Sonntag, 19. November 2017


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Jyske Capital: "Stabile Kreditqualität ist aktuell das A und O bei der Anleiheauswahl"

Multi-Faktor-Modell bei Hochzinsanleihen

Silkeborg, (lifePR) - Für zu teuer hält Martin Nybye die globalen High-Yield-Märkte noch nicht. Nach der breiten Kursrally komme es jetzt für den Anlagerfolg aber wieder stärker auf die Auswahl der Einzeltitel an, ist der Leiter Unternehmensanleihen bei der dänischen Investmentboutique Jyske Capital überzeugt. Ein sehr gutes Instrument, um die besten Emittenten herauszufiltern, sei ein Risikoprämien-Modell. Bislang findet solches Faktor-Investing vor allem im Aktienbereich Anwendung. Derzeit sieht der Jyske-Experte Chancen bei hochverzinslichen Bank- oder Versicherungsanleihen.

Abgesehen von einigen Turbulenzen im Jahr 2015 konnten Anleger in den vergangenen Jahren attraktive Gesamterträge mit Hochzinsanleihen erzielen. Dabei kam es gar nicht so sehr auf die Auswahl der Einzeltitel an. Es reichte schon, einfach nur in dem Markt investiert zu sein. "Nach dieser starken Aufwärtsphase sind die Chancen eines simplen Marktinvestments begrenzt. Jetzt sind wieder die Fähigkeiten gefragt, Alpha zu erzielen", erwartet Martin Nybye, Manager des Jyske Invest High Yield Corporate Bonds Fund (ISIN: DK0016262728; SICAV: LU1529111814).

Die Renditestreuung im Markt ist aktuell sehr gering. Mit anderen Worten: Alle Unternehmen mit dem gleichen Kredit-Rating haben mehr oder weniger den gleichen Risikoaufschlag (Spread) gegenüber risikolosen Anlagen. "Eigentlich sollten die solideren Unternehmen sich günstiger finanzieren können und einen geringeren Spread haben. Dies ist zurzeit nicht der Fall", erklärt Nybye. Investoren werden also nicht über den Risikoaufschlag belohnt, wenn sie Anleihen risikoreicher Unternehmen minderer Qualität kaufen. "Daher ist es jetzt besonders wertvoll, die guten Emittenten herauszufiltern", sagt Nybye.

Hohe Datenqualität ist das A und O für Faktor-Modelle

Die beste Methode hierfür ist für den Portfoliomanager ein Multi-Faktor-Modell. "Faktor-Investing hat sich im Aktienbereich schon lange bewährt, zunächst im aktiven Management und in den vergangenen Jahren auch bei passiven Ansätzen", erklärt Nybye. Grundlage des Faktor-Investings ist die wissenschaftlich belegte Annahme, dass Faktoren wie Qualität oder Value dem Investor Risikoprämien liefern und so in bestimmten Marktphasen eine überdurchschnittliche Performance ermöglichen. Im Anleihebereich sind solche Risikoprämien-Modelle noch sehr selten. Als Grund hierfür nennt Nybye den Mangel an qualitativ hochwertigen Daten. "Ohne ausreichende Daten kann man keine Modellierung durchführen. Eine hohe Datenqualität ist das A und O für Faktor-Investing. Wir haben sehr viel Zeit und Geld aufgewendet, um die aus unserer Sicht besten Daten zu finden und das richtige Modell zu erstellen", so der Portfoliomanager.

Value, Momentum und Qualität sorgen für ein stabiles Portfolio

Für Nybye ist nicht der Spread das wichtigste Auswahlkriterium, sondern die Stabilität der Kreditqualität. Um hier die besten Emittenten zu finden, hält er drei Faktoren für besonders entscheidend: Der wichtigste Faktor, der im Jyske-Modell ein Gewicht von 55 Prozent hat, ist der Value-Faktor. Dieser setzt den Spread in Relation zu den Fundamentaldaten des Emittenten. Der zweite Faktor mit 20 Prozent Gewicht ist das Aktienkurs-Momentum des Emittenten. "Da Stabilität für uns sehr wichtig ist, nutzen wir hier ein langfristiges Momentum, das die Aktienkursentwicklung über sechs Monate erfasst", erläutert Nybye. Drittens fließt ein Qualitäts-Faktor in das Modell ein, der auf solide Bilanzen der Emittenten abzielt. Cashflow ist dabei wichtiger als Wachstum. Mithilfe dieses Risikoprämien-Modells wird das globale Universum aus rund 2.500 High-Yield-Anleihen auf die attraktivsten 300 Unternehmen mit hoher Kreditstabilität reduziert. "Ein Blick auf die vergangenen fünf Jahre zeigt, dass die Anleihen mit besonders hoher Punktewertung im Modell fast jeden Monat eine bessere Performance erzielen als Anleihen mit wenig Punkten. Daher bietet das Modell in Aufwärts- und Abwärtsphasen eine sehr gute Basis für die Portfoliokonstruktion", meint Nybye. Er beobachtet ein steigendes Interesse am Faktor-Investing bei Unternehmensanleihen, vor allem von institutionellen Investoren, und ist überzeugt, dass Risikoprämien-Modelle in Anleihebereich in naher Zukunft stark zunehmen werden. Allerdings lassen sich die Ergebnisse aus einem solchen Modell nicht einfach per Computer in Investitionen umsetzen, da der High-Yield-Markt dafür zu illiquide ist. Eine bottom-upgetriebene Titelauswahl ergänzt daher bei Jyske den quantitativen Faktor-Ansatz.

High-Yield-Spreads weiter eng, Banken und Versicherer interessant

Trotz der guten Entwicklung hält Nybye die globalen Hochzinsanleihemärkte noch nicht für überhitzt. "Die Risikoaufschläge sind enger als im historischen Durchschnitt. Da aber die Renditen der risikolosen Anleihen sehr niedrig sind, ist das relative Gewicht der Spread-Komponente so hoch wie noch nie", sagt Nybye. Solange sich die Spreads nicht ausweiten, bestehe kein Grund zur Beunruhigung. Und zurzeit sieht er keine Veranlassung für eine Ausweitung in den nächsten ein bis zwei Jahren: "Die Kreditqualität im Markt ist sehr gut, die Verschuldung ist gering und die Unternehmenserlöse sind hoch, sowohl in den USA als auch in Europa." Hinzu kommen als wichtigstes Argument die Unternehmensanleihe-Käufe der Europäischen Zentralbank (EZB). Zwar kauft sie keine Hochzinspapiere, dafür aber jede Woche im Schnitt Investmentgrade-Unternehmensanleihen für zwei Milliarden Euro. "Das wirkt sich auch auf den High-Yield-Markt aus, vor allem die Performance von Anleihen der Rating-Klassen BB und B hat deutlich positiv auf die EZB-Käufe reagiert", sagt Nybye. Von einer potenziellen Reduzierung des Kaufvolumens sieht er keine allzu große Gefahr ausgehen, da er sicher ist, dass die Zentralbank sehr behutsam vorgehen wird, um starke Marktturbulenzen zu vermeiden.

Grundsätzlich findet Nybye gute Unternehmen in allen Sektoren. Zurzeit ist der Jyske-Experte beispielsweise besonders positiv für Banken und Versicherer gestimmt. "Der Ausblick für das globale Wirtschaftswachstum ist immer noch verhalten, daher werden Bankmanager nicht aggressiv in künftiges Wachstum investieren. Aus makroökonomischer Perspektive und aus Sicht von Aktionären ist die fehlende Investitionsbereitschaft sicherlich weniger gut. Für uns ist dies jedoch nahezu ideal. Denn es besteht kaum Gefahr, dass Fehler bei Investitionen gemacht werden, die Kreditqualität sollte stabil bleiben", begründet Nybye.

Jyske Invest International

Die Fonds der Jyske Invest werden von Jyske Capital verwaltet, dem Vermögensverwaltungsteil der Jyske Bank. Jyske Capital verwaltet ein Vermögen einschließlich der Mandate für Risikomanagement von derzeit ca. 21 Mrd. EUR (Stand: 31. Mai 2017). Mit rund 70 Mitarbeitern - darunter 27 Portfoliomanager - und rund 90.000 Investoren in Jyske Invest Fonds in Dänemark und im Ausland ist die Jyske Capital einer der großen dänischen Asset Manager mit Expertise für Strategiefonds, sowie für traditionelle und Emerging-Markets-Anlagen.

Über Jyske Invest

Die 1988 gegründete Fondsgesellschaft Jyske Invest hat ihren Sitz in Silkeborg, Dänemark. Institutionellen und semi-institutionellen Investoren sowie Privatanlegern stehen derzeit 76 Fonds - 23 Aktienfonds, 21 Anleihefonds, 15 Alternative Investment Funds (AIF) und 17 Strategiefonds - zur Auswahl. Ende der 1980er Jahre führte Jyske Invest als einer der ersten dänischen Investmentmanager die Einteilung der Fondspalette nach Risikoklassen ein. Auf europäischer Ebene gehört der Spezialist für Risikomanagement inzwischen zu den prämierten führenden kleineren Asset Managern für den globalen Aktien- und Anleihemarkt (ausgezeichnet u.a. mit dem Lipper Award 2012, 2013, 2014, 2015, 2016 und 2017). Jyske Invest unterliegt der dänischen Gesetzgebung, die wiederum der EU-Richtlinie für Investmentgesellschaften (UCITS) folgt.

Weitere Informationen erhalten Sie auf den Webseiten: www.jyskecapital.com, www.jyskesicav.lu und www.jyskeinvest.com

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