Mittwoch, 13. Dezember 2017


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Audiovisuelle Diversität im Kinderfernsehen

Dr. Maria Furtwängler, Prof. Dr. Karola Wille und Michael Stumpf im Austausch mit Forschern und Formatverantwortlichen

Erfurt, (lifePR) - Im Kinderfernsehen erklären Männer die Welt. Zumindest, wenn man den Anteil der Modertoren (ein Drittel*) im Verhältnis zu ihren Mitstreiterinnen vergleicht (zwei Drittel*). Das ist das Ergebnis der Studie „Audiovisuelle Diversität – Geschlechterdarstellung in Film und Fernsehen in Deutschland“ der MaLisa-Stiftung, die in diesem Sommer veröffentlicht wurde. Die daraus abgeleiteten Erkenntnisse wurden heute mit TV-Verantwortlichen des Kinderkanals von ARD und ZDF diskutiert.

„Die Bilder, die wir sehen und im Kopf haben, sind sehr wichtig. Denn sie sind unendlich zäh und werden sehr früh gesetzt“, so die Initiatorin der Studie und Gründerin der MaLisa-Stiftung, Dr. Maria Furtwängler: „Ich freue mich, dass wir mit der Studie eine wichtige Diskussion gerade auch im Kinderfernsehen anstoßen konnten. Damit dies keine Eintagsfliege wird, müssen jetzt alle Beteiligten am Ball bleiben.“

Im Landesfunkhaus Thüringen kamen heute die wissenschaftliche Leiterin der Studie, Prof. Dr. Elizabeth Prommer von der Universität Rostock und Dr. Maria Furtwängler mit der ARD-Vorsitzenden Prof. Dr. Karola Wille, KiKA-Programmgeschäftsführer Michael Stumpf und Formatverantwortlichen des Kinderkanals von ARD und ZDF zu einem internen Austausch zusammen. Ziel war es, mögliche und sinnvolle Handlungsbedarfe abzuleiten und Kernerkenntnisse in zukünftige Programmentwicklungen von KiKA einfließen zu lassen.

„Es gibt Handlungsbedarf und wir müssen und werden den Dingen auf den Grund gehen. Denn Diversität darf in einer Demokratie keine Leerformel sein, sondern muss mit Leben erfüllt sein. Die ARD ist als öffentlich-rechtlicher Medienverbund in der Verantwortung, überall die Vielfalt in der Gesellschaft abzubilden“, so die ARD-Vorsitzende und MDR-Intendantin Karola Wille. „Wir prüfen in der ARD, welche Maßnahmen noch notwendig sind und wollen Ende des Jahres erste Ergebnisse präsentieren. Dabei ist der Blick auf das Kinderfernsehen besonders wichtig, weil Geschlechterstereotypen im frühen Kindesalter erworben werden“, so Karola Wille weiter.

Laut der Studienergebnisse entspricht das Verhältnis männlicher Hauptakteure zu Protagnistinnen im deutschen Kinderfernsehen allgemein 1:3. Anders bei KiKA, hier ist das Verhältnis 1:2. Dieser Unterschied erklärt sich unter anderem durch den höheren Anteil an Eigenproduktionen.

„KiKA ist sich seiner Verpflichtung als öffentlich-rechtlicher Contentanbieter für Kinder bewusst und nimmt sich des Themas an. Wir möchten unsere männlichen und weiblichen Formatentwickler und Entscheider noch stärker dafür sensibilisieren, wer wem die Welt erklärt und wie wir die Vielfalt von Identitäten und Rollen in der Gesellschaft abbilden.“ Bei KiKA sollen die Zuschauer die Möglichkeit haben, ausgewogen und mit großer Vielfalt sowohl weibliche als auch männliche Identifikationsfiguren in ‚ihrem‘ Programm wiederzufinden“, erklärt Programmgeschäftsführer Michael Stumpf.

Im Juli dieses Jahres präsentierte Dr. Maria Furtwängler Ergebnisse der Studie, die eine Forschungsgruppe der Universität Rostock auf Initiative der Schauspielerin durchgeführt hatte. Neben Furtwänglers Stiftung MaLisa haben sich die vier großen Sendergruppen ARD, ZDF, ProSiebenSat.1 und RTL an der Förderung der Studie beteiligt.

*Quelle: „Audiovisuelle Diversität – Geschlechterdarstellung in Film und Fernsehen in Deutschland“, Universität Rostock 2017

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