Dienstag, 28. Februar 2017


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Sinkende Gründerlust in der Region

IHK Heilbronn-Franken spürt Konjunkturaufschwung

(lifePR) (Heilbronn, ) In Zeiten brummender Konjunktur sinkt die Zahl der Unternehmensgründungen. Die Fachberater der IHK Heilbronn-Franken verbuchten deshalb auch im Jahr 2007 - übrigens zum dritten Mal in Folge - weniger Gespräche mit Existenzgründern. Gleichzeitig steigt aber die Qualität angehender Unternehmer in der Region. Fazit: Der Boom der "Notgründungen" weicht solideren Geschäftsmodellen.

750 persönliche Einzelgespräche mit Existenzgründern wurden im vergangenen Jahr bei der IHK Heilbronn Franken geführt. Das sind 10,3 Prozent weniger Beratungen als im Vorjahr.

Auch die KfW-Bankengruppe berichtet in ihrem bundesweiten Gründungsmonitor davon, dass 21 Prozent weniger Männer und Frauen ein eigenes Unternehmen gegründet hätten. Die Erklärung auch hier: Mit der guten Wirtschaftslage verbessern sich Job-Perspektiven - insbesondere für qualifizierte Fachkräfte.

Nur noch jeder zweite Vollerwerbs-Gründer gebe an, seinen Schritt aus der Not heraus zu vollziehen, so die KfW-Bankengruppe. "Eine Entwicklung, die auf unsere Region absolut übertragbar ist", so IHK-Hauptgeschäftsführer Heinrich Metzger.

Förderbedingungen schärfer geworden
30 Prozent weniger Arbeitslose ersuchten in der Region Heilbronn-Franken im Jahr 2007 "ihre" IHK um eine Stellungnahme zu ihrem Förderantrag. 201 waren es im vergangenen Jahr. Dass sich die gesetzlichen Anforderungen für die Genehmigung von Fördergeldern verschärft haben, lässt die Gründerlust zusätzlich sinken. Mit dem seit Jahresmitte 2006 eingeführten "Gründungszuschuss" sind frühere Ich-AG und das Überbrückungsgeld weggefallen.

Dabei stellt die IHK fest, dass Businesspläne immer solider durchgerechnet und gestaltet sind. Die IHK-Gründungsexperten müssen zurzeit nur noch jedes dritte Geschäftskonzept bemängeln. Dass Produktideen klarer formuliert werden, ist ein Verdienst einer passgenauen Beratung und Betreuung, auch durch die IHK Heilbronn-Franken.

Die IHK warnt jedoch davor, erfolgreiche Existenzgründungen als Selbstläufer zu sehen. "Die zurzeit sinkende Gründerlust muss zu denken geben", so IHK-Hauptgeschäftsführer Heinrich Metzger.

"Wir brauchen die Erkenntnis, dass es Freude macht und Respekt verdient, neue Ideen in eigener Verantwortung umzusetzen." Nicht mehr Furcht vor Erwerbslosigkeit, sondern unternehmerische Energie müsse das Gründungsgeschehen in Zukunft bestimmen.

Kultur der Selbstständigkeit schaffen
Gefragt ist aus Sicht der Wirtschaft - schon in der Bildungsphase junger Menschen - eine neue Kultur der Selbstständigkeit. Ohne unternehmerisches Bewusstsein gelingt kaum ein Start in die freie Wirtschaft. Durch eine Vielzahl von Projekten, zum Beispiel im regionalen Pakt Zukunft und in Gründungsplanspielen für Schüler, unterstützt die IHK diesen nötigen Gesellschaftswandel.

Hinzu kommen müssen wichtige Weichenstellungen in der Bundespolitik, insbesondere bei der Unternehmenssteuerreform.

Die Begrenzung des Verlustvortrages muss verschwinden - weil gerade Technologie-Gründer meist lange Vorlaufzeiten brauchen, um kapitalintensive Projekte zur Marktreife zu bringen.

Eine weitere Hürde der Unternehmenssteuerreform: Mit der ausgeweiteten Besteuerung von Kosten bei der Gewerbesteuer werden viele Gründer gezwungen, Steuern an den Fiskus abführen, selbst wenn sie keinen geschäftlichen Gewinn ausweisen. Die IHK fordert daher, Hinzurechnungen von Miet-, Pacht und Leasinganteilen ersatzlos zu streichen.

Ebenfalls abgeschafft gehört die "Einnahme-Überschussrechnung" für Kleinunternehmer. Dieses Pflichtformular ist ohne Steuerberater kaum zu bewältigen.

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