Samstag, 21. Oktober 2017


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Gemeinsam für eine starke Wirtschaftsregion

Industrie- und Handelskammern Bodensee-Oberschwaben und Schwaben kooperieren im grenzübergreifenden Raum entlang der Bundesautobahn A 96

Lautrach, (lifePR) - Im November vergangenen Jahres wurde die Bundesautobahn A 96 fertig gestellt. In diesem grenzübergreifenden Raum verläuft die Entwicklung sehr dynamisch: Es gibt viele regionalwirtschaftliche Verflechtungen und die wirtschaftlichen Kennzahlen sind durchweg besser als die Deutschlands, Westdeutschlands und überwiegend sogar der Länder Baden-Württemberg und Bayern. Die beiden Industrie- und Handelskammern (IHKs) Bodensee-Oberschwaben (Weingarten) und Schwaben (Augsburg) wollen dieser engen Verflechtung durch eine intensive Zusammenarbeit ab sofort Rechnung tragen. Dies teilten IHK-Vertreter bei einem Pressegespräch auf Schloss Lautrach mit.

"Aus den positiven Erfahrungen in der Allgäu-Initiative mit der Bündelung von Kräften aus den vier Allgäu-Landkreisen heraus haben wir erkannt, dass wir in dem wirtschaftsstarken Raum zwischen den beiden Metropolregionen München und Stuttgart die Wirtschaftsaktivitäten mit der baden-württembergischen Seite verstärken müssen", berichtete Gerhard Pfeifer, Vizepräsident der IHK Schwaben und Vorsitzender der Regionalversammlung Memmingen und Unterallgäu. Über das Friedrichshafener Institut für Familienunternehmen der Zeppelin University gebe es bereits Kontakte, so Pfeifer weiter. Diese sollen nun in verschiedenen Bereichen intensiviert werden.

Der Lückenschluss der Autobahn A 96 schaffe eine Verbindung zwischen den beiden Ländern Baden-Württemberg und Bayern und definiere gleichzeitig eine Entwicklungsachse, sagte Professor Dr. Peter Jany, Hauptgeschäftsführer der IHK Bodensee-Oberschwaben, und betonte: "Diese Region kann sich sehen lassen." Trotz ländlicher Strukturen weise sie eine beachtliche wirtschaftliche Dynamik auf. Der untersuchte Raum mit den kreisfreien Städten Memmingen und Kempten sowie den Landkreisen Unterallgäu, Oberallgäu, Lindau, Ravensburg und dem Bodenseekreis umfasst rund 5500 Quadratkilometer und 954.000 Einwohner (Tendenz steigend, entgegen dem Bundestrend). Das Bruttoinlandsprodukt liegt bei 30 Milliarden Euro, die Zahl der Erwerbstätigen bei knapp 490.000. "Insgesamt deckt dieser Raum bei den wichtigen Strukturmerkmalen einen Anteil von rund 4 Prozent in Süddeutschland ab", so Jany. Auch im Bereich Fremdenverkehr, beim Wirtschaftswachstum, bei der Beschäftigtenentwicklung und der Steuereinnahmekraft hat die Entwicklungsachse entlang der A 96 die Nase vorn. Die dortige Arbeitslosenquote liegt unter der von Süddeutschland, Bayern und Baden-Württemberg. Beeindruckend sei auch die intensive Pendlerverflechtung, berichtete Markus Anselment, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Schwaben. Rund 25.200 baden-württembergischen Einpendlern nach Bayern stehen 33.400 bayerische Auspendler nach Baden-Württemberg gegenüber.

Dominiert werde die Region vom produzierenden Gewerbe, sagte Gerhard Pfeifer. Neben den Bereichen Maschinenbau, Metallverarbeitung und Elektrotechnik spielten im Norden auch der Sonderfahrzeugbau und das Ernährungsgewerbe eine große Rolle. "Gerade im Bereich der Beschäftigtenentwicklung ist die Produktion eine wichtige Option", betonte Pfeifer. Mittels einer Umfrage sei jetzt beabsichtigt, die Verflechtungsmuster der Unternehmen auf beiden Seiten der Landesgrenze näher zu durchleuchten. Dringend Handlungsbedarf bestehe im Bereich Verkehrsinfrastruktur. Dass eine so starke wirtschaftliche Region bislang ohne jede elektrifizierte Bahnstrecke sei, sei in Deutschland einmalig, kritisierte Pfeifer.

Schon seit längerem gebe es eine "gemeinsame Gesprächsachse" der beiden IHKs, berichtete Heinrich Grieshaber, Präsident der IHK Bodensee-Oberschwaben. Mit gemeinsamen Veranstaltungen und Weiterbildungen, gemeinsamen Sitzungen von Haupt- und Ehrenamt, gemeinsamen Messeauftritten und weiteren Gemeinschaftsaktivitäten soll die begonnene Zusammenarbeit nun intensiviert werden. Auch Synergieeffekte seien denkbar. So verfüge die IHK Schwaben beispielsweise über ein Büro für Arabien, das künftig von beiden Kammern genutzt werden könne, während bei der IHK Bodensee-Oberschwaben die Einrichtung eines Büros mit ergänzendem Länderschwerpunkt denkbar sei. Von speziellen Leistungen der einzelnen Kammern könnten beide IHKs profitieren, so Grieshaber. Durch die Zusammenarbeit soll ein tragfähiges, effektives und gut funktionierendes Netzwerk entstehen. "Wir werden uns gemeinsam für die Region stark machen und mit einer Stimme unseren Anliegen mehr Gewicht verleihen."

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