Umfrage der IHKn in Sachsen-Anhalt zur Tourismuswirtschaft

Angespannte wirtschaftliche Lage trotz steigender Übernachtungszahlen / Rauchverbot drückt Umsätze in der Gastronomie

(lifePR) ( Halle/Magdeburg, )
Die Tourismuswirtschaft in Sachsen-Anhalt ist mit der abgelaufenen Wintersaison 2007/2008 nicht zufrieden gewesen und auch mit Blick auf die laufende Sommersaison 2008 pessimistisch, so lautet das Ergebnis einer aktuellen Saisonumfrage der Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in Sachsen-Anhalt (LAG) unter ca. 150 Gastronomen, Hoteliers und Reisebüros im Land.

"Wenn die Lebenshaltungskosten steigen, dann wird zuerst beim Urlaub und beim Restaurant- und Kneipenbesuch gespart. Hinzu kommen seit Jahresbeginn Umsatzrückgänge wegen des Rauchverbots. Es ist also nicht verwunderlich, dass trotz weiter steigender Übernachtungszahlen die Stimmung bei vielen Gastwirten und Hoteliers pessimistisch ist", so Reinhard Schröter, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Halle-Dessau. Trotz des Spitzenergebnisses von mehr als 6,5 Millionen Übernachtungen im Jahr 2007 in Sachsen-Anhalt (plus 1,7 Prozent zum Vorjahr) und eines erneuten leichten Wachstums in den ersten vier Monaten dieses Jahres sei nach LAG-Angaben der aktuelle Geschäftsklimaindex sowohl bei den Gastronomie- als auch bei den Beherbergungsbetrieben deutlich unter den der letzten Sommersaison 2007 und auch unter den der letzten Wintersaison 2006/2007 gesunken. Nur bei den Reisebüros und Reiseveranstaltern entwickle sich seit der Wintersaison 2006/2007 das Geschäftsklima positiv.

"Auch wenn die Übernachtungszahlen weiter gestiegen sind, die Bettenauslastung in Sachsen-Anhalt liegt aktuell immer noch mehr als fünf Prozentpunkte unter dem Bundesdurchschnitt von 38 Prozent und die Umsätze in der gesamten Branche stagnieren", so Schröter weiter. Besonders die getränkegeprägte Gastronomie habe 2007 Umsatzrückgänge von knapp 20 Prozent verkraften müssen. Dieser Negativtrend setzte sich im ersten Quartal 2008 vor allem wegen des Rauchverbots mit einem weiteren Minus von mehr als sieben Prozent fort. Erhebliche Umsatzrückgänge einerseits und steigende Kosten vor allem für Energie andererseits, würden nach LAG-Meinung in vielen Betrieben kaum noch Gewinne ermöglichen. Dennoch würde eine Mehrheit der Unternehmen, vor allem auf Grund des harten Wettbewerbs, die Preise stabil halten wollen. In dieser angespannten wirtschaftlichen Lage sei es nicht verwunderlich, dass ein Drittel der Gastronomieunternehmen einen Personalabbau plane: Drei Mal mehr als noch nach der Sommersaison 2007. Auch die Beherbergungsunternehmen planten einen deutlicheren Personalabbau als noch vor einem halben Jahr.

In den einzelnen Tourismusregionen des Landes sei das vergangene Jahr nach aktuellen Angaben durchaus unterschiedlich verlaufen: Während die Übernachtungszahlen in der Altmark um 4,0 Prozent, in der Region "Halle, Saale, Unstrut" um 2,9 Prozent und in der Region "Magdeburg, Elbe-Börde-Heide" um 2,3 Prozent im Vergleich zu 2006 angestiegen wären, sei das Wachstum im sachsen-anhaltischen Bereich des Harzes mit 1,0 Prozent deutlich geringer ausgefallen. In der Region Anhalt-Wittenberg habe es mit einem Plus von nur 0,4 Prozent eine faktische Stagnation bei den Übernachtungen gegeben. In allen Tourismusregionen mit Ausnahme der Region "Magdeburg, Elbe-Börde-Heide" überwiege die Zahl der Unternehmen mit einer schlechten Geschäftslage. Mit Blick nach vorn sind die Geschäftserwartungen der Unternehmen in den Regionen "Magdeburg, Elbe-Börde-Heide" und "Halle, Saale, Unstrut" dennoch deutlich positiver als die der Unternehmen im Harz, in der Altmark und in Anhalt-Wittenberg.

Bei vielen Reisebüros und -veranstaltern seien die Umsätze gestiegen oder zumindest gleich geblieben. Dennoch meldeten die Hälfte der Unternehmen in diesem Bereich wegen gestiegener Kosten gesunkene Gewinne. Der seit der Wintersaison 2006/2007 anhaltende Trend einer stabilen Geschäftslage habe sich insgesamt verfestigt. Das Buchungsverhalten der Urlauber sei jetzt grundsätzlich nicht anders. Es bleibe abzuwarten, ob sich die Strategie der großen Reiseveranstalter mit zum Teil umfassenden Frühbucherrabatten und Zusatzleistungen anstelle deutlich preisreduzierter Last-Minute-Angebote langfristig im Buchungsverhalten niederschlagen werde. Trotz besserer Stimmung bei den Reisbüros und -veranstaltern überwiege mit Blick in die Zukunft die Zahl derjenigen, die keine besseren Geschäfte für die laufende Sommersaison 2008 erwarten würden. Ein Grund dafür sei zu erwartende höhere Preise für Flugreisen durch steigende Kerosinzuschläge bei gleichzeitig anhaltender Preissensibilität vieler Kunden. Dennoch würden vier von fünf Unternehmen keinen Personalabbau planen.

Die ausführlichen Ergebnisse der LAG-Umfrage sind im Internet unter www.halle.ihk.de und www.magdeburg.ihk.de abrufbar.

Die Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in Sachsen-Anhalt hat sich im Februar 1997 gegründet und vertritt die Interessen von über 96.000 Unternehmen in Sachsen-Anhalt. Die Landesarbeitsgemeinschaft dient vor allem deren politischer und fachlicher Vertretung gegenüber Bund und Land mit gemeinsamen Stellungnahmen und Umfragen zu Grundsatzfragen der Wirtschaftspolitik.
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