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Pressemitteilung BoxID: 201380 (IKB Deutsche Industriebank AG)
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Studie von EBS und IKB: Unternehmen hoffen auf individuelle Unterstützung bei der Anschlussfinanzierung für auslaufende Mezzanine-Programme

(lifePR) (Wiesbaden und Düsseldorf, ) EBS Business School und IKB Deutsche Industriebank haben das Ausmaß der Refinanzierungsprobleme von Unternehmen untersucht, die sich vor Beginn der Finanzkrise aus den insgesamt milliardenschweren Mezzanine-Programmen finanziert hatten. Die Anschlussfinanzierung stellt sich aufgrund der endfälligen Tilgung dieser Finanzierungsform und des Wegbrechens des Kapitalmarktes als Gefährdung für eine Vielzahl von Unternehmen dar. Gemäß dieser bislang umfassendsten Studie zum Thema benötigen 60 % der befragten Unternehmen eine Anschlussfinanzierung. Vier Fünftel dieser Unternehmen stufen die Anschlussfinanzierung als bedeutend oder sehr bedeutend ein. Viele Unternehmen bringen zum Ausdruck, dass die Refinanzierung der Programm-Mezzanine staatlich unterstützt werden sollte. An der Studie unter der wissenschaftlichen Federführung der EBS nahmen 208 mittelständische Unternehmen teil.

In den Jahren zwischen 2004 und 2007 wurden insgesamt 4,1 Mrd. € Mezzanine-Kapital in 14 Transaktionen von mehreren Banken und Sponsoren verbrieft (ohne PULS-Programme). 3,7 Mrd. € davon erhielten 534 deutsche Unternehmen. Diese günstige kapitalmarktorientierte Finanzierungsform steht allerdings heute und auf absehbare Zeit nicht mehr zur Verfügung. Wesentlicher Grund hierfür ist die nachhaltige Verfehlung der Investoren-Erwartungen: Insgesamt mussten die Mezzanine-Programme allein aufgrund der Insolvenz von mindestens 31 teilnehmenden Unternehmen bereits 12,4% des ursprünglichen Marktvolumens abschreiben; wobei die Programme im Vergleich sehr unterschiedlich liegen. Diese Insolvenzen standen jedoch in keinem Zusammenhang mit der Nutzung von Programm-Mezzanine oder dem damit verbundenen Refinanzierungsbedarf. Zu den Ursachen sind sicherlich zu zählen:

- Schon kurz nach dem Start der Programme kam es zu Insolvenzen, die offenbar auf Betrug basierten.

- Aufgrund des intensiven Wettbewerbs der Programmanbieter konnten manche Unternehmen die Mezzanine mehrfach nutzen.

- Viele Unternehmen gerieten aufgrund der Finanzkrise unvorhergesehen in eine schwierige Lage.

Das insgesamt über den Kapitalmarkt günstig zur Verfügung gestellte wirtschaftliche Eigenkapital hat jedoch auch bei vielen Unternehmen in der Krisenzeit positiv gewirkt.

Aus der umfassenden Befragung ergeben sich keine Anhaltspunkte für eine systemische Refinanzierungsproblematik, von der alle Programm-Mezzanine nutzenden Unternehmen betroffen wären. 40 % der befragten Unternehmen sehen ihren Refinanzierungsbedarf bereits heute als gesichert an. Rund drei Viertel dieser Firmen können die Refinanzierung alleine aus dem laufenden Cash-Flow darstellen, zum Teil flankiert durch Gesellschaftereinlagen und -darlehen. Einige Unternehmen wollen zusätzlich Bankkredite einsetzen. Sonstige Finanzierungsformen spielen in den Überlegungen dieser Unternehmen keine Rolle.

Bei den befragten Unternehmen, die eine Anschlussfinanzierung benötigen, ist der Refinanzierungsbedarf häufig signifikant geringer als der abzulösende Mezzanine-Betrag. Nur die Hälfte dieser Unternehmen beschäftigt sich aber bereits konkret mit der Anschlussfinanzierung. Zwei Drittel der Befragten rechnen damit, von der privaten Finanzwirtschaft eine Anschlussfinanzierung zu erhalten, die ihren Vorstellungen entspricht. Wichtigste denkbare Refinanzierungsform ist der Bankkredit (63 %). Mindestens jeweils 20 % der Unternehmen erwägen aber auch den Einsatz von Individual-Mezzanine, Beteiligungskapital und Nachrangdarlehen.

Grundsätzlich beurteilen die Unternehmen das Finanzierungsprodukt Programm-Mezzanine sehr positiv. Rund vier Fünftel der befragten Unternehmen würden sich auch mit heutigem Wissen erneut für diese Finanzierungsform entscheiden.

53 % der Unternehmen sind daher auch der Meinung, dass die öffentliche Hand sie bei der Refinanzierung der Programm-Mezzanine unterstützen sollte. Als denkbare Maßnahmen nennen nahezu sämtliche Unternehmen die Gewährung von Bürgschaften bzw. Programmkredite mit Haftungsfreistellungen. Diesem Anforderungsprofil würden neuaufgelegte Funds für Nachrangdarlehen bzw. Genussscheine entsprechen, also Produkte, bei denen Dritten keine unternehmerischen Mitspracherechte eingeräumt werden.

Über das Untersuchungsziel hinaus zieht die IKB aus den Ergebnissen der Studie den Schluss, dass für die breite Bildung von Eigenkapital im Mittelstand die Mobilisierung von Mitteln über den Kapitalmarkt wahrscheinlich noch wichtiger geworden ist als vor der Krise. Zukünftig wird nicht nur die Anschlussfinanzierung der bestehenden Mezzanine-Mittel, sondern insgesamt eine Stärkung der Eigenmittel im Unternehmenssektor erforderlich sein. Die voraussichtlichen Auswirkungen der Vielzahl von regulatorischen Vorhaben auf die Kreditvergabemöglichkeiten der Banken deuten in diese Richtung.

IKB Deutsche Industriebank AG

Die IKB Deutsche Industriebank AG ist eine Spezialbank für Unternehmensfinanzierung in Deutschland und Europa. Zielgruppen sind der Mittelstand sowie internationale Unternehmen und Private-Equity-Häuser