Meinung bereits gebildet: Was Eltern von unserem Schulsystem erwarten

Repräsentative Bildungsstudie von JAKO-O und TNS Emnid

(lifePR) ( Bad Rodach, )
Gut, wenn eine aktuelle Internetumfrage das Thema Bildung wieder auf die Agenda setzt. Aussagekräftige Ergebnisse dazu hat bereits die 1. JAKO-O Bildungsstudie an den Tag gebracht. Für die repräsentative Studie befragte das Sozialforschungsinstitut TNS Emnid vor Beginn dieses Schuljahres bundesweit 3.000 Eltern mit Kindern zwischen 3 und 16 Jahren. Die Untersuchung macht verlässliche Aussagen über die Sichtweisen von Eltern zu den Leistungen der Schule und dem gesamten deutschen Bildungssystem. Die Eltern haben genaue Vorstellungen davon, wie unser Bildungssystem reformiert werden sollte.

Die Ergebnisse auf einen Blick

Ziele der Bildungspolitik

Chancengleichheit vor Elitedenken: neun von zehn Eltern sind für gleiche Bildungschancen und Förderung Lernschwacher, ein Drittel ist für das Leistungsprinzip. Jedoch: Zwei von drei sehen das Leistungsprinzip als am ehesten verwirklicht. An gleiche Bildungschancen glaubt nur einer von fünf Befragten. Nach Meinung der Eltern sollte die Politik für gleiche Bildungschancen und gleiche Bedingungen in den Bundesländern sorgen (87 bzw. 74 Prozent), die Förderung schwacher Schüler verbessern (81 Prozent) sowie eine umfassende Allgemeinbildung in den Lehrplänen berücksichtigen (82 Prozent).

Leistungen der Schule

Zwei von drei Eltern sehen sich gezwungen, Aufgaben der Schule zu übernehmen. Denn fast die Hälfte der Schulkinder kommt ihren Eltern zufolge alleine nicht zurecht. So bewältigt jedes dritte Kind die Anforderungen der Schule nur mit regelmäßiger Unterstützung. Jeder vierte Schüler bekommt hin und wieder externe Nachhilfe. Drei Viertel der Eltern helfen bei Hausaufgaben und der Vorbereitung von Klassenarbeiten und Referaten. Die Wünsche der Eltern sind: Schüler stärker individuell fördern, mehr Lehrer einstellen, Lehrer besser ausbilden, moderne Unterrichtsmethoden anwenden, mehr in die Ausstattung der Schule investieren sowie Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen eine größere Bedeutung geben. Die Hälfte der Eltern ist für mehr Leistungsorientierung, ein Viertel würde Noten in der Grundschule abschaffen. 15 Prozent sind gegen Hausaufgaben.

Dauer der gemeinsamen Grundschulzeit

Lediglich ein Viertel der Eltern ist für eine vierjährige gemeinsame Grundschulzeit. Die Mehrheit spricht sich für eine Aufteilung in verschiedene Schulformen erst nach der sechsten Klasse aus. 15 Prozent der Eltern befürworten eine Trennung nach der neunten Klasse. Je höher der Bildungsgrad der Befragten, desto beliebter die spätere Trennung. In den meisten Bundesländern ist die Mehrheit der Eltern für eine Aufteilung nach der sechsten Klasse. Größte Zustimmung herrscht dafür in Bayern, die wenigsten Befürworter gibt es in Thüringen und Sachsen.

Ganztagsschulen

Sechs von zehn Eltern würden ihr Kind auf eine Ganztagsschule schicken. Im Osten ist diese Bereitschaft größer als in westlichen Bundesländern, die meisten Befürworter gibt es in Berlin, die wenigsten in Bayern.

Unterrichtsgestaltung

Fast alle Eltern (96 Prozent) wünschen sich für den Unterricht ihrer Kinder mehr Praxisnähe durch Schulausflüge oder die Einladung von Fachleuten. Fast ebenso viele (94 Prozent) befürworten interdisziplinären Projektunterricht und die stärkere Einbeziehung neuer Medien im Unterricht (87 Prozent). Eine große Mehrheit der Eltern spricht sich für Fächer wie "Soziale Kompetenz/Ethik", "Ernährung und Gesundheit", "Musik/Kunst", "Neue Medien/Medienerziehung" und zusätzliche Fremdsprachen aus. Das Fach "Religion" gehört für lediglich knapp die Hälfte in einen zeitgemäßen Lehrplan.

Die Lehrer

Mit den oft gescholtenen Lehrern sind die Eltern in Deutschland überwiegend zufrieden: Drei Viertel empfinden die Lehrer als im Grunde gerecht und fast genauso viele (71 Prozent) halten Lehrer für engagiert. Dass die Lehrer alles tun, damit auch die weniger starken Schüler mitkommen, meinen 56 Prozent der Eltern.
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