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Pressemitteilung BoxID: 291007 (Industrie- und Handelskammer Chemnitz)
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IHK-Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2012: Anhaltendes Konjunkturhoch trotz zunehmender Verunsicherung

(lifePR) (Chemnitz/Dresden/Leipzig, ) Die sächsische Wirtschaft fährt auch zu Beginn des Jahres 2012 mit Vollgas. Die aktuelle Geschäftslage der Unternehmen ist hervorragend. 50 Prozent der befragten 1.856 Firmen aus den Wirtschaftsbereichen Industrie, Baugewerbe, Handel, Dienstleistungen und Verkehr, die mehr als 85.000 Arbeitskräfte beschäftigen, beurteilen ihre Lage als gut. Das ist ein neuer Höchststand in den Konjunkturumfragen der Industrie- und Handelskammern seit 1991.

Die Produktionskapazitäten in der Industrie sind mit 83 Prozent sehr gut ausgelastet, die Umsätze im In- und Ausland sind zweistellig gewachsen. Auch die Auftragsbücher der Firmen sind gut gefüllt und bestärken die Unternehmen in ihrer ungebrochenen Investitionsbereitschaft, die fast zwei Drittel der Befragten signalisieren.

Dieses anhaltende, erfreuliche Wirtschaftswachstum hat auch positive Wirkungen auf den sächsischen Arbeitsmarkt, von November 2010 bis November 2011 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Sachsen um 1,9 Prozent gewachsen.

Wo Licht ist, ist aber auch Schatten. Trotz der beeindruckenden Konjunktur sind die Erwartungen der sächsischen Unternehmen an ihre Geschäftsentwicklung in den nächsten Monaten verhalten.

"Dass die Geschäftsprognosen unserer Betrieben für 2012 schlechter ausfallen als die aktuell hervorragende Geschäftslage hat ganz wesentlich mit den unbefriedigenden wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen zu tun, die zum Teil wie Damoklesschwerter über den Unternehmen schweben", erklärt Franz Voigt, Präsident der IHK Chemnitz, im Namen der Landesarbeitsgemeinschaft der IHKs des Freistaates Sachsen.

Das Risikoradar der Konjunkturumfrage macht deutlich, mit welchen Hauptbelastungen die Unternehmen derzeit konfrontiert sind. Mit großem Abstand an der Spitze der Risiken liegt die Entwicklung der Energie- und Kraftstoffpreise, die 55 Prozent der Befragten auf Platz 1 der Risiken setzten, eine Steigerung von 8 Prozent gegenüber 2011. Die Unsicherheiten in Bezug auf die Binnennachfrage (44 Prozent) und die steigenden Rohstoffpreise (38 Prozent), sind die weiteren Hauptbelastungen.

"Es ist zwingend erforderlich, den Unternehmern das Vertrauen in die Wirtschaftspolitik zurückzugeben, vor allem in ihre Stabilität und Berechenbarkeit" mahnt Präsident Voigt.

Als Handlungsschwerpunkte sehen die Sächsischen IHKs:

Schnelle, dauerhafte Dämpfung und Senkung der Energie- und Kraftstoffpreise

Vor allem die internationale Wettbewerbsfähigkeit sächsischer Unternehmen, aber auch die Inlandsnachfrage werden durch die steigenden, mehrheitlich fiskalisch bedingten Preissteigerungen stark belastet. Die bundesweite Umlage der Netzausbaukosten, die Reform der EEG-Regelungen und ein wirtschaftlich optimaler Energiemix unter Einschluss der einheimischen Braunkohle stehen ganz oben auf der Prioritätenliste.

"Energiepolitik ist Standortpolitik, sie muss durch strategische, langfristig stabile Rahmenbedingungen Investitionssicherheit schaffen und nicht durch wechselnde Botschaften verunsichern" erklärt der Präsident der IHK Chemnitz unmissverständlich.

Klare Zielvorgaben und verstärke Anstrengungen zur Fachkräftesicherung

Die Konjunkturanalyse zeigt ein deutliches Anwachsen des Fachkräfteproblems, vor allem im Industrie- und Dienstleistungsbereich. Nicht besetzte Ausbildungsplätze und deutlich steigende Zeitaufwände bei der Stellenbesetzung wichtiger Berufsgruppen belegen die Brisanz des Themas. Deshalb erwarten die Sächsischen IHKs klare Zielvorgaben für die Verbesserung der Ausbildungsreife sächsischer Schulabgänger und für die Senkung der hohen Abbruchquoten in allen Ausbildungsberufen.

"Diese Ressourcenverschwendung im Personalbereich können wir uns in der jetzigen Situation nicht mehr leisten" betont Voigt.

Schnelle Verabschiedung wichtiger wirtschaftsrelevanter Strategien des Freistaates

Die Sächsische Staatsregierung erarbeitet zurzeit mehrere Strategien von denen sich die Wirtschaft maßgebliche Verbesserungen bezüglich der gesamten Risikofaktoren erwartet. Die Sächsischen IHKs drängen daher auf die zügige Verabschiedung der Innovations-, Energie-, Rohstoff- und Fachkräftestrategie sowie deren mittelstandsfreundliche Umsetzung.

Frühzeitige Vorbereitung des Freistaates auf die neue EU-Förderperiode 2014 - 2020

"Wir begrüßen die begonnene zielgerichtete Vorbereitung des Sächsischen Wirtschaftsministeriums auf die neue EU-Strukturfondsperiode 2014 - 2020 und werden uns aktiv in diesen Prozess einbringen" verspricht Präsident Voigt für die Arbeitsgemeinschaft der Sächsischen IHKs.

Vor dem Hintergrund geringerer Zuschüsse aus Brüssel besitzen für die Kammern die konsequente Orientierung auf die kleinen und mittleren Unternehmen, der Erhalt und Ausbau einer innovativen exportstarken Wirtschaft und die Einstufung des Freistaates als einheitliche Förderkulisse höchste Priorität.