Fünf zentrale Forderungen

(lifePR) ( Essen, )
"Das Ruhrgebiet ist ein industrieller Ballungsraum von enor-mer Größe und herausragender Bedeutung für das gesamte Bundesland NRW. Der Regionalplan Ruhr muss vor diesem Hintergrund Zukunftsvorsorge leisten - er muss den Rahmen für stetiges Wachstum und Prosperität einer ganzen Region setzen. Dies ist die große Herausforderung, der sich der Re-gionalverband Ruhr (RVR) als Planungsbehörde zu stellen hat. Die Wirtschaft im Ruhrgebiet will mit dem ,Fachbeitrag Wirtschaft' ihren Beitrag leisten, damit dieses große Ziel er-reicht wird. Und ich bin sicher, der RVR nimmt die angebote-ne Hand auch an", so Helmut Diegel, Hauptgeschäftsführer der derzeit unter den Ruhr-IHKs federführenden Industrie- und Handelskammer Mittleres Ruhrgebiet, bei der offiziellen Übergabe des "Fachbeitrags der Wirtschaft zum Regional-plan Ruhr" an Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel am heutigen Donnerstag in Essen.

36/2012 14. Juni 2012 Der Regionalplan Ruhr wird die bislang fürs Ruhrgebiet gel-tenden räumlichen Teilfestlegungen der Regionalpläne der Bezirksregierungen Arnsberg, Düsseldorf und Münster sowie des Regionalen Flächennutzungsplans ersetzen. An-fang 2011 hatte der RVR die sechs Industrie- und Handels-kammern sowie die drei Handwerkskammern des Ruhrge-biets aufgefordert, sich mit einem "Fachbeitrag Wirtschaft" in diesen Erarbeitungsprozess einzubringen. Der 60-seitige Bericht wurde Ende April dieses Jahres fertig gestellt und beschreibt die Bedürfnisse, Perspektiven und die Erwartungen der Wirtschaft an die Festlegungen des Regionalplans. "Wir danken dem RVR für die Möglichkeit, uns bereits zu ei-nem sehr frühen Zeitpunkt der Erarbeitung einbringen zu können. Wir sehen damit unsere Mitarbeit aber nicht als be-endet an. Die Bedürfnisse der Wirtschaft müssen im Regio-nalplan zur Geltung kommen. Wir regen deshalb die Einrich-tung eines ,Konsultationskreises Regionalplan Ruhr' an, der aus Vertretern des RVR, der Ruhr-IHKs und der Handwerks-kammern besteht und das gesamte Verfahren zur Aufstel-lung des Regionalplans begleiten sollte", erklärte Karl-Friedrich Schulte-Uebbing, Hauptgeschäftsführer der IHK Nord-Westfalen, bei der Übergabe des Fachbeitrags.

Fünf zentrale Forderungen hat die Wirtschaft des Ruhrge-biets herausgearbeitet - im Einzelnen:
- Gewerblich-industrielle Entwicklung braucht Raum. In allen Städten und Gemeinden drohen Flächeneng-pässe, wenn der Regionalplan nicht zusätzliche Wirt-schaftsflächen ausweist. Nur mit dem Hinweis auf die Reaktivierung von Brachflächen sind aus Sicht der Wirtschaft im Ruhrgebiet die Anforderungen der Un-ternehmen nicht zu erfüllen. Aber ohne Raum keine Unternehmenserweiterungen oder -neuansiedlungen und damit keine neuen Arbeitsplätze.
- Das Ruhrgebiet kann nur Wirtschafts- und Logistik-standort Nr. 1 bleiben, wenn in die Infrastruktur inves-tiert wird. Die planerischen Voraussetzungen dafür muss der Regionalplan schaffen.
- Wenn der Strom nicht fließt, steht die Wirtschaft still. Vor dem Hintergrund des Ausstiegs aus der Kernenergie muss der Regionalplan Standorte für Kraft-werke und Stromtrassen erhalten sowie zusätzliche Standorte und neue Trassen ausweisen.
- Der klassische Einzelhandel gehört in die Citys und Stadtteilzentren. Neue Einzelhandelsansiedlungen in Gewerbe- und Industriegebieten haben zu unterblei-ben.
- Der Regionalplan Ruhr darf nicht für sich allein im Raum schweben - den Regionalplanern des RVR müssen die Schnittstellen zu den angrenzenden Re-gierungsbezirken bewusst sein. Viele Themen haben regionalplanübergreifende Bedeutung. Eine Abstim-mung der Planungsbehörden untereinander ist unver-zichtbar.

"So sehr wir es begrüßen, dass nun für das Ruhrgebiet ein Regionalplan aus einem Guss entworfen werden soll, sollten sich alle Beteiligten darüber klar sein, dass sie über den Tel-lerrand hinausblicken müssen. Der Regionalplan muss die Realitäten in den benachbarten Regionen zwingend aufgrei-fen", so die feste Überzeugung von Dr. Gerald Püchel, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Essen.

Hermann Eiling, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskam-mer Münster, erklärte abschließend für alle Kammern des Ruhrgebietes: "Uns ist bewusst, dass nicht nur wir klare Er-wartungen an die neue Regionalplanung haben, sondern auch andere. Im dicht besiedelten Ruhrgebiet ist der gerech-te Interessensausgleich schwierig. Dennoch ist ein hinrei-chend großes und differenziertes Angebot an gewerblichen Bauflächen für Industrie und Handwerk unverzichtbar. Mit planerischer Kreativität und städtebaulichem Mut haben wir die Chance dazu."

Und Karola Geiß-Netthöfel? Die Regionaldirektorin bedankte sich für das umfangreiche Papier und stellte fest, dass "sich mit den Interessensverbänden der Wirtschaft eine vertrau-ensvolle und fruchtbare Zusammenarbeit insbesondere bei dem Thema großflächiger Einzelhandel entwickelt hat. Zur Stärkung unserer Innenstädte ziehen wir hier bereits ge-meinsam an einem Strang. Der Fachbeitrag zum Regional-plan wird uns wertvolle Hinweise für das weitere Verfahren liefern. Hierfür geht mein ausdrücklicher Dank an die Ruhr-IHKs sowie die Handwerkskammern. Dem Fachdialog Wirt-schaft sehe ich auf dieser Basis mit großem Interesse entge-gen und freue mich auf die konstruktive Fortsetzung der Ge-spräche."
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