Montag, 27. Februar 2017


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Düsseldorfer Tabelle - von Jahr zu Jahr ein ungerechter intransparenter Moloch zur autoritären Abzocke von Alimentenzahler/innen

(lifePR) (Nürnberg, ) Der Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV) protestiert gegen die wohl bevorstehende Anhebung der Tabellenbeträge der Düsseldorfer Tabelle. Die Anhebung wird gleichsam automatisch mit der Anhebung des Kindergeldes bzw. des Kinderfreibetrages verbunden. Die Tabellenbeträge sind einfach zu hoch, darauf hat ISUV schon mehrfach hingewiesen. Der Verband kritisiert heftig, dass zwar die Beträge für Kinder um 13 Prozent angehoben werden, jedoch der Selbstbehalt auf dem gleichen Stand belassen werden soll. "Wir fordern eine entsprechende Anhebung des Selbstbehaltes um 13 Prozent, d.h. eine Anhebung des Selbstbehaltes auf über 1000 EURO.", stellt der Verbandsvorsitzende Josef Linsler fest. Der Verband kritisiert auch, dass die Tabelle schon ab 1.1. 2010 gültig sein soll, aber erst am 6.1.2010 vorgestellt wird - was für ein Verhalten gegenüber Betroffenen.

Nach Auffassung von ISUV, haben sich die Beträge der Düsseldorfer Tabelle seit 7 Jahren verselbständigt. Sie entsprechen nicht mehr der realen Lohnentwicklung. Wie man in einem Jahr der Krise Unterhaltsbeträge um 13 Prozent anheben kann, ist Betroffenen nicht vermittelbar. Gleichzeitig bleibt festzuhalten, das Kindergeld wird nur um 12 Prozent angehoben.

"Es ist niemandem vermittelbar, warum man den Kindesunterhalt um 13 Prozent erhöht, den Selbstbehalt aber in gleicher Höhe belässt. Es muss gefragt werden, sind Eltern und Kinder kein Kosmos, der gleich berücksichtigt werden muss? Sollen alle Alimentenzahler/innen aus der Mittelschicht so im Verlauf von einigen Jahren auf das Niveau von Hartz IV-Empfängern gedrückt werden? Wo bleibt das Lohnabstandsgebot, gilt es für Alimentenzahler/innen nicht? Sollen beispielsweise Ingenieure, Ärzte, Lehrer Facharbeiter, Fachkräfte im Handel im Monat für 900 EURO arbeiten? Wo bleibt da das Fingerspitzengefühl, der Realitätssinn?", kritisiert Linsler.

Diese für Unterhaltszahler/innen grob ungerechten Regelungen werden dann mit dem ewig gleichen Geschichtchen verbrämt: "Ab 1.1. 2010 bekommen Alleinerziehende und Kinder mehr Geld." Von wem das kommt, wer das zahlt, was mit dem ist, der zahlt, das bleibt wie immer im Verborgenen.

ISUV fordert die Düsseldorfer Tabelle durch ein neues, realistischeres, transparenteres und durch die Politik zu verantwortendes System zu ersetzen.

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