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Pressemitteilung BoxID: 422017 (Institut für Zeitgeschichte)
  • Institut für Zeitgeschichte
  • Leonrodstraße 46 b
  • 80636 München
  • http://www.ifz-muenchen.de/

"Das Private im Nationalsozialismus"

Institut für Zeitgeschichte nimmt neues Forschungsprojekt auf - Internationale Kooperation mit der University of Nottingham und dem Deutschen Historischen Institut Warschau

(lifePR) (München, ) Zum 1. Juli startet am Institut für Zeitgeschichte das neue Forschungsprojekt "Das Private im Nationalsozialismus". Unter der Leitung von Johannes Hürter untersucht das IfZ in Kooperation mit der University of Nottingham und dem Deutschen Historischen Institut Warschau damit ein bislang noch weitgehend unerforschtes Spannungsfeld der nationalsozialistischen Diktatur: Das bürgerliche Modell von Privatheit traf auf die Strategie des Regimes, je nach politisch-ideologischer Kategorisierung einen privaten Bereich einzuräumen, einzuschränken oder zu zerstören - auf jeden Fall, Zugriff auf ihn zu haben.

Das IfZ-Projekt geht der Frage nach, wie sich unter den Bedingungen der NS-Herrschaft 1933-1945 das Verhältnis zwischen privaten Lebensentwürfen und öffentlichen Gewaltansprüchen gestaltete. Wann und wie, in welchen Bereichen und in welchem Umfang gelang es dem Nationalsozialismus, seine Leitvorstellungen auch in der Privatsphäre von Individuen, Familien und sozialen Gruppen durchzusetzen - und wo nicht?

In fünf exemplarischen Studien wird sowohl die Privatheit im "Altreich" untersucht (Das Private vor Gericht, "Mutterglück" und Biopolitik, "Heimaturlaub" von Frontsoldaten) als auch deren Erscheinungsformen in den besetzten Gebieten Osteuropas (Privatheit im Ghetto, Privatheit im Wartheland). Es sind ein Workshop und eine Konferenz geplant, auf denen die exemplarischen Projektforschungen diskutiert und durch weitere Analysen und Beispiele ergänzt werden sollen.

Projektmitarbeiter sind Annemone Christians, Sven Keller, Carlos A. Haas und Christian Packheiser in München sowie Paulina Lawniczak in Nottingham. Ziel des Projekts ist es, durch die Vernetzung mit den europäischen Partnern in Nottingham und Warschau auch einen Beitrag zur Internationalisierung der NS-Forschung zu leisten.