"Urlaub wird individueller, flexibler und spontaner"

INVENT-Geschäftsführer Dirk Handel über Reisetrends

(lifePR) ( Linz, )
Mit Abenteuern und Urlaub kennt er sich aus: Gemeinsam mit Jochen Schweizer baute Dirk Handel die gleichnamige GmbH für Erlebnisgeschenke auf. Nun veranstaltet er als Geschäftsführer von INVENT und urlaubsbox Kurztrips und ist überzeugt: Diese sind über das Jahr gesehen entspannender als eine lange Auszeit. Im Interview spricht er darüber, wie wir bei der Wahl des Reiseziels beeinflusst werden, warum unsere Ansprüche steigen und wie Chefs von dem Wunsch ihrer Mitarbeiter nach einer Work-Life-Balance profitieren. www.invent-europe.com

Herr Handel, wie haben die Menschen vor 25 Jahren Urlaub gemacht?
Dirk Handel: Damals hatte fast niemand Internet. Die Informationsbreite und -tiefe über Reiseziele war also deutlich kleiner. Die Menschen gingen in Reisebüros, blätterten dicke Kataloge durch oder folgten Empfehlungen. Den größten Teil machten Fernreisen aus, vor allem an die Mittelmeerküsten von Spanien, Italien, Griechenland und der Türkei. Die Urlaube waren lange im Voraus geplant und dauerten normalerweise rund zwei Wochen.

Welche Trends zeichnen sich für die nahe Zukunft ab?
Reisen werden immer individueller. Hip sind Secret Spots, exotische Ziele, unverbrauchte Paradise – stark geprägt durch das Fernsehen, Reiseblogger sowie fantastische Fotos auf Instagram & Co. Vor allem aber ist der Trend weg von langen Urlauben hin zu mehreren Kurzreisen nach wie vor steigend. Städtetrips, romantische Kuscheltage, Wellness-Wochenenden, aber auch zum Beispiel Wandern oder Biken in der Natur sind verstärkt die schnellen Kraftspender und Erholungsoasen der Gegenwart.

Haben sich auch die Ansprüche der Urlauber verändert?
Ja sehr, vor allem durch das Internet. Reisende nutzen es für Planung, Preisvergleich, Qualitätscheck und Bewertung. Unendlich viele Informationsquellen und Buchungsplattformen sprechen jede Zielgruppe an. Damit herrscht absolute Transparenz. Es macht die Reisenden aber auch anspruchsvoller, weil sie auf Knopfdruck wissen, wo welche Leistung zu welchem Preis möglich ist. Das bevorzugte Hotelniveau beginnt bei Drei-Sterne-Superior und geht einher mit dem Wunsch nach vielfältiger Freizeitgestaltung.

Wie können Arbeitgeber von diesen Entwicklungen profitieren?
Erholte Mitarbeiter sind leistungsfähiger und seltener krank. Die logische Folge sind Kurzurlaube als Mitarbeitergeschenk, etwa zu Weihnachten oder zum Firmenjubiläum. Im Vergleich zu Geld oder einem Sachgeschenk löst der Wochenendtrip Emotionen aus, man erinnert sich positiv an das Erlebte und somit an den Schenker. Das erzeugt eine nachhaltige Verbindung und verstärkt die Identifikation mit dem Unternehmen.

Welche Ziele sind im Sommer 2019 besonders beliebt? Warum?
Zwei Drittel der Deutschen planen dieses Jahr einen Urlaub in der Heimat. Bei den Städten sind Berlin, Hamburg, Dresden und Köln besonders beliebt. 2018 reisten viele an die Küsten und Seen Mecklenburg-Vorpommerns. Das beliebteste Kurzreiseziel der Österreicher ist ebenfalls die Heimat. Danach kommen Kroatien, Italien, Deutschland und Tschechien.

Werfen wir einen Blick in die Zukunft: Wie „urlauben“ wir in zehn Jahren?
Noch individueller, flexibler und spontaner. Die Daten, die wir im Netz hinterlassen, werden unser Online-Profil extrem schärfen und in Zukunft viele Details über uns preisgeben. Über Apps erhalten wir dadurch präzise auf unsere geheimsten Bedürfnisse abgestimmte Angebote, noch während des Urlaubs um lokale Angebote wie Fitness, Kulinarik oder Wellness ergänzt.

Interview: Bettina Beck, AHM PR

Info zu Dirk Handel
Gemeinsam mit Jochen Schweizer baute der gelernte Kommunikationswirt und Werbetexter die gleichnamige GmbH für Erlebnisgeschenke auf. Nach acht Jahren steigt er 2014 als 50-prozentiger Gesellschafter bei dem Unternehmen INVENT ein, das Hotel- und Erlebnisschecks für den B2B-Incentive-Bereich bietet. Dort entwickelte er zusätzlich die Endverbraucher-Marke urlaubsbox und zählt damit zu den ersten Anbietern im deutschsprachigen Reisemarkt.
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