Dienstag, 21. November 2017


  • Pressemitteilung BoxID 536299

Wer bestellt bezahlt! Wirklich?

IHK Dresden befragt Immobilienmakler zum Bestellerprinzip

Dresden, (lifePR) - Den Bundesrates soll am 27. März eine Novellierung des Mietrechts passieren, konkret die Einführung der sog. Mietpreisbremse und des Bestellerprinzips. Letzteres regelt die Übernahme der Maklerprovision bei der Vermittlung von Mietwohnungen, das heißt, wer den Makler bestellt, soll ihn auch bezahlen. Bislang passiert das lediglich bei etwa jeder vierten Wohnungsvermittlung.

"Wer bestellt bezahlt? Auf den ersten Blick klingt das einleuchtend und marktwirtschaftlich zugleich." betont Grit Lehmann, Immobilienexpertin der IHK Dresden. Aber wozu führt das Bestellerprinzip in der täglichen Praxis tatsächlich? "Immerhin sind im Kammerbezirk Dresden rund 2.300 Firmen auf diesem Gebiet tätig. Wir wollten es daher genauer wissen, und haben eine Blitzumfrage unter unseren Mitgliedern aus der Immobilienbranche durchgeführt. Dass das Thema dort auf den Nägeln brennt, war uns bewusst, mit einer rekordverdächtigen Antwortquote von 87 % hätten wir aber nie gerecht." zeigt sich Grit Lehmann überrascht.

Gefragt nach den erwarteten Auswirkungen auf die Branche allgemein, entfiel mit 52 % der Antworten der größte Teil auf eine Reduzierung der am Markt tätigen Makler. 32 % der Befragten rechnen damit, dass Vermieter künftig versuchen werden, ihre Wohnungen selbst zu vermitteln, wobei mit 47 % aber fast jeder zweite Makler davon ausgeht, dass diese Vermieter letztlich wieder auf sie zurück greifen werden, da sie weder über die fachlichen noch über die personellen Voraussetzungen verfügen. 29 % der Befragten glauben, dass Vermieter weiterhin Makler beauftragen und die Provision über höhere Mieten umlegen werden. Ein genau so großer Anteil entfällt auf eine Wettbewerbsverschärfung unter den Maklern, die verstärkt über den Preis laufen wird. In etwa jeder Vierte (26 %) geht davon aus, dass vor allem Wohnungsgesellschaften zukünftig ihren Bestand wieder selber vermitteln.

In einem zweiten Fragenkomplex sollten sich die Makler zu den konkreten Auswirkungen auf ihr individuelles Geschäft äußern. Von einer Verschlechterung des Geschäftsverlaufs gehen dabei 33 % aus. Viele Makler haben sich bereits mit den Vermietern der durch sie betreuten Objekte in Verbindung gesetzt, bzw., wollen dies zeitnah tun, insbesondere, um ihre Leistungen noch einmal konkret darzustellen. Im Ergebnis gehen aber nur 30 % davon aus, dass dies auch dazu führen wird, dass die Vermieter sie weiterhin beauftragen, und demzufolge auch bezahlen werden. Für 28 % der befragten Makler wird die Neuregelung hingegen schon deswegen ohne Auswirkungen bleiben, da sie nur im Verkauf von Immobilien tätig sind. Dieser Anteil könnte allerdings wachsen, da 5 % der Antworten auf die Option entfielen, sich aus dem Vermietungsmarkt zurück zu ziehen, und künftig Provisionen nur noch über Verkäufe zu realisieren.

Grit Lehmann sieht in den Umfrageergebnissen eine realistische Einschätzung der Situation: "Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass in einem ersten Reflex manch ein Vermieter versuchen wird, sich die Kosten für den Makler zu sparen und die Wohnungen selbst zu vermieten. Das wird sicher eine Durststrecke für die Branche, während der auch der eine oder andere aufgeben wird. Letztlich werden aber viele Vermieter merken, dass sie das Ganze doch besser in die Hand eines Profis legen sollten, da Menschenkenntnis und langjährige Erfahrung auch ein wichtiger Schutz vor Fehlentscheidungen sind."

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

„Chefsache Gesundheit: Information – Motivation - Inspiration“

, Finanzen & Versicherungen, BKK ProVita

Am 7. November 2017 fand im Haus der Bayerischen Wirtschaft in München eine Informationsveransta­ltung über Betriebliches Gesundheitsmanagemen­t...

Aktion Pflanzenpower: Gesundes Essen in der Mittelschule Bergkirchen

, Finanzen & Versicherungen, BKK ProVita

Am vergangenen Freitag fand in der Mittelschule Bergkirchen eine Informations- und Kochveranstaltung im Rahmen der Aktion Pflanzenpower zur gesunden...

VW Bank - Widerruf Autokredit: erstes Landgericht gibt Klage statt

, Finanzen & Versicherungen, Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

Die Kanzlei Dr. Stoll & Sauer Rechtsanwaltsgesells­chaft mbH erstreitet bundesweit das erste Urteil aus einem Widerruf eines Autokredits gegen...

Disclaimer