Tibet-Visite von Xi Jinping unterstreicht strategische Bedeutung für Chinas Führung

Priorität auf Ausbeutung von Wasser und Rohstoffen wie Lithium und Uran / Schwerpunkt Ansiedlung von Nomaden und Kontrolle des tibetischen Buddhismus

(lifePR) ( Berlin, )
Die vor kurzem stattgefundene Tibet-Visite von Chinas Staatschef Xi Jinping hat die strategische Bedeutung der Region für die Pekinger Führung unterstrichen. Die einzelnen Stationen der dreitägigen Reise Xis korrespondierten dabei offensichtlich mit den langfristigen Schwerpunkten der chinesischen Politik im gesamten Hochland von Tibet. Im Zentrum stehen dabei Tibets Reichtum an Wasser und Bodenschätzen. Zunehmend wichtig sind hier insbesondere die Vorkommen an Lithium und Uran, die für den geplanten Ausbau der Elektromobilität und den Ausbau der Stromerzeugung in Atomkraftwerken eine entscheidende Rolle spielen dürften. In der verwaltungsmäßig zur Provinz Qinghai zählenden nordtibetischen Region besuchte Xi Jinping auch ein Dorf, in dem Nomaden angesiedelt worden waren. Dabei betonte er die in scharfem Widerspruch zum weitgehenden Experten-Konsens stehende These, die Sesshaftmachung der Nomaden sei aus Umweltschutzgründen notwendig und diene dem langfristigen Erhalt des tibetischen Graslands. Während fast alle Fachleute betonen, die Wanderungsbewegungen der tibetischen Nomaden hätten diesen Kulturraum überhaupt erst geschaffen und seien eine Voraussetzung für seine Erhaltung, wiederholen Politiker der herrschenden KP die Ansicht, Zwangsansiedlungen und die Einzäunung weiter Areale würden das Grasland schützen. Tatsächlich dürfte es der chinesischen Politik jedoch darum gehen, die tibetische Bevölkerung besser kontrollieren und Proteste gegen den rücksichtslosen Abbau von Bodenschätzen unterbinden zu können. In die gleiche Richtung deuten Äußerungen Xis, es müssten größere Anstrengungen unternommen werden, „die Religion in eine sinisierte Richtung zu lenken“, und somit ihr Protestpotenzial zu minimieren.

Xi besuchte die Region vom 22. bis 24. August. Täglich erschienen umfangreiche Berichte darüber in den staatlichen Medien, in denen besonderer Wert auf die weitere Urbanisierung des ausgesprochen dünn besiedelten Gebiets und die Ausbeutung der Rohstoffe gelegt wurde. In den Berichten über Xis Besuch am größten Salzsee der Volksrepublik China, Tsakha (chin.: Chaerhan), der für seine großen Lithium-Vorkommen bekannt ist, wurde dieser Aspekt nicht besonders hervorgehoben, allerdings hieß es, es handle sich um eine „strategische Ressource für das gesamte Land“ - ein Indiz, dafür, dass Xi nicht wegen der dort gleichfalls stattfindenden Düngemittelproduktion in die fast 2.000 Kilometer Luftlinie von Peking entfernte Region gereist ist. In Erwartung eines beschleunigten Ausbaus der E-Mobilität sind in den vergangenen Monaten mehrere Technologiefirmen und internationale Investoren in die Ausbeutung von tibetischem Lithium eingestiegen. Neben den Salzseevorkommen im Norden Tibets gibt es auch in Kardze im Osten des Landes größere Lithiumquellen, die dort allerdings in felsigem Gestein gebunden sind. Gleichfalls keine Erwähnung in den Berichten der chinesischen Staatsmedien fand der Umstand, dass in der von Xi besuchten Salzseeregion des Tsaidam-Beckens größere Uranvorkommen vermutet werden. Chinesische Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese eine bedeutende Rolle für den angekündigten massiven Ausbau der Atomstromerzeugung spielen könnten.

Der forcierte Abbau von Bodenschätzen wie Kupfer, Gold, Silber, Chrom und Lithium hat in Tibet in der jüngsten Zeit vermehrt zu Protesten der Bevölkerung geführt, da er in der Regel ohne Rücksicht auf die Umwelt und die Belange der dort lebenden Menschen durchgeführt wird. Pekings ehrgeizige Pläne bergen die Gefahr, dass es zukünftig noch häufiger zu solchen Protesten kommen könnte, die für Tibeter ausgesprochen riskant sind, werden doch bereits moderat vorgetragene Klagen von den Behörden mit größter Härte unterdrückt, wie mehrere Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit belegen.

Weitere Einzelheiten sowie eine Reihe von Fotos können Sie unserem Bericht „Xi Jinping visit to Qinghai reveals strategic importance of Tibet’s water, minerals; highlights CCP’s advanced plans“entnehmen.
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