Dienstag, 30. Mai 2017


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Münster stärkt Trichet den Rücken

Trotz Konjunkturschwäche: Unternehmer nicht für Leitzinssenkung

(lifePR) (Münster, ) Das globale Finanzsystem droht zu kollabieren, aber münsterländische Unternehmer behalten die Nerven. Bisher schien sich der EZB-Präsident Jean-Claude Trichet mit seiner straffen Geldpolitik keine Freunde gemacht zu haben. Jetzt hat der scheinbar Isolierte überraschend Rückenwind aus der Westfalenmetropole bekommen. Bei einer Umfrage unter Unternehmern aus der Region stimmten lediglich 35 Prozent mit "Ja" für eine Leitzinssenkung.

Die Nerven an den Börsen liegen blank: Mit dem Drama um die amerikanischen Investmentbanken Lehmann Brothers und Merrill Lynch hat die globale Finanzmarktkrise einen neuen Höhepunkt erreicht. Um das Feuer zu löschen, hat die EZB den Geschäftsbanken 30 Milliarden Euro an liquiden Mitteln zur Verfügung gestellt. Zu wenig, meinen Kritiker aus Politik und Wirtschaft - eine Leitzinssenkung müsse her, damit ein Ruck durch den Markt geht.

Anders scheinen das die Unternehmer aus der Großregion Münster zu sehen: Bei einer aktuellen Studie des Wirtschaftsinformationsdienstes Münster (WID) anlässlich der Finanzmarktkrise äußerten sich zirka 150 Führungspersönlichkeiten aus der Wirtschaft zur brisanten Frage der Leitzinssenkung. Das Ergebnis: Zirka 35 Prozent der Befragten waren unentschlossen, 30 Prozent stimmten sogar mit einem "Nein".

Hintergrundinformation:

Die volkswirtschaftliche Theorie hätte ein anderes Resultat vermuten lassen: Bei einer Leitzinssenkung werden nämlich Kredite und somit auch Investitionen günstiger. Die Haushalte sparen weniger und konsumieren mehr. Im Idealfall steigt die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen - die Konjunktur wird angekurbelt. Warum sich die Unternehmer angesichts der schwachen Wirtschaft dennoch in der Frage der Geldpolitik uneinig sind, liegt in der Gefahr der hohen Verbraucherpreise. Für diese haben die EZB-Experten für das Jahr 2008 eine Teuerungsrate von zirka 3,5 prognostiziert. Im Falle einer Leitzinssenkung wird Geld preiswerter, die Inflation steigt. Das Hauptmandat der EZB ist jedoch Preisniveaustabilität. Offensichtlich ist ein großer Teil der Unternehmer trotz der Krise für eine Aufrechthaltung der geldpolitischen Freiheit der Zentralbank.

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