Samstag, 18. November 2017


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IHK-Konjunkturumfrage im Herbst 2014: Dämpfer für sächsische Konjunkturentwicklung erwartet

Chemnitz/Dresden/Leipzig, (lifePR) - Die Stimmung in der gewerblichen Wirtschaft in Sachsen hat sich in den vergangenen Monaten kräftig eingetrübt und lässt eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung für die kommenden zwölf Monate erwarten. Dies zeigen die aktuellen Einschätzungen von 1 705 Unternehmen aus Industrie, Baugewerbe, Einzel- und Großhandel, Dienstleistungen und Verkehr mit ca. 95 000 Beschäftigten.

Während sich die Geschäftslage bisher nur geringfügig verschlechtert hat - der Anteil mit einer guten Lageeinschätzung fiel lediglich um 5 Prozentpunkte auf nunmehr 45 Prozent -, ist vor allem die noch im Frühjahr erkennbare große Zuversicht in die konjunkturelle Entwicklung einem aktuell erheblich skeptischeren Geschäftsausblickin allen befragten Wirtschaftsbereichen gewichen. Insbesondere die Vielzahl der geopolitischen Krisenherde belastet zunehmend die Stimmung der sächsischen Unternehmen und erschwert zuverlässige Prognosen. Nur noch 17 Prozent der Firmen rechnen mit einer besseren Geschäftsentwicklung als bisher - genauso viele erwarten einen ungünstigen Verlauf. Der Saldo der Geschäftserwartungen fällt daher massiv um 15 auf nunmehr 0 Prozentpunkte. Neben den globalen Risiken betrachten viele Unternehmen auch den durch den Mindestlohn zu erwartenden Anstieg der Arbeitskosten mit Sorge.

Der IHK-Konjunkturklimaindex sinkt um 10 auf 117 Punkte.

Die Branchen

Bei einer etwas schwächeren aber immer noch guten Lagebeurteilung haben sich in allen befragten Wirtschaftsbereichen die Geschäftserwartungen verschlechtert.

Die sächsische Industrie hat derzeit vor allem mit den Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen der EU und Russland zu kämpfen. Etwa jeder vierte befragteIndustriebetrieb ist davon direkt oder indirekt betroffen. Entsprechend haben sich Export- und Wachstumsaussichten binnen weniger Monate deutlich verschlechtert. Von den globalen Krisen kaum betroffen, laufen hingegen die Geschäfte im sächsischen Baugewerbeweiterhin zufriedenstellend. Die Geschäftserwartungen folgen dem üblichen saisonalen Konjunkturverlauf. Die allgemein gute Verfassung ist nicht gefährdet. Auch im sächsischen Dienstleistungsgewerbe verlief die bisherige Geschäftsentwicklung weitestgehend erfolgreich. Den allgemein schwächeren Geschäftsprognosen folgend rechnen auch die Dienstleister mit einem zukünftig etwas gedämpften Branchenwachstum. Im sächsischen Einzelhandel herrscht noch gute Stimmung, zumal sich das Konsumklima der privaten Verbraucher auf einem vergleichsweise hohen Niveau eingependelt hat. Dennoch fallen die Geschäftserwartungen deutlich skeptischer aus. Vor allem die Auswirkungen des Mindestlohnes auf die Kosten- bzw. die Ertragsentwicklung im kommenden Jahr stellen viele Einzelhandelsunternehmen vor Probleme. Der sächsische Großhandel ist neben der Industrie am stärksten vom Handelsstreit mit Russland betroffen. Erste Auswirkungen führen bereits zu schlechteren Betriebsergebnissen. Die Stimmung ist deutlich gekippt und lässt auch zukünftig eine schwierige Entwicklung erwarten. Auch im sächsischen Verkehrsgewerbelaufen die Geschäfte nicht mehr so rund. Sowohl die Auftrags- als auch die Umsatzentwicklung sind tendenziell rückläufig. Bei den Erwartungen haben nunmehr die Pessimisten die Oberhand. Die Verkehrsunternehmen sehen die Einführung des Mindestlohnes kritisch und rechnen mit Auftrags- und Ertragsrückgängen.

Investitionen und Beschäftigung

Die gedämpften Geschäftserwartungen lassen die ohnehin schon überschaubaren Investitionsabsichten in der sächsischen Wirtschaft sinken. Der Anteil der Unternehmen mit zunehmenden oder gleich bleibenden Investitionsausgaben verringert sich auf 62 Prozent und damit um 3 Prozentpunkte. Damit hält sich der Rückgang in Grenzen. Ein Investitionseinbruch ist nicht zu befürchten.

Die Personalplanungen fallen ebenfalls etwas schwächer aus als zuletzt. Durch die eingetrübten Konjunkturaussichten und den Mindestlohn ist zumindest in einigen Branchen mit einem Personalabbau zu rechnen. Der Saldo aus Unternehmen mit geplantem Personalzuwachs bzw. -abbau hat sich gegenüber dem Frühjahr auf +4 Prozentpunkte mehr als halbiert. Somit dürfte der Beschäftigungsaufbau in der sächsischen Wirtschaft kaum noch vorankommen. Mit 70 Prozent plant der Großteil der Befragten keine Personalanpassungen.

Das Risikoradar

Hinsichtlich der geschäftlichen Risikofaktoren sind gegenüber dem Vorjahresstand markante Verschiebungen festzustellen: Durch die Einführung des branchenübergreifenden Mindestlohnes ab Januar 2015 benennen die Unternehmen im Freistaat die Entwicklung der Arbeitskosten als das momentan größte Risiko. 47 Prozent der Unternehmen sehen davon ihre geschäftliche Entwicklung beeinträchtigt. Vor einem Jahr waren es noch 39 Prozent (Rang 4). Mit 43 Prozent der Nennungen folgt die Entwicklung der Inlandsfrage (Vorjahr 44 Prozent). Dagegen findet sich der in den vergangenen Umfragen noch meistgenannte Risikofaktor, die Entwicklung der Energiepreise, nun auf dem dritten Platz des Risiko-rankings wieder. Derzeit betrachten 41 Prozent der Firmen diesen Faktor als problematisch. Das sind 7 Prozentpunkte weniger als im Herbst 2013. Aufgrund verschiedener unternehmensunfreundlicher Entscheidungen der Bundesregierung vollzieht der Faktor "wirtschaftliche Rahmenbedingungen"den größten Sprung auf der Risikoskala. Mit 38 Prozent der Nennungen rückt er von Position 7 auf 4 vor. Der Fachkräftemangel wird mit 34 Prozent weiterhin am fünfthäufigsten benannt.

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