Montag, 20. November 2017


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Raus aus dem Lohnkeller - Tarifverträge in Mecklenburg-Vorpommern stärken

Jahresausblick der Gewerkschaften

Schwerin, (lifePR) - Die Gewerkschaften in Mecklenburg-Vorpommern setzen auf erfolgreiche Tarifrunden und eine weitere Stärkung der Tarifbindung, damit das Lohnniveau im Land steigt. "Mecklenburg-Vorpommern ist der Lohnkeller der Nation - nirgendwo in Deutschland wird so schlecht bezahlt wie hier. Wer die Wirtschaft ankurbeln, Fachkräfte gewinnen und Armutsrenten verhindern will, muss jetzt mit einer Serie von Lohnerhöhungen im Land beginnen", sagte Uwe Polkaehn, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes Nord (DGB Nord), auf der Landespressekonferenz im Jahresausblick der Gewerkschaften für Mecklenburg-Vorpommern.

In diesem Jahr finden Tarifverhandlungen für rund 12,5 Millionen Beschäftigte in Deutschland statt, darunter in der Metall- und Elektroindustrie, im Bauhauptgewerbe, Einzelhandel und Öffentlichen Dienst (Länder), in der Wohnungswirtschaft und Druckindustrie, in Bereichen des Kfz-Gewerbes, bei einigen Energiekonzernen und der Deutsche Bahn AG. Damit ist rund jeder Dritte von Lohnverhandlungen betroffen.

"Die wirtschaftliche Lage in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie ist insgesamt stabil. Für ein Plus bei den Beschäftigten ist genug Spielraum", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. "Nach Abschluss der Diskussion in den Betrieben und unseren Regionalkonferenzen wie am 18. Februar in Rostock werden wir die Forderung Mitte März in der Tarifkommission beschließen."

Nach seinen Angaben zeigt das Werben der IG Metall für Tarifverträge Wirkung: "Uns ist es gelungen, für insgesamt rund 2000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie u.a. bei Liebherr und EEW in Rostock, MAT in Ueckermünde oder Alstom in Ludwigslust Tarifverträge durchzusetzen. Außerdem gelten nach fast zwanzig Jahren wieder Tarifverträge für die 3500 Beschäftigten im Tischlerhandwerk in Mecklenburg-Vorpommern", sagte Geiken. "Die Beispiele zeigen: Wenn Beschäftigte bereit sind, sich zu organisieren, können wir für sie konkrete Verbesserungen erreichen." Arbeitgeber und Landesregierung forderte Geiken auf, sich gemeinsam mit den Gewerkschaften weiterhin für eine Stärkung der Tarifbindung einzusetzen.

Polkaehn: "Durch immer mehr Minijobs und Werkverträge werden der Sozialversicherung Beitragszahler entzogen. Pro Jahr im Minijob entsteht aber nur ein Rentenanspruch von etwas mehr als drei Euro monatlich - nach 30 Versicherungsjahren erwartet die Minijobber dann also eine Rente von rund 100 Euro. Arbeit muss vom ersten Euro an sozialversicherungspflichtig sein." Es sei richtig, dass in Mecklenburg-Vorpommern nun die Wirtschaftsförderung an die Einhaltung eines Mindestlohns gekoppelt werde: "Wir werden 2013 zum Jahr einer neuen Ordnung der Arbeit machen."

Große Chancen für die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern sehen DGB Nord und IG Metall Küste in der Windkraftindustrie. "Hersteller der Windkraftanlagen, Zulieferer und die Werften haben sich in diesem Bereich enorme Kompetenzen erworben. Durch die zögerliche Umsetzung der Energiewende sind diese allerdings in Gefahr. Um die Arbeitsplätze und Standorte zu erhalten, ist deshalb eine aktive Arbeitsmarktpolitik im Land, weitere Anstrengungen bei der Finanzierung und eine enge Zusammenarbeit der norddeutschen Bundesländer nötig", so IG Metall-Bezirksleiter Geiken.

DGB-Nord-Chef Polkaehn kündigte an, die Kandidaten zur Bundestagswahl in allen Wahlkreisen mit den Sorgen und Forderungen der Arbeitnehmer und deren Familien zu konfrontieren: "Wir erwarten von den Parteien, dass sie sich für Gute Arbeit, sichere Renten und Verteilungsgerechtigkeit einsetzen. Kaputtsparen ist kein Konzept, weder in den Kommunen und in den Ländern noch im Bund oder in Europa."

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