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Pressemitteilung BoxID: 499963 (IfKom - Ingenieure für Kommunikation e.V.)
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IfKom: Politiker-Forderungen nach Rechtanspruch auf schnelles Internet verstärken Zweifel am Erreichen der Breitbandziele

(lifePR) (Bonn, ) Die Ingenieure für Kommunikation (IfKom) halten die bisherigen Aktivitäten, von der Netzallianz der Bundesregierung bis zur Regulierungspolitik, nicht für ausreichend, um die im Koalitionsvertrag festgeschriebene flächendeckende Breitbandversorgung von 50 Megabit pro Sekunde an jedem Ort Deutschlands bis 2018 zu erreichen. Wenn jetzt die ersten Politiker, wie jüngst die Vizevorsitzende der Bundestagsfraktion der Grünen, Bärbel Höhn, für einen Rechtanspruch auf schnelles Internet eintreten, zeigt dies aus Sicht der IfKom die begründeten Zweifel an der derzeitigen Ausbaustrategie.

Zwar wird wiederholt von der Politik und den Netzbetreibern betont, wie sehr eine wettbewerblich orientierte Politik die Investitionsbereitschaft stärke. Aber selbst der Präsident der Bundesnetzagentur Jochen Homann konstatiert: "Die Herausforderungen einer flächendeckenden Breitbanderschließung können nicht von einem Unternehmen alleine, sondern nur in einer gemeinsamen Anstrengung aller Marktakteure gestemmt werden". Auf der Strecke bleiben nach Ansicht der IfKom viele ländliche Regionen, nach vorliegenden Studien etwa ein Drittel der Fläche Deutschlands mit 5 bis 10 Prozent der Haushalte. Aber auch dichter besiedelte Gebiete mit geringer Nachfrage aufgrund der Einwohner- und Einkommensstruktur stehen nicht im Fokus der Netzbetreiber. Dies ist den Unternehmen nicht vorzuwerfen, denn sie müssen in erster Linie auf ein profitables Geschäft achten. Somit werden auch Förderungsanreize nicht immer greifen.

Zu den gemeinsamen Anstrengungen aller Akteure sollte nach Meinung der IfKom daher auch eine symmetrische Regulierung in diesen kritischen Regionen erwogen werden. Danach müssten alle Netzbetreiber ihre vorhandenen freien Ressourcen den anderen gegen Entgelt zur Verfügung stellen. Funklösungen stellen auf Dauer keinen vollwertigen Ersatz für einen langfristig anzustrebenden Ausbau mit Glasfasern soweit wie möglich zum Endkunden dar. Daher sollte für bestimmte Regionen über eine Verpflichtung der Netzbetreiber - und zwar nicht nur der Deutschen Telekom - zum Breitbandausbau gegen angemessene Entschädigung nachgedacht werden. Dies ist aus Sicht der IfKom keine Abkehr vom Wettbewerbsprinzip, aber eine notwendige, zeitlich und örtlich begrenzte Eingriffsmaßnahme, um die für Wirtschaft und Bürger wichtige Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse auch in der digitalen Welt herzustellen.

IfKom - Ingenieure für Kommunikation e.V.

Die Ingenieure für Kommunikation e. V. (IfKom) sind der Berufsverband von technischen Fach- und Führungskräften in der Kommunikationswirtschaft. Der Verband vertritt die Interessen seiner Mitglieder - Ingenieure und Ingenieurstudenten sowie fördernde Mitglieder - gegenüber Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit. Der Verband ist offen für Studenten und Absolventen von Studiengängen an Universitäten und Hochschulen aus den Bereichen Telekommunikation und Informationstechnik sowie fördernde Mitglieder. Der Netzwerkgedanke ist ein tragendes Element der Verbandsarbeit. Gerade Kommunikationsingenieure tragen eine hohe Verantwortung für die Gesellschaft, denn sie bestimmen die Branche, die die größten Veränderungsprozesse nach sich zieht. Die IfKom sind Mitglied im Dachverband ZBI - Zentralverband der Ingenieurvereine e. V. Mit über 50.000 Mitgliedern zählt der ZBI zu den größten Ingenieurverbänden in Deutschland.