Freitag, 26. Mai 2017


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Immer weniger Existenzgründungen

IHK-Gründeratlas 2015 veröffentlicht

(lifePR) (Würzburg, ) Es wagen immer weniger Menschen den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit in Mainfranken, so ein wesentliches Ergebnis des neuen "Gründeratlas Mainfranken 2015" der IHK Würzburg-Schweinfurt.

"Wir sehen nach wie vor einen Zuwachs bei den Gründungen in der Region, jedoch geht der Trend in den letzten Jahren stetig dahin, dass dieser Zuwachs geringer ausfällt.", so Dr. Sascha Genders, IHK-Bereichsleiter Existenzgründung und Unternehmensförderung und Standortpolitik. Insgesamt zeigt der Gründeratlas Mainfranken einen Gründungsaldo als Differenz zwischen Gewerbeanmeldungen und -abmeldungen von 350. 7.068 Gewerbeanmeldungen stehen hierbei 6.718 Abmeldungen in Mainfranken gegenüber. Im Vorjahr lag der Gründungssaldo bei 606 (7.350 Gewerbeanmeldungen, 6.744 Gewerbeabmeldungen). Das rückläufige Wachstum bei den gewerblichen Neugründungen zeigt sich bayern- und bundesweit.

Mittelstand warnt vor Gründungsmisere

Eine Entwicklung, die Christian Enssner, geschäftsführender Gesellschafter der Enssner Zeitgeist Translations GmbH aus Schweinfurt, Sorge macht. Der mainfränkische Unternehmer vertritt die mainfränkische IHK im Mittelstandsausschuss des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) e.V. in Berlin und warnt: "Gerade eine mittelständisch geprägte Region wie unsere ist auf junge Unternehmen angewiesen. Wir brauchen eine blühende Gründungslandschaft und eine echte Kultur der Selbstständigkeit."

Grund für die aktuelle Situation seien laut Enssner der gute Arbeitsmarkt und die demografische Entwicklung, aber auch politische Entscheidungen. "Durch mehr statt weniger Bürokratie, ich denke nur an Themen wie das Mindestlohn-Gesetz oder die Änderungen der Erbschaftsteuer, wirbt die Politik zurzeit nicht gerade für das Unternehmertum.", kritisiert der Unternehmer.

Regionale und branchenspezifische Unterschiede

Das langsamer werdende Gründungswachstum zeigt sich in vielen Regionen: In den Landkreisen Bad Kissingen, Kitzingen, Main-Spessart, Rhön-Grabfeld, Schweinfurt und Würzburg hat sich der Gründungssaldo gegenüber dem Vorjahr verringert.

Deutlich negativ sticht der Landkreis Würzburg heraus mit einer Schrumpfung des Gewerbestandes um 187.

Im Landkreis Haßberge ist ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr zu erkennen.

Selbiges gilt für die beiden Städte Würzburg und Schweinfurt mit enormen Zuwächsen des Gewerbebestandes um 160 (Würzburg) sowie 188 (Schweinfurt).

"Bei den Branchen sehen wir insgesamt einen deutlichen Zuwachs im Dienstleistungssegment, hierbei insbesondere bei den Themen Erziehung und Unterricht, Kunst, Unterhaltung und Erholung sowie auch Information und Kommunikation.", so Dr. Genders. Auch im verarbeitenden Gewerbe sowie im Baugewerbe hat sich der Gewerbebestand 2014 in der Region erhöht. In den Branchen Gastronomie sowie Handel ist hingegen ein Abbau des Bestandes zu erkennen.

Öffentliche Mittel helfen Unternehmen

Deutlich angestiegen sind die Unterstützung bei der Gründung durch die staatlichen Förderbanken KfW und LfA Förderbank Bayern, die 2014 im Rahmen der klassischen Gründungsförderungskonzepte umfangreiche Mittel zur Verfügung stellten. Der bayerische Freistaat förderte hierbei Investitionen von rund 23 Mio. Euro und sicherte Beschäftigung für 563 Menschen im Rahmen von Gründungsvorhaben. "Förderkredite sind ein wichtiges Instrument für unsere Gründer und lohnen sich auch volkswirtschaftlich. Pro Kreditzusage konnte ein Investitionsanreiz von 3,15 Euro geschaffen werden.", berichtet Dr. Genders.

IHK hilft Gründungswilligen

Die IHK unterstützt mainfränkische Gründer und bietet Fachseminare sowie kostenfreie persönliche Beratungsgespräche an. Der "Gründeratlas Mainfranken 2015" kann als Broschüre kostenfrei bei der IHK, Katja Reichert, Tel. 0931 4194-311, E-Mail: katja.reichert@wuerzburg.ihk.de, bezogen werden oder online unter www.wuerzburg.ihk.de/presse/publikationen/schriftenreihe.html

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