Donnerstag, 23. Februar 2017


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IG Metall fordert acht Prozent für Metall- und Elektroindustrie - Berthold Huber: "Tarifrunde für Wachstum und Gerechtigkeit"

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) Die IG Metall fordert für die rund 3,6 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie acht Prozent mehr Geld. Das beschloss der Vorstand der Gewerkschaft am Dienstag in einer außerordentlichen Sitzung in Frankfurt und bestätigte damit die Anträge der regionalen Tarifkommissionen. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen. "In der Metallindustrie sind die Gewinne explodiert, Deutschland ist seit vielen Jahren Exportweltmeister, die Umsatzrenditen sind die höchsten seit den 60er Jahren und noch nie wurde gemessen am Umsatz so wenig für Löhne und Gehälter aufgewendet", sagte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, nach der Sitzung des Vorstands. "Jetzt sind wir dran". Es sei die Zeit gekommen, dass die Menschen für diese gewaltige Arbeitsleistung die Anerkennung erfahren, die ihnen zustehe. "Ja, acht Prozent gehen zu Lasten der Gewinne, daraus machen wir keinen Hehl", betonte der Erste Vorsitzende der IG Metall. Außerdem gehe es der IG Metall darum, das Wachstum zu stabilisieren, indem die Kaufkraft der Menschen gestärkt werde. "Dies ist eine Tarifrunde für Wachstum und Gerechtigkeit", sagte Huber.

Aus den niedrigeren Konjunkturprognosen dürfe man nicht den falschen Schluss ziehen, dass die deutsche Metall- und Elektroindustrie als "stärkste Exportlokomotive der Weltwirtschaft ihre Beschäftigten nicht mehr anständig entlohnen könnte." Die IG Metall gehe davon aus, dass sich das Wachstum zwar abschwächen, die Produktion in der Metall- und Elektroindustrie sich aber auch im Jahr 2009 auf hohem Niveau bewegen werde. Huber warf den Arbeitgebern vor, die gesunkenen konjunkturellen Erwartungen dazu zu nutzen, um die Arbeitnehmer zu verunsichern. "Statt Achtung und Anerkennung zu bezeugen, säen die Arbeitgeber Furcht und Angst um die Arbeitsplätze. Diese überkommene Bedrohungsrhetorik verärgert viele Menschen".

Das für Tarifpolitik zuständige Vorstandsmitglied, Helga Schwitzer, wies die Kritik der Arbeitgeber an der Forderung der IG Metall zurück. "Tarifpolitik ist kein betriebswirtschaftliches Proseminar, sondern eine Auseinandersetzung über die Verteilung des Erwirtschafteten." Sie machte deutlich, dass die IG Metall schnell Klarheit darüber wolle, ob eine Lösung auf dem Verhandlungsweg möglich sei oder die Arbeitgeber Druck aus den Betrieben bräuchten. "Wir rasseln nicht mit dem Säbel, aber es gibt kein Szenario, auf das die IG Metall und ihre Mitglieder in den Betrieben nicht vorbereitet sind", sagte Schwitzer. Die Verhandlungen beginnen am 2. Oktober für das Tarifgebiet Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland in Darmstadt. Die Friedenspflicht endet mit dem Auslaufen der Tarifverträge am 31. Oktober.

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