IfKom: Sachsen will einheitliche Maßstäbe für Ingenieurausbildung und Berufsbezeichnung aufbrechen

(lifePR) ( Bonn, )
Gegen einen sächsischen Sonderweg im Ingenieurgesetz wenden sich die Ingenieurverbände und Hochschulvereinigungen mit Stellungnahmen an den Innenminister von Sachsen. Mit seinem vorgelegten Entwurf zur Neuregelung des Sächsischen Ingenieur- und Architektenrechts würden Regelungen geschaffen, die von den anderen Bundesländern abweichen und damit den Ingenieurarbeitsmarkt in Deutschland fragmentieren. Die Mobilität dieser Berufsgruppe würde eingeschränkt, die Bürokratiekosten erhöht und die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland geschwächt.

In einer gemeinsamen Stellungnahme fordern der VDI, der VDE, die Hochschulrektorenkonferenz und andere Verbände das Bundesland Sachsen auf, zu den im Bundesgebiet einheitlichen Regelungen zurückzukehren, die die Bürokratielasten für Ingenieure minimieren, die Mobilität auf dem deutschen Ingenieurarbeitsmarkt auch künftig gewährleisten und unnötige Hemmnisse für die Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen abbauen.

Die Ingenieure für Kommunikation (IfKom e. V.) schließt sich dieser Stellungnahme inhaltlich an und fordert den sächsischen Innenminister zu einer Nachbesserung des Gesetzentwurfes auf. Die Verbände fordern:

1. Die Anerkennung von Hochschulabschlüssen und die Qualitätssicherung des Ingenieurstudiums sind durch eine allgemein anerkannte Akkreditierung gewährleistet. Die Kriterien sind EU-weit abgestimmt. Es bedarf keiner neuen Kriterien und auch keiner separaten Anerkennung durch die Ingenieurkammer. Dieses Verfahren ist zu streichen!

2. Die Führung der Berufsbezeichnung "Ingenieur" darf nicht von einer Prüfung der Studiengänge und von Bescheinigungen durch eine Ingenieurkammer abhängig gemacht werden, damit würde man den deutschen Hochschulen die Kompetenz für wissenschaftliche Studienkonzeptionen absprechen. Wer an einer deutschen Hochschule ein Ingenieurstudium erfolgreich absolviert hat, muss sich auch Ingenieur nennen dürfen. Der Abschlussgrad wird allein von der Hochschule verliehen!

3. Ingenieure mit einer ausländischen Berufsqualifikation sollten sich nicht in ein von der Ingenieurkammer Sachsen geführtes, besonderes Verzeichnis eingetragen lassen müssen. Statt im Ausland ausgebildete Ingenieure zu Zwangsmitgliedern der Kammer zu machen, sollte bei der Anerkennung von Abschlüssen lediglich geprüft werden, ob die antragstellende Person einen anerkannten ingenieurwissenschaftlichen Hochschulabschluss mit mindestens 180 ECTS vorweisen kann.

Die Ingenieurgesetze der Länder bieten den gesetzlichen Rahmen zur Regulierung des Ingenieurberufs. Sie dienen dem Schutz der Berufsbezeichnung "Ingenieur/in" und regeln die Anerkennung von im Ausland erworbenen Hochschulabschlüssen. Ihre derzeitige Überarbeitung in den Bundesländern bietet die Chance, die mitunter abweichenden Vorschriften zu harmonisieren. Diese Chance sollte auch das Bundesland Sachsen nutzen.
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