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Pressemitteilung BoxID: 348974 (Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold)
  • Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold
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  • 32760 Detmold
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IHK-Umfrage zu Rohstoffkosten in Unternehmen

Lippische Unternehmen fordern: Spekulation mit Rohstoffen stoppen!

(lifePR) (Detmold, ) Hohe Rohstoffpreise beeinträchtigen in 70 Prozent der lippischen Unternehmen zunehmend das Geschäft. Das werde sich noch verschärfen glauben vier von fünf Firmen, die langfristig weiter steigende Preise fürchten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe). Insgesamt hatte die IHK 1.700 Unternehmen angeschrieben, 53 Unternehmen aller Branchen und Größenordnungen haben sich beteiligt.

"Rohstoff- und Materialkosten sind für das Verarbeitende Gewerbe der mit Abstand größte Kostenfaktor", weiß Matthias Carl, Umwelt- und Energiereferent bei der IHK Lippe. Zwischen 30 bis teils über 50 Prozent ihrer Gesamtkosten geben knapp drei Viertel der lippischen Industrieunternehmen dafür aus. Beim Bezug der Rohstoffe hängt ein Großteil der Firmen inzwischen von den internationalen Rohstoffmärkten ab - und die sind teils hoch spekulativ. Die Unternehmen fordern deshalb die Politik zum Handeln auf. Gefordert werden Maßnahmen zum Stopp der Spekulation mit Rohstoffen und ein freier Rohstoffhandel. Eine europaweite Steuer auf Rohstoffe lehnen fast alle Unternehmen ab.

Um sich nicht nur auf die Politik zu verlassen, ergreifen viele Unternehmen inzwischen Maßnahmen, um die Kosten- und Versorgungsrisiken zu begrenzen. Die deutliche Mehrheit der Betriebe setzt dabei auf die Suche nach alternativen Lieferanten. Die Industrieunternehmen wollen die Kosten zudem vermehrt durch langfristige Lieferverträge, Preisgleitklauseln oder Vereinbarungen mit dem Kunden stabilisieren.

60 Prozent der Industriebetriebe wollen außerdem ihre Prozesse noch ressourceneffizienter gestalten. Die Möglichkeiten zur Materialeinsparung werden dabei - bezogen auf alle Branchen - sehr unterschiedlich eingeschätzt. Die Hälfte der Unternehmen sieht noch Potenziale: Sie liegen zwischen zwei bis fünf Prozent, aber teilweise auch über 10 Prozent. "Das klingt zwar nicht viel", erläutert Matthias Carl, "kann aber gemessen am Kostenanteil im Betrieb ein wichtiger Beitrag zur Ertragssteigerung des Unternehmens sein." Auffällig: Über zwei Drittel der kleineren Unternehmen (bis 50 Beschäftigte) sind nach eigenen Angaben beim Thema Materialeinsparung sehr gut aufgestellt, Einsparungen seien hier kaum oder gar nicht möglich. Bei den größeren Unternehmen (ab 51 Beschäftigte) sagen das nicht einmal 7 Prozent.

Alle Ergebnisse und Grafiken: www.detmold.ihk.de/de/innovation-und-umwelt/energie/aktuelles/47/1794