Montag, 20. November 2017


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Seid laut und ungemütlich!

Berlin, (lifePR) - Die Jugendmedientage, einer der bundesweit größten Medienkongresse für junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren, fanden dieses Jahr vom 02. bis 05. November in der Berufsoberschule Ausbildungsrichtung Wirtschaft und Verwaltung in München statt. Alle inhaltlichen Programmpunkte – vom Erzählcafé über Medientouren und Workshops bis hin zu Podien und Diskussionsrunden – beschäftigten sich mit dem Thema „Behind the Scenes: Die bewusste Inszenierung der Medien“.

Den Tipp „Seid laut und ungemütlich!“ gab Christopher Piltz, Redakteur und Reporter, u. a. für NEON und GEO, den 400 jungen Medienmachenden in seiner Keynote bei der Auftaktveranstaltung der Jugendmedientage 2017. „Bevor wir Schaufenster schmücken, müssen wir sehen was wir im Laden anbieten.“ Damit riet er den Jugendlichen und jungen Erwachsenen sich im Medienbereich zu spezialisieren. „Es ist nicht schlimm, wenn man nicht alles kann,“ erklärte er und machte deutlich, dass es wichtiger sei, sich darüber klar zu werden für was man steht und was man genau im Medienbereich machen möchte. „Irgendwann müssen wir eine Bahn finden, auf der wir schwimmen können!“

Auszüge aus den Podien:

Auftaktpodium, Donnerstag 02.11.2017

I am much cooler online: Selbstinszenierung vs. Realität: Wer bin ich eigentlich, wenn alles möglich ist?

Moderatorin: Caroline von Eichhorn, u. a. Bayerischer Rundfunk

TomTastisch, Livestreaming-Projekt auf YouTube: „Die Geltungssucht steckt in uns drin. Es ist etwas ganz menschliches. Deshalb funktioniert es auch.“

„In dem Moment, wo du die Rollenwahrnehmung deines Publikums erfüllst, bist du für sie authentisch. Wenn du 100% authentisch bist, bist du narzisstisch.“

Oguz Yilmaz, ehemals Y-Titty, jetzt Agentur whylder: „Ich bin nicht der Meinung, dass jeder sich selbstdarstellen muss, aber es ist eine Chance. (…) Gefährlich wird’s, wenn man sein Selbstwertgefühl nach Likes ausrichtet.“

Veronika Christine Dräxler, Medienkünstlerin, Performerin und Autorin: „Stell dir vor facebook, Instagram etc. sind wie als wenn du auf einem Podium sitzt und alle schauen dir zu. Du bist öffentlich.“

Florian Prokop, Protagonist Kanal hochkant: „Früher auf dem Dorfplatz hat man gesagt: Das ist mein Haus, mein Auto, meine Frau. Heute: Das sind meine Likes.“

Podium, Samstag 04.11.2017

Postfaktisch – Fake News – Hate Speech: Die Rolle des Internets im Populismus

Moderator: Simon Hurtz, Süddeutsche Zeitung

Sabina Wolf, Fernsehjournalistin im Bereich Wirtschaft und Finanzen: Zum Thema wie Gesetze im Netz umgesetzt werden:

„Falschnachrichten sind gesetzlich nicht verboten. Wenn ich als Journalist Falschnachrichten verbreite, bekomme ich vielleicht ein Problem. Im Privatbereich nicht. Journalistische Verantwortlichkeit und private Kommunikation fließt immer mehr zusammen. (…)

Rechtliche Beurteilung sollten wir nicht dem Privaten überlassen.“

Tarik Tesfu, selbsternannter Gender-Messias im Netz, u. a. bei „Jäger & Sammler“: „Ich könnte ein Kind aus einem brennenden Auto retten und die Leute würden mich hassen. (…) Ich habe manchmal mehr Dislikes als Aufrufe. (…) Ich ignoriere es. Wer mich hassen will, soll mich hassen.“

„Je mehr Aufmerksamkeit man Hatern und Haterinnen schenkt, desto rumpliger werden sie.“

Nhi Le, Slam Poetin/Bloggerin/Speakerin, u. a. bei „Jäger & Sammler“: „Wenn man sagt das Internet ist schuld, verwässert es das Problem nur.“

Diskutieren mit Hatern und Haterinnen bringt nichts: „Diese Personen sitzen wie betrunken hinter ihrer Tastatur und wettern los. Ich würde ja auch nicht auf die Straße gehen und zu einem Betrunkenen sagen: ‚Hey lass‘ mal konstruktiv diskutieren.‘“

Björn Schreiber, Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e. V., #NichtEgal: Zum Thema wie man Gesetze im Netz umsetzt: „Welche Verantwortung haben wir und welche Verantwortung haben die Unternehmen? Nur wenn wir dem alle gerecht werden, können wir das bewältigen“.

„Es gibt bestimmte Filterinstrumente, die aber noch nicht gut funktionieren. Eine weibliche Brust kann erkannt werden, Hate Speech nicht so eindeutig.“

„Wir zeigen viel zu selten für was wir stehen. Da wünsche ich mir mehr von. Nicht immer nur gegen was wir sind.“

Jugendpresse Deutschland e.V. Bundesverband junger Medienmacher

Die Jugendpresse Deutschland ist der Bundesverband für junge Medienmachende. Vom Schülerzeitungsredakteur bis zur jungen Volontärin begleiten wir in den Beruf, bilden mit fast 300 Seminaren im Jahr aus, veranstalten zum Beispiel die Jugendmedientage und den Jugendmedienworkshop im Deutschen Bundestag als Events für den Kontakt und die Diskussion zwischen Profis aus Medien und Politik und dem Nachwuchs. Beim Schülerzeitungswettbewerb der Länder zeichnen wir jedes Jahr die besten jungen Blattmachenden aus. Wir stellen den Jugend-Presseausweis zur Verfügung und geben die Möglichkeit, im Rahmen von interessanten Veranstaltungen journalistisch zu berichten. Wir erreichen rund 15.000 junge Medienmachende und organisieren den größten Teil unserer Arbeit ehrenamtlich - immer von Jugendlichen für Jugendliche.- www.jugendpresse.de.

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