Dienstag, 25. April 2017


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Zwangsbejagung ade!

Tierfreunde müssen die Jagd auf ihren Grundstücken nicht mehr länger dulden

(lifePR) (Heilbronn, ) Grundstückseigentümer müssen die Jagd auf ihren Grundstücken nicht mehr länger dulden: Am 06.12.2013 tritt das »Gesetz zur Änderung jagdrechtlicher Vorschriften« in Kraft. Grundstückseigentümer, welche die Jagd aus ethischen Gründen ablehnen, können jetzt bei der unteren Jagdbehörde einen Antrag stellen, dass Ihr Grundstück jagdrechtlich befriedet wird.

Immer mehr Grundstückseigentümer wollen nicht länger hinnehmen, dass bewaffnete Jäger ihr Grundstück betreten, dort Schießtürme errichten, Fallen aufstellen, Futterstellen anlegen, Gesellschaftsjagden abhalten sowie Wildtiere und Haustiere (Katzen und Hunde) töten. Denn jeder Eigentümer einer Wiese, eines Feld oder Waldgrundstücks, das außerhalb der Ortschaft liegt und nicht befriedet ist, ist zwangsweise Mitglied in einer so genannten Jagdgenossenschaft.

Europäischer Gerichtshof: Zwangsbejagung verstößt gegen Menschenrechte

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte am 26.06.2012 entschieden, dass die Zwangsmitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft gegen die Menschenrechte verstößt, sofern der Grundeigentümer die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt.

Es ist nicht mit dem in der Menschenrechtskonvention garantierten Schutz des Eigentums zu vereinbaren, wenn Grundstückseigentümer zwangsweise Mitglied in einer Jagdgenossenschaft sind und damit die Jagd auf ihrem Grund und Boden gegen ihren Willen dulden müssen.

Austritt jetzt möglich!

Aufgrund des Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte wurde die Bundesrepublik Deutschland verpflichtet, ihre Jagdgesetzgebung entsprechend zu ändern. Am 6.12.2013 tritt das »Gesetz zur Änderung jagdrechtlicher Vorschriften« in Kraft. Grundstückseigentümer, welche die Jagd aus ethischen Gründen ablehnen, können ab sofort bei ihrer zuständigen unteren Jagdbehörde einen Antrag stellen, dass ihr Grundstück jagdrechtlich befriedet wird.

Da von Politikern zugegeben wurde, dass die neuen Regelungen den Grundeigentümern den Austritt aus der Jagdgenossenschaft möglichst schwer machen sollen, sind dabei einige wichtige Punkte zu beachten.

Gewissensprüfung durch Jagdbehörde

Die Grundstückseigentümer müssen zunächst glaubhaft machen, dass Sie die Jagd aus ethischen Gründen ablehnen. Dazu sollten objektive Umstände geschildert werden, die zu dieser Gewissensentscheidung geführt haben: wie Ablehnung der Jagd, Bedrohung durch Jäger, Ablehnung der Tötung von Tieren, Vegetarismus etc.

Zeitpunkt der Befriedung Ihres Grundstückes

Das neue Gesetz sieht vor, dass grundsätzlich solange mit der Befriedung eines Grundstückes abgewartet werden muss, bis der Jagdpachtvertrag abgelaufen ist, was viele Jahre dauern kann. Grundstückseigentümer sollten daher in ihrem Antrag unbedingt darauf hinweisen, dass es für sie aufgrund ihres schweren Gewissenskonflikts unzumutbar ist, den Ablauf des Jagdpachtvertrages abzuwarten, und dass sie notfalls hiergegen gerichtliche Schritte einleiten werden, weil dieses Abwarten nicht mit der Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Einklang zu bringen ist. Die untere Jagdbehörde darf nämlich bei ihrer Entscheidung auch auf das Ende des Jagdjahres abstellen. Es ist daher wichtig, dass Grundstückseigentümer ihren Antrag rechtzeitig vor Ablauf des Jagdjahres (31.03.) stellen.

Haftung für Wildschäden

Um Grundstückseigentümer davon abzuhalten, ihr Menschenrecht wahrzunehmen, sollen diese nach Befriedung ihres Grundstückes unter Umständen für Wildschäden haften, die auf anderen Grundstücken entstehen. Tier- und Naturfreunde sollten sich von dieser Drohgebärde nicht einschüchtern lassen. Die bundesweite Bürgerinitiative Zwangsbejagung ade hat angekündigt, dass sie hierzu die notwendigen Musterklagen führen wird.

Initiative zur Abschaffung der Jagd

In der Bürgerinitiative Zwangsbejagung ade haben sich Grundstückseigentümer aus ganz Deutschland zusammengeschlossen, die ihren Wald, ihre Wiesen und Felder nicht länger bejagen lassen wollen. Sie führen entsprechende Musterverfahren und unterstützen Grundstückseigentümer mit ihrem Fachwissen. Unterstützt wird dieses Vorhaben von der Initiative zur Abschaffung der Jagd und Wildtierschutz Deutschland e.V.

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