Dienstag, 28. Februar 2017


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Gründermisere statt Gründerzeit

IHK startet Offensive für Start-ups

(lifePR) (Heidenheim, ) Deutschland steckt in einer Gründungsmisere. Das vierte Jahr in Folge gab es weniger Gewerbeanmeldungen in Deutschland, so das Ergebnis des neuen DIHK-Gründerreports 2015. Auch in Ostwürttemberg wurde der zweitniedrigste Wert der letzten zehn Jahre registriert. Die IHK startet daher nach der Sommerpause eine Gründungsoffensive für die Region.

Die bundesdeutsche Entwicklung einer sehr schwachen Gründungsneigung spiegelt sich auch in Ostwürttemberg wider. Mit nur 3.085 Gewerbeanmeldungen, darunter 2.453 echte Neugründungen und 299 Übernahmen wurde in Ostwürttemberg die zweitschlechteste Gründungsdynamik der letzten zehn Jahre registriert. Markus Schmid, Leiter des IHK-Geschäftsfelds Existenzgründung und Unternehmensförderung: "Als wichtige Ursachen für diese Entwicklung gelten die Demografie und die gute Konjunktur, welche die Gründungslust bremsen". Erfreulich ist jedoch die gestiegene Qualität bei den Gründungen. 59 Prozent der von der IHK beratenen Existenzgründerinnen und -gründer starteten aus unternehmerischem Antrieb heraus. Zunehmende Bedeutung haben für die Gründungsdynamik Menschen mit Migrationshintergrund. Sie machen bundesweit mittlerweile rund ein Fünftel aller Gründungsinteressenten in der Region aus. In Ostwürttemberg sind es sogar über 23 Prozent.

Die IHK-Organisation fordert die Politik dazu auf, innovativen Start-ups mehr Rückenwind zu geben. Bei allen Gesetzesvorhaben, aber auch bestehenden Gesetzen müssen Hemmnisse für Unternehmensgründer vermieden oder abgeschafft werden. So darf nach Auffassung der IHK-Organisation das Venture-Capital-Gesetz, das im Koalitionsvertrag verankert ist, nicht weiter auf die lange Bank geschoben werden. Fehlendes Wagniskapital ist insbesondere bei innovativen Start-ups ein wichtiger Finanzierungsbaustein. Außerdem sollten die Chancen von ausländischen Studierenden und Hochschulabsolventen an den deutschen Hochschulen genutzt werden: Ihnen sollte die Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit erleichtert werden. Auch bei der Dauer von Genehmigungsprozessen sehen die IHKs weitere Spielräume. So muss es Bund, Ländern und Kommunen ein Ziel sein, Gründungen inklusive aller erforderlichen Genehmigungen innerhalb eines Monats zu ermöglichen. Die IHKs stehen hier als Partner für die geplanten One-Stop-Agenturen, die von der Erstauskunft über den Businessplan-Check bis hin zur Gewerbeanmeldung die Gründungsinteressierten an die Hand nehmen, zur Verfügung. In diesem Zusammenhang sind vor allem die Bundesländer gefordert, den IHKs die rechtsgültige Bearbeitung von Gewerbeanzeigen zu ermöglichen. Um das Gründungsinteresse weiter zu steigern, gilt es auch, das Thema Selbstständigkeit in einem positiven Sinne an den Schulen und Hochschulen stärker zu vermitteln.

Die IHK Ostwürttemberg will das Gründungsinteresse auch in der Region steigern und startet daher nach der Sommerpause eine Offensive für Start-Ups. Hierbei sollen alle relevanten Partner und Institutionen des Gründungsnetzwerkes Ostwürttemberg eingebunden werden. Gemeinsam sollen Angebote überprüft und weiter entwickelt werden. Markus Schmid: "Im besonderen Fokus müssen wissensbasierte, innovative und technologieorientierte Gründungen sein. Hier hat die Region Nachholbedarf und dies eröffnet enorme Potenziale für die Stärkung des Mittelstandes in Ostwürttemberg."

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