Donnerstag, 26. April 2018


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Therapiehunde sollen Palliativpatienten Lebensfreude schenken

Neues Therapieangebot der Onkologischen Klinik am Marienhospital Altenessen

Essen, (lifePR) - Den Rollstuhl schieben, zur Bewegungstherapie motivieren oder einfach nur emotionale Unterstützung leisten: Das Katholischen Klinikum Essen setzt im Rahmen des MONIKA-Projekts in der Onkologie des Marienhospitals für Palliativpatienten ab Dezember Therapiehunde ein. Das Akronym MONIKA steht für Marienhospital Onkologie Initiativkreis Altenessen.

„Wir haben gerade noch einen Raum gestaltet, in dem sich Hund und Patient begegnen können, ohne andere Patienten zu stören“, sagt Dr. Winfried Berger, Leitender Arzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie am Marienhospital Altenessen. Er erhofft sich für seine Palliativpatienten bestmögliche Lebensqualität. Die Begegnung mit den Hunden könne für diese Menschen ein emotionaler Höhepunkt sein. „Die hoch sensiblen und hervorragend ausgebildeten Tiere sorgen für emotionale Wärme, Freude und können Patienten allein durch ihre Anwesenheit ein paar schöne, unbeschwerte Stunden bereiten“, so der Onkologe. Für einen Moment sollen Krebskranke ihre Sorgen vergessen können, sich öffnen, auch im Dialog mit anderen, und bei Bedarf durch gezielte Therapie selbst physische Defizite verbessern.

Bessere Befindlichkeit und weniger Schmerzen

Der Einsatz von Therapiehunden in Krankenhäusern ist in Deutschland bisher die Ausnahme. Immer mehr Kliniken erkennen allerdings die Vorteile für Patienten. Laut der European Society for Animal Assisted Therapie (ESAAT) sind Ziele tiergestützter Therapie unter anderem körperliche, kognitive und emotionale Funktionen wiederherzustellen und zu erhalten sowie das subjektive Wohlbefinden zu verbessern. Eine Studie des Thieme-Verlags beispielsweise ergab, dass tiergestützte Behandlungen mit Therapiebegleithunden ein effektives Verfahren für bessere Befindlichkeit und weniger Schmerzen sei.

„Ein starres Schema für das Treffen gibt es bei uns nicht“, sagt Dr. Berger. Vielmehr richte sich die Begegnung individuell nach den Bedürfnissen des jeweiligen Patienten. „Bei jemandem, der sich emotional zurückzieht, könnte beispielsweise die Kommunikation im Vordergrund stehen. Für jemanden, der Probleme hat, alltägliche Abläufe zu meistern, ist eine Bewegungstherapie mithilfe des Hundes als Motivator möglich.“

Begegnung ist an strikte hygienische Vorschriften gebunden

Im Marienhospital ist die Begegnung mit Therapiehunden zunächst zeitlich begrenzt für ein bis zwei Patienten pro Woche vorgesehen und an strikte hygienische Vorschriften gebunden. Die Hunde kommen beispielsweise nicht über den Haupteingang ins Krankenhaus, sondern werden durch eine Hintertür in einen separaten Raum geführt. Gestattet sind darüber hinaus nur ausgewählte und auf höchstem Niveau ausgebildete Therapiehunde, die regelmäßig tierärztlich untersucht, entwurmt und geimpft werden.

Dr. Berger freut sich auf das neue Angebot für seine Patienten und hat sich bereits selbst mit den Vierbeinern angefreundet. „Die Collis von Filiz Erfurt sind sehr empfindsam und können unter anderem bei Personen mit Behinderungen, Diabetikern oder Epileptikern eingesetzt werden“, berichtet der Mediziner. Ihrer im Rollstuhl sitzenden Hundehalterin helfen sie beispielsweise beim An- und Ausziehen, holen Wäsche aus der Waschmaschine oder können im Notfall Hilfe holen. „Ihr feines Gespür und ihre ausgezeichnete Ausbildung machen sie auch für Palliativpatienten so wertvoll.“

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