumsquartier erfahren können. ›Wie wollen wir leben?‹ – auf diese Frage können wir ab 2019 im Bauhaus-Museum, aber eben auch in seiner historischen Umgebung nach Antworten für das 21. Jahrhundert suchen.«

Beim Stadtschloss tritt die Klassik Stiftung in die zentrale Phase der Gesamtinstandsetzung ein. Nach vorbereitenden restauratorischen und archäologischen Arbeiten kann die Stiftung ab Sommer 2018 die Grundsicherung im ganzen Schloss vornehmen und den Ostflügel von Grund auf umgestalten. Besucher werden das Schlossmuseum in Zukunft über eine neue Passage im Ostflügel erschließen und die Beletage über das Gentzsche Treppenhaus erreichen.

Die Ausstellung wird einen kulturgeschichtlichen Ansatz verfolgen. Parallel zur Erzählung von Ereignisgeschichte und Geschichte der Künste, von Dynastie und Politik soll das Museum Einblicke in die dahinterliegende Welt der »Dienstbarkeit« geben, also in die verborgene Organisation des Schlosses als eines sozialen Organismus. Zentrale Bereiche des Schlossmuseums werden kostenfrei zugänglich sein, etwa das im Erdgeschoss des Nord- und Westflügels verortete Besucherportal mit angeschlossener musealer Präsentation zu Themen der Weimarer Kulturgeschichte.

Für die Graphischen Sammlungen entsteht ein Tiefdepot im Bereich des Burgplatzes mit direkter Anbindung an den Südflügel des Schlosses, wo Seminarraum und Studiensaal untergebracht sein werden. Als »kunsthistorisches Kraftzentrum« mit internationalen Spitzenwerken von Albrecht Dürer bis Andy Warhol werden die Graphischen Sammlungen künftig zum öffentlichen Bereich des Stadtschlosses gehören.

Für diese Planungen ist es erforderlich, das Stadtschloss ab dem 2. Juli 2018 bis voraussichtlich Ende 2021 zu schließen. Baubeginn ist Ende August 2018. Details zur neuen Schlosskonzeption wird die Klassik Stiftung im Frühjahr 2018 öffentlich vorstellen.

Die Perspektiven für das Neue Museum und das neue Bauhaus-Museum sowie für das Stadtschloss mit dem Schlossmuseum stehen im Zentrum des Musealen Gesamtkonzeptes der Klassik Stiftung. 2011 erstmals vorgestellt, legt es die Entwicklung der Museumslandschaft der Stiftung fest. Die jetzige Fortschreibung der Museumskonzeption hängt eng mit den veränderten Nutzungsüberlegungen für das Stadtschloss im Rahmen seiner denkmalgerechten Wiederherstellung zusammen. Diese beeinflussen das Gesamtgefüge der musealen Nutzungen.

Rahmendaten

bauhaus museum weimar
Stéphane-Hessel-Platz 1, 99423 Weimar
Nutzfläche: ca. 3.000 m2, Ausstellungsfläche: 2.250 m2
Architektur: Heike Hanada, laboratory of art and architecture, Berlin
Ausstellungsarchitektur: Holzer Kobler Architekturen, Zürich/Berlin
Gesamtkosten Neubau: 22,6 Mio. Euro, finanziert durch die Bundesrepublik Deutschland und den Freistaat Thüringen

Bauzeitraum: 2015 bis Ende 2018
Grundsteinlegung: 28. Oktober 2016
Beginn der Rohbauarbeiten: 9. Januar 2017
Richtfest: 30. November 2017
Eröffnung: 5. April 2019

Neues Museum Weimar
Jorge-Semprún-Platz 5, 99423 Weimar
»Aufbruch in die Moderne. Kunst und Gestaltung von 1860 bis 1918« (Arbeitstitel)
Ausstellungsarchitektur: whitebox, Dresden
Ausstellungsfläche: ca. 1.300 m2
Eröffnung: 5. April 2019

Stadtschloss Weimar mit Schlossmuseum
Burgplatz 4, 99423 Weimar
Architektur: Brenne Architekten, Berlin, und Tectum Hille + Kobelt Architekten, Weimar
Ausstellungsarchitektur: Duncan McCauley, Berlin
Kosten: 40 Mio. Euro (finanziert durch die Bundesrepublik Deutschland und den Freistaat Thüringen, exklusive Tiefdepot, das mit 8,4 Mio. Euro aus dem Hilfsprogramm »Hochwasser 2013« von Bund und Ländern finanziert wird)
Bauzeitraum: 2018 bis Ende 2021

Klassik Stiftung Weimar


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