Götz W. Werner: Mehrwertsteuer senken ist Weihnachtsgeschenk an die Reichen

(lifePR) ( Karlsruhe, )
Sozialversicherungsbeiträge senken, ALG-II und Kindergeld erhöhen. Das fordert Götz W. Werner, Entrepreneur des Jahres und dm-Gründer, und er stellt klar: Eine Mehrwertsteuersenkung wirkt nicht, ein Aussetzen dieser Konsumsteuer wäre ein Weihnachtsgeschenk an die Reichen im Land.

Das von einzelnen Managern, Beratern und Politikern geforderte Reduzieren oder Aussetzen der Mehrwertsteuer ist aus Sicht von Götz W. Werner, Leiter des Instituts für Entrepreneurship an der Elite-Universität Karlsruhe, eine Blendgranate: "Eine Senkung der Mehrwertsteuer ist der völlig falsche Weg. Um zielgenau die Menschen zu unterstützen, die sich zur Zeit beim Konsum zurückhalten müssen, müssen wir die Sozialversicherungsbeiträge senken, das Kindergeld erhöhen und die ALG-II-Sätze anheben."

Der Unternehmer Werner redet Klartext: "Wenn ausgerechnet Handelsmanager auf die Idee kommen, die Konjunktur durch Mehrwertsteuersenkungen ankurbeln zu wollen, ist das praxisfern: Als Händler weiß ich, dass diese Maßnahme viel zu spät bei den Verbrauchern ankommt, weil der administrative Aufwand viel zu langwierig ist." Es sei auch nicht zu erwarten, dass diese Absenkung vollumfänglich an die Bürger weitergegeben werde, kritisiert Werner den Vorschlag des Metro-Vorstandsvorsitzenden. Auch bei der Mehrwertsteuererhöhung Anfang 2007 seien nicht alle Preise gestiegen, und schon gar nicht über Nacht.

Als skurril bezeichnet der Gründer der dm-Drogeriemärkte den Vorschlag des "Preisberaters" Hermann Simon im Manager Magazin, die Mehrwertsteuer im Dezember auszusetzen.
Werner dazu: "Im Grunde kann man froh sein, wenn Simon diesen absurden Vorschlag macht, weil deutlich wird, dass eine Senkung der Mehrwertsteuer eine Steuersenkung an der falschesten Stelle überhaupt ist. Die Geldelite wird begünstigt. Simon propagiert ein Reichengeschenk, denn die Kroko-Handtasche für 10.000 Euro wird um bis zu 1900 Euro günstiger. Aber nicht Lebensmittel, bei denen ohnehin der ermäßigte Steuersatz gilt."

Im Verteilen von Konsumgutscheinen sieht Götz Werner keine Lösung, sondern den Gestus des absolutistischen Herrschers. "Der Staat hat nichts zu verschenken, sondern angesichts der Finanzkrise die Aufgabe, die Abgaben der Bürger zu verringern, und zwar an den richtigen Stellen." Götz Werner: "Erstens müssen wir die Sozialversicherungsbeiträge senken, denn diese Maßnahme kommt jedem erwerbstätigen Menschen unmittelbar zugute. Und wir reduzieren gleichzeitig die Lohnnebenkosten. Das stärkt die Wirtschaft direkt, insbesondere den lohnintensiven Mittelstand, und es ermutigt Unternehmensgründer, weil in der Gründungsphase die Anteile der Personalkosten besonders hoch sind", erläutert Werner.

Werner, der Verfechter eines bedingungslosen Grundeinkommens, will aber nicht nur Abgabensenkungen für Erwerbstätige: "Wir können Konsum direkt fördern, indem wir die Zuwendung an die Arbeitslosengeld-II-Empfänger erhöhen, damit sich alle Menschen in Deutschland zu Weihnachten einen Braten leisten können." Die beste Möglichkeit des Konsumimpulses vor Weihnachten ist für Werner ein höheres Kindergeld. "Kinder sind die beste Investition in die Zukunft. Mit einem höheren Kindergeld werden Eltern ihren Kindern Geschenke kaufen, aber auch neue Kleidung. Oder sie nutzen das höhere Kindergeld für die Ausbildung der Kinder. Dann profitiert die Gesellschaft doppelt", meint Werner. Schließlich habe schon Henry Ford gesagt, dass die Zukunft der Gesellschaft nicht an den Fließbändern, sondern an den Schulbänken entschieden werde.Weitere Informationen: Interfakultatives Institut für Entrepreneurship Universität Fridericiana, Karlsruhe Prof. Götz W. Werner
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