Giganten-Treffen zum Auftakt

Olympische Klassen: Tokio und Paris im Blick - Spannung im Nacra 17 - Frische Projekte auf den Seebahnen - Von Kiel nach St. Petersburg

(lifePR) ( Kiel, )
Einen Höhepunkt liefert die Kieler Woche 2019 (22. bis 30. Juni) gleich zum Auftakt. Beim Start zur Aalregatta, dem Welcome Race und Kiel-Cup tummeln sich am Samstag, den 22. Juni, ab 9 Uhr in der Kieler Innenförde zwischen den rund 150 Yachten auch ehemalige und zukünftige Ocean Racer, 15 Kats und Trimarane sowie die nicht zu übersehenden ClubSwan-50-Yachten vom Nord Stream Race. Es ist der Auftakt zu einer Kieler Woche, die traditionell von den Klassikern bis zu den olympischen Nacra 17, von der ClubSwan 50 bis zum 4,06 Meter kurzen Laser 4.7, vom Angebot für die neue olympische Disziplin „Double Hand Offshore Mixed“ über die 2.4mR bis zum Auftritt der Youth Sailing Champions League die ganze Bandbreite des Segelsports und reichlich gesellschaftliche und kulturelle Höhepunkte zu bieten hat. Rund 4.000 Aktive aus mehr als 50 Nationen werden zum Kieler-Woche-Jubiläum (die 125. Ausgabe im 138. Jahr) erwartet.

Von der Kieler Woche bis St. Petersburg

Vom 23. Juni bis 5. Juli findet das Nord Stream Race bereits zum achten Mal statt, und es startet glamourös in der Kieler Woche. Fünf Segelclubs aus fünf Ländern segeln die 1.000-Seemeilen-Regatta von Kiel über Kopenhagen, Stockholm und Helsinki bis nach St. Petersburg. Dazu wird Altkanzler Gerhard Schröder auf der Kieler Woche erwartet. Am Samstag, den 22. Juni, wird Gerhard Schröder zusammen mit seiner Frau Soyeon Schröder-Kim das Welcome Race auf der Kieler Förde begleiten und am Abend auf der Eröffnungsfeier mit Gala-Dinner den ersten Preis verleihen. Am Sonntag, den 23. Juni, gibt der Altkanzler dann den Startschuss zum Nord Stream Race 2019 und der ersten Etappe von Kiel nach Kopenhagen.

Der NSR-Auftakt in Kiel ist nicht zu übersehen. Am Samstag segeln die ClubSwan 50-Yachten auf der Innenförde und tummeln sich im Feld der rund 150 seegehenden Yachten, die zum Auftakt am Welcome Race, der Aalregatta oder dem Kiel-Cup teilnehmen. Danach geht es am Sonntag über die Ostsee mit Zwischenstopps nach Russland. Die Regatta verbindet die Ostsee-Länder sportlich und kulturell.  

Fünf teilnehmende Top-Clubs, fünf wunderschöne Städte und fünf besondere Boote. Das Nord Stream Race ist eine außergewöhnliche Ostsee-Regatta. Die teilnehmenden Clubs sind die Gewinner der nationalen Segel-Ligen aus Deutschland, Dänemark, Schweden, Finnland und Russland. In den Hafenstädten entlang der Nord Stream Pipeline wird mit kulturellen und sportlichen Programmen das Motto „Connecting Baltics Through Sport“ an Land fortgesetzt. Organisator des Nord Stream Race ist der St. Petersburg Yacht Club. Elena Soloveva, Head of projects, Saint Petersburg Yacht Club: „Wir wollen aus dem Wettrennen mehr als eine Regatta machen. Es soll ein Event in der Ostsee werden, das die teilnehmenden Länder nicht nur sportlich sondern auch kulturell miteinander verbindet.“

Erst zusammen, dann gegeneinander

In den olympischen Klassen möchten die Segler und Seglerinnen des German Sailing Team auf heimischen Revier Selbstbewusstsein für den Kampf um die Nationenplätze bei den Olympischen Spielen in Japan tanken. Und es gibt einiges zu tun. Bisher wurden nur im Laser, Laser Radial und 49er die Nationentickets für Enoshima gelöst. In den übrigen Klassen geht es nach der Kieler Woche um alles. Auch die interne deutsche Ausscheidung steht noch an. Viele Gründe, die für die deutschen Spitzensegler dafür sprechen, in Kiel eine gute Kür abzuliefern.

Im Nacra17 kämpfen die einstigen Wonderkids – sie starteten bei den Olympischen Spielen vor Rio im Alter von 21 bzw. 22 Jahren als jüngste deutsche Crew – seit dem Vorjahr gegeneinander um das eine Olympiaticket für 2020. Paul Kohlhoff (Wonderkid-Steuermann) mit Alica Stuhlemmer und Carolina Werner (Wonderkid-Vorschoterin) an der Vorschot von Routinier Johannes Polgar. Zunächst gilt es, gemeinsam um das eine Nationenticket zu kämpfen, bevor der interne nationale Konkurrenzkampf beginnt. Beide Crews haben auf dem foilenden Kat noch nicht ganz die Weltspitze erklommen. Johannes Polgar, der nach Tornado und Starboot nun im Nacra17 seine dritte Olympiakampagne angeht, belegte mit Caro Werner bei den Worlds im Vorjahr Rang 33, vor Miami Platz 14 und bei der EM im Mai Platz 26.

Kohlhoff/Stuhlemmer errangen bei der WM vor Århus Platz 14, vor Miami Rang 16, vor Palma Platz 11, bei der EM Rang 12 und beim World-Cup vor Marseille (Frankreich) Rang 8.

Vor Kiel treffen die deutschen Nacra17-Hoffnungen auf das Duo Iker Martinez (2013 Kieler-Woche-Sieger mit Tara Pacheco) und Olga Maslivets (Spanien). Der einstige Weltsegler des Jahres sucht nach der Goldmedaille (2004 vor Athen) und Silber (2008 vor Peking) im 49er die neue Herausforderung im Nacra17. Mit der vierfachen Olympiateilnehmerin Olga Maslivets hat der Spanier eine olympiaerfahrene Vorschoterin. Die von der Krim stammende viermalige Olympiateilnehmerin im Surfen und Vierte in London 2012 startete erst für die Ukraine, nach der russischen Übernahme der Krim für Russland und nun für Spanien.

Auch die Österreicher Thomas Zajac/Barbara Matz waren in den beiden Vorjahren in Kiel ganz vorn dabei. Die Bronze-Medaillengewinner von Rio gewannen die Kieler Woche 2017 und belegten im Vorjahr Rang zwei.

Und während Kohlhoff/Stuhlemmer und Polgar/Werner um das Ticket für die Spiele in Japan kämpfen, freuen sich Silas Mühle/Lena Stückl auf die Chance, sich schon jetzt mit den ganz Großen zu messen. Erst seit diesem Jahr sind die beiden eine Crew. Der 16-jährige Hamburger (Mühle feiert im Juli seinen 17. Geburtstag) machte bisher im Nacra15 mit Romy Mackenbrock auf sich aufmerksam. Zum Abschluss ihrer gemeinsamen Nacra15-Zeit (Romy kümmert sich jetzt komplett um das Abitur) mit zwei Jugend-Weltmeisterschaften im chinesischen Sanya und in Corpus Christi/USA bildeten die Youth Olympics in Buenos Aires mit dem Erreichen des fünften Platzes den bisher sportlichen Höhepunkt.

Seit diesem Jahr segelt Silas Mühle nun sogar zweigleisig. Über Pfingsten sicherte sich der Sohn von Thomas Friese das Ticket zu seiner dritten Youth World im Juli in Polen zusammen mit seiner neuen Nacra-15-Vorschoterin Levke Möller (YC Warnemünde).

Parallel segelt der Hamburger seit diesem Jahr Nacra 17 mit Lena Stückl, einer ehemalige 470er-Vorschoterin. Da die Zweimann/-frauen-Jolle ab 2024 als Mix gesegelt wird, endete die olympische Hoffnung für die 23-Jährige mit ihrer Steuerfrau Theresa Löffler.

Frische Projekte für die Seebahn

Das deutsche Seesegeln befindet sich im Aufwind: Nachdem im vergangenen Jahr mangels Masse zur Deutschen Meisterschaft lediglich ein Titel in der ORC III vergeben werden konnte, ist nun die Klasse ORC I+II wieder im Kommen. Frische Projekte haben die Klasse auf ein neues Niveau katapultiert. 32 Yachten der Vermessungsklassen waren zum Saisonstart zur Maior am Start, und zur Kieler Woche sollen es noch mehr werden.

„Nachdem zuletzt die ORC III gut vertreten waren, hat nun die Entwicklung in der ORC I+II Fahrt aufgenommen. Damit sind wir sehr zufrieden. Das Sorgenkind ist im Moment noch die Klasse der ORC IV. Es gibt Interesse junger Crews, die aber noch Unterstützung brauchen. Da müssen wir noch sehen, wie wir das umsetzen können“, sagt Bendix Hügelmann, Vize der Regattavereinigung Seesegeln (RVS).

Begeistert von der Entwicklung ist Michael Berghorn, Skipper der X41 „Halbtrocken 4.0“: „Einfach super!“, fasste er den Saisonauftakt zusammen. „Vor einem Jahr haben wir mit einem kleinen Feld zusammengesessen und uns gefragt, ob das überhaupt noch Sinn macht. Wir haben schon daran gedacht, ins Mittelmeer zu gehen.“ Doch 2019 scheint alles anders: Allein ein halbes Dutzend X41 ist auf der Bahn unterwegs. „Insofern haben wir vielleicht ein bisschen zur Entwicklung beigetragen, weil wir im vergangenen Jahr gezeigt haben, wie gut die Yacht läuft“, so Berghorn. Die „Halbtrocken“-Crew wurde zur neuen Saison auf der Taktiker- und Mastmannposition umgebaut und bietet mit Jes Gram-Hansen einen Top-Mann auf. Nach dem Umbau lief das Zusammenspiel bei der Berghorn-Crew schon sehr gut.

Allerdings konnte das neue „Sportsfreund“-Projekt nicht aufgehalten werden. Axel Seehafer hat nach einjähriger Pause wieder eine neue starke Crew zusammengestellt. Mit Taktiker Jesper Radich, Trimmer Bertil Balser und Spi-Mann Gordon Nickel, der in berufsbedingter Abwesenheit von Seehafer auch die Steuermann-Position übernimmt, war die „Sportsfreund“ zum Saisonbeginn das Maß der Dinge und nimmt auch zur Kieler Woche die Favoritenrolle ein. Auch bei der IDM in Travemünde und zur EM in Schweden will die Crew im Vorderfeld mitspielen. Zu einer Zielvorgabe lässt sich Gordon Nickel indes nicht hinreißen, aber eine Top-5-Platzierung bei den kontinentalen Meisterschaften wird nicht ausgeschlossen.

Neben der „Sportsfreund“ gibt es weitere frische Projekte. Dirk Clasen bringt die Humphreys39 „Gingko“ ins Spiel, und Jens Kuphal hat mit seiner neuen „Intermezzo“ die WM-Sieger-Yacht von 2016 und 2018 aus Norwegen nach Deutschland geholt und spielt sich nun auf der Landmark43 ein: „Wenn man den richtigen Punkt trifft, dann läuft das Schiff wie auf Schienen und entwickelt eine unglaubliche Performance“, so Kuphal. In der ORC III hat sich zum Saisonstart ein Dreikampf entwickelt – mit der „Immac Fram“ von Steuermann Kai Mares an der Spitze und der „H.E.A.T.“ von Max Augustin dahinter. Doch auch die „OneSpirit“ bringt sich wieder ins Spiel. Nach dem Gewinn des deutschen Titels im vergangenen Jahr wurde das Team umgebaut. „Wir sind sehr zufrieden mit unserer Leistungskurve. Nachdem im vergangenen Jahr noch Gordon Nickel bei uns gesteuert hat, ist die Crew jetzt komplett neu aufgestellt“, berichtet der neue Steuermann Sören Brandt. Er selbst ist der Einzige aus der 2018er Crew, der noch an Bord ist. Die übrige Mannschaft ist entweder in andere Projekte ein- oder aus beruflichen Gründen ganz ausgestiegen. „Wir sind sehr froh, dass es uns gelungen ist, ein neues Team zusammenzustellen. Wir sind alle noch sehr jung, haben einen Altersdurchschnitt von knapp über 20 Jahren. Jetzt müssen wir noch am Zusammenspiel und an den Manövern arbeiten. Den Trimm haben wir schon sehr gut im Griff.“ Die „OneSpirit“ ist ein gutes Beispiel für junge Segler, in die ORC-Szene einzusteigen.

Kieler Woche (22. bis 30. Juni):

Teil 1: (22. bis 25. Juni):

Samstag, 22., bis Montag, 24. Juni: Youth Sailing Champions League

Samstag, 22., bis Dienstag, 25. Juni; 505, FD, Laser Rad. (open), 29er, Musto Skiff, 2.4mR, Laser 4.7, Europe, Contender, Foiling Open (inklusive Waszp und Moth)

OK-Europameisterschaft.

Teil 2: (26./27. bis 30. Juni):

Laser Std. M, Laser Rad. W, Finn M, 470 M/W, 49er M, 49erFX W, Nacra17 Mix.

Donnerstag, 27., bis Sonntag, 30. Juni: 420er, J/24, J/80 und J/70.

Seebahn:

Samstag, 22. Juni: Rendezvous der Klassiker.

Samstag/Sonntag (22./23. Juni): Welcome Race (ORC Club, Albin Express, Albin Ballad und Multihull). Aalregatta: (Yardstick, OD, Folkeboot).

Samstag, 22. Juni, bis Dienstag, 25. Juni: Kiel-Cup (ORC Int.)

Sonntag (23. Juni): Start des Nord Stream Races (Swan 50)

Mittwoch bis Sonntag (26.-30. Juni): Mixed Doppelhand Offshore (ORC Club).

Donnerstag, 27. Juni: Senatspreis (ORC Club)

Freitag/Samstag,  28./29. Juni: Das Silberne Band (ORC Club).
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