Dienstag, 24. April 2018


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Die Preisträger des 66. Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg

Mannheim/Heidelberg, (lifePR) - Die Jurys haben getagt, die Stimmen für den Publikumspreis sind ausgezählt. Die Preisträger des 66. Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg stehen fest.

Die Internationale Jury des 66. Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg - Claudia Landsberger, Christian Juhl Lemche und Clemens Klopfenstein – vergibt den

Grand Newcomer Award Mannheim-Heidelberg - Hauptpreis von Mannheim-Heidelberg für den besten Spielfilm geht an

“See you in Texas” von Vito Palmieri / Italien

Begründung der Jury: Die Jury vergibt den Grand Newcomer Award Mannheim-Heidelberg an einen Film, der ein intimes und delikates Porträt eines jungen Farmerpaares zeichnet, zerrissen zwischen ihren Ambitionen und Träumen. Ein wunderschönes Beispiel für die Renaissance des Neo Realismus.

Special Newcomer Award Mannheim-Heidelberg für den besten unkonventionell erzählten Spielfilm geht an

“Wailings in the Forest” von Bagane Fiola / Philippinen

Begründung der Jury: Einen klassischen ethnografischen Film überwindend, der das Publikum auf eine aufregende und außerordentliche Reise in die Geheimnisse des Volkes der Matigsalug auf den Philippinen mitnimmt und uns damit überrascht, dass das Leben im Dschungel gar nicht so unterschiedlich ist von unserem westlichen täglichen Lebensstil.

Special Achievement Award für eine außergewöhnliche Leistung

Sabit Kurmanbekov für „Returnee“ / Kasachstan

Für eine visuell dramatische und emotional berührende Geschichte über eine Familie, die in ihr Heimatland zurückkehrt, über die Überwindung von kulturellen und religiösen Differenzen.

Lobende Erwähnung für bedeutende Leistungen in der Darstellung, Bildführung, Musik, Montage etc.

Alejandro Andújar – „The Watchman“ / Domenikanische Republik, Puerto Rico, Brasilien

Für die Darstellung der subtilen, hässlichen Kräftespiele der Macht, selbst in einem sonnigen Paradies.

Shady Srour – Drehbuch „Holy Air“ / Israel

Eine brillante Satire, die die finanziellen Wirkungsweisen der Religion darstellt, vor dem Hintergrund eines alltäglichen Familiendramas.

Cezmi Baskin – Schauspieler „Murtaza“ / Türkei

Ein beeindruckendes Porträt einer gequälten Figur, mit der Last einer lebenslangen Sünde.

Der Internationale Filmkritiker Preis
Vergeben durch die FIPRESCI-Jury – Kata Gyürke (Ungarn), Isabelle Heller (Deutschland) und Geir Kamsvag (Norwegen) - an einen Film aus dem Wettbewerb.

“Zer” von Kazim Öz / Türkei, Deutschland

Begründung der Jury: Der diesjährige Preis der Internationalen Filmkritiker (FIPRESCI) des 66. Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg geht an „Zer“ von Kazim Öz, ein Filmemacher, der diesen Film nicht gemacht, sondern komponiert hat. Die Suche nach einem Lied führt einen jungen Musiker von New York in die Türkei und offenbart ihm die verheimlichten kurdischen Wurzeln seiner Familie und deren leidvolle Vergangenheit – und macht uns zu Zeugen des verheimlichten Leids einer Nation. Nachdem wir diesen Film voller Musik, Humor, Liebe und Poesie gesehen haben, wollen wir „Spass Kazim“ sagen, aber da wir in Deutschland sind, sagen wir nur „Dankezer“.

Der Preis der Ökumenischen Jury
Vergeben durch die Ökumenischen Jury – Christoph Strack (Vorsitz/Deutschland), Linda Dombrovszky (Ungarn), Johannes Feisthauer (Deutschland), Franz Günther Weyrich (Deutschland) und Prof. Dr. Jean-Michel Zucker (Frankreich) - an einen Film aus dem Wettbewerb.

„Life Beyond Me“ – Olivier Peyon / Frankreich, Uruguay

Begründung der Jury: Wem gehört ein Kind? „Life Beyond Me“ fokussiert diese Frage in einer beeindruckenden emotionalen Darstellung. Der Film schildert den schmerzhaften Prozess, sich dieser Grundfrage zu stellen, und unterstreicht die zentrale Bedeutung von Wahrhaftigkeit. Die ethische Herausforderung ist dabei weit mehr als nur eine juristische Frage. Der Blick der Protagonisten öffnet sich schließlich für die Perspektive des Kindes und gilt seiner Würde - mit allen Konsequenzen für ihr eigenes Leben.

Special Mention:

„Returnee“ – Sabit Kurmanbekov / Kasachstan

„Returnee“ ist eine kleine und zugleich paradigmatische Geschichte über die Bedeutung menschlicher Wurzeln und die Suche nach Heimat in Zeiten weltweiter Migration.

Empfehlung der Kinobetreiber für einen Film aus dem Wettbewerb, welcher in den deutschen Kinos veröffentlicht werden sollte. In der Jury sind 2017 Elke Hoffmann, Zoom Kino Brühl, Werner Hoffmann, Zoom Kino Brühl, Dr Hans Heid, Karlstorkino Heidelberg, und Melanie Hoffmann, Kinokult e.V. Ludwigsburg

„Holy Air“ – Shady Srour / Israel

Begründung der Jury: Wie weit darf man gehen, um Geld zu verdienen? In dieser geschliffenen und detailverliebten Komödie aus Israel kommt keine Religion richtig gut weg. Mit geistreichen Witzen und brillanter Kameraführung konnte uns dieser Film davon überzeugen, dass Marketing oft nur heiße Luft ist.

„Origami“ – Patrick Demers / Kanada

Begründung der Jury: Kann man Geschehenes rückgängig machen und das Leben neu starten? In diesem Film scheint es erstaunlicherweise ganz leicht und gut zu gelingen! In dem intelligenten Thriller werden wie bei der Kunst des Papierfaltens unendlich viele Möglichkeiten die Zeit zu biegen geboten.

„While We Live“ – Mehdi Avaz / Dänemark

Begründung der Jury: Kann eine Familie ihrem Stiefsohn jemals verzeihen, wenn dieser an dem tödlichen Motorradunfall ihres leiblichen Sohnes beteiligt war? Hervorragende Schauspieler, überzeugende Dialoge und eine besondere tiefenpsychologische Erzählstruktur machen den Film zu einem Kinoereignis, das man so schnell nicht vergisst.

Publikumspreis Mannheim-Heidelberg ex aequo
Für den Film jedes Genres und jeder Länge, der beliebteste Film beim Publikum des Festivals.

„Life Beyond Me“ von Olivier Peyon / Frankreich, Uruguay
und
“Zer” von Kazim Öz / Türkei, Deutschland

*v.l.n.r. Dr. Andrea Edel (Kulturamtsleiterin Stadt Heidelberg), Dr. Peter Kurz (OB Mannheim),  Regisseur Olivier Peyon („Life Beyond Me“), Regisseur Sabit Kurmanbekov („Returnee“), Schauspieler Cezmi Baskin („Murtaza“), Dolmetscherin, Regisseur Kazim Öz (“Zer”), Regisseur Bagane Fiola (“Wailings in the Forest”) mit Christian Raphael Hager und Kameramann Raphael Meting und in Vertretung des Hauptpreisträgers Vita Palmiere („See you in Texas“) seine Drehbuchautorin Vanessa Picciarelli mit Festivaldirektor Dr. Michael Kötz.

Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg

Das siebtälteste Filmfestival der Welt ist als "Newcomer-Festival" darauf spezialisiert, jährlich neue Regietalente im Arthouse-Bereich zu entdecken und berühmt für seine hochkarätige Auswahl, die sich - unter dem Motto "Weniger ist Mehr" - auf rund 50 Filme beschränkt, die allerdings echte Uraufführungen sein müssen. Die Newcomer aus Mannheim-Heidelberg bleiben meist nicht unbekannt und feiern nach einigen Jahren internationale Erfolge, so wie zum Beispiel Jim Jarmusch, Atom Egoyan, Wim Wenders, Thomas Vinterberg, Derek Cianfrance, Lou Ye, Hong Sang-soo, Rafi Pitts oder Guillaume Nicloux, die in Mannheim-Heidelberg als Anfänger ihre Weltkarriere begangen. Trotz der großen Anerkennung in der Fachwelt ist Mannheim-Heidelberg zugleich immer ein echtes Publikumsfestival geblieben. Es ist damit eine einzigartige Plattform des kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Dialogs durch Filmkunst - und das seit mehr als 65 Jahren.

Das Festival wird unterstützt von den Städten Mannheim und Heidelberg, dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, der Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH und den Unternehmen rnv - Rhein- Neckar-Verkehr GmbH und m:con - mannheim:congress GmbH.

Medienpartner sind SWR2, epd Film und Film Dienst.

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