Montag, 23. Juli 2018


  • Pressemitteilung BoxID 396461

IHK-Exportstammtisch informiert sich über Japan

"Japaner kaufen nur bei Japanern"

Detmold, (lifePR) - Der japanische Markt ist ein schwieriges Pflaster für lippische Mittelständler. Zu dieser Erkenntnis kamen die Mitglieder des Exportstammtisches der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold. Bei ihrem letzten Treffen bei der ISRINGHAUSEN GmbH & Co. KG in Lemgo diskutierten sie mit Markus Schürmann, stellvertretender Delegierter der deutschen Industrie- und Handelskammer in Tokio. Der Experte hatte vormittags in der IHK lippische Unternehmen in Einzelgesprächen beraten und sich nachmittags mit den Exportvertretern getroffen. "Für den Einstieg in den japanischen Markt sollten Sie mindestens drei Jahre Startzeit einplanen", war sein erster Rat an die Unternehmensvertreter. "Und gehen Sie davon aus, dass Sie vor Ort einen Dolmetscher brauchen." Japaner seien erstaunlich wenig international, räumte er mit einem weit verbreiteten Irrtum auf. Geschäftssprache sei in der Regel japanisch, nicht englisch.

Gastgeber Michael Eckardt, Key Account Manager bei ISRI, konnte reichlich eigene Erfahrungen zum Thema beisteuern. Seit 1975 arbeitet der Sitzhersteller für Nutzfahrzeuge mit einem japanischen Lizenzpartner zusammen. Seit 2010 besteht eine Verkaufs-Niederlassung in Nagoya und Tokio, ein deutscher Mitarbeiter ist seitdem ständig vor Ort. Mindestens dreimal pro Jahr sind Mitarbeiter aus Lemgo in Japan, "und zwar nicht nur zum Verkaufen", betonte der Vertriebsmann. Um auch interkulturell für das Japan-Geschäft fit zu bleiben, hatte ISRI erst im letzten Jahr in Lemgo ein entsprechendes Training durchgeführt - "absolut zu empfehlen", so Eckardt.

Geselligkeit am Ende eines Arbeitstages sei Japanern extrem wichtig, weiß der Vertriebsprofi. "Wenn Sie von Ihrem Geschäftspartner eingeladen werden, müssen Sie mit - egal ob Sie gerade einen langen Flug oder anstrengende Verhandlungen hinter sich haben." Auch das kleine Geschenk zur Begrüßung dürfe nicht fehlen. Gewöhnungsbedürftig sei auch die Genauigkeit der Japaner. "Sie sind sehr akribisch, wollen immer alles ganz genau wissen und akzeptieren keine Abweichung von der Zeichnung," wie Michael Eckardt an einem typischen Beispiel darstellte.

Aus Lippe sind derzeit nur knapp 50 Unternehmen im japanischen Markt aktiv. Das ist manchmal ein hartes Brot, wusste ein Teilnehmer des Stammtisches zu berichten. Sein Unternehmen hatte sich in Japan an einer Ausschreibung beteiligt. "Ich weiß, dass wir das beste Angebot hatten. Den Zuschlag hat aber trotzdem ein japanischer Konkurrent erhalten." Durchaus typisch, bestätigt Michael Eckardt. "Japaner kaufen eigentlich nur bei Japanern. Deshalb brauchen Sie gute Kontakte, Netzwerkkenntnisse und müssen vor allem auch einen guten Service bieten."

Um die Eingangshürden besser zu bewältigen, sollte man sich in Japan auf jeden Fall einen Partner suchen. Allerdings solle man sich nicht zu schnell exklusiv an ihn binden. "Lassen Sie ihn sich das Vertrauen erst verdienen", empfahl Marcus Schürmann. Eventuell könne auch der Kontakt zu einem der großen japanischen Handelshäuser lohnenswert sein.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Basiswissen Veranstaltungstechnik

, Bildung & Karriere, ebam GmbH

Veranstaltungsplaner sind für vieles zuständig, für manches holen sie sich die richtigen Dienstleister. So etwa für die Technik, die für das...

"Das ist gelebte Verantwortung": Vogel Azubis spenden 25.000 Euro

, Bildung & Karriere, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG

Die Auszubildenden der „Würzburger Medienakademie“ (WÜma) aus dem Schwerpunktunternehm­en Vogel Communications Group und die Auszubildenden von...

Zeitgerechte Qualifizierung für Fach- und Führungskräfte in der Musikbranche: Musikfachwirt (IHK)

, Bildung & Karriere, ebam GmbH

Seit dem Jahr 2000 gibt es für die Musikwirtschaft im Wesentlichen zwei Ausbildungsberufe, die die Bedürfnisse der Branche abdecken: Kaufmann...

Disclaimer