vbw zum Anstieg des BIP im dritten Quartal um 0,7 Prozent

Brossardt: "Wir sind noch weit entfernt von einem Aufschwung"

(lifePR) ( München, )
Angesichts des heute vom Statistischen Bundesamt verkündeten Anstiegs des BIP im dritten Quartal um 0,7 Prozent warnt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., vor Euphorie.

Brossardt: "Positiv stimmt uns, dass inzwischen eine Bodenbildung stattfindet. Es geht vorerst nicht mehr weiter bergab." Von einem Aufschwung sei man aber noch weit entfernt. "Wir haben in den letzten zwei Quartalen gerade einmal ein Siebtel dessen aufgeholt, was zuvor in nur vier Quartalen eingebrochen ist. Wir befinden uns fast fünf Prozent unter Vorjahresniveau", erläuterte Brossardt.

Darüber hinaus müsse man berücksichtigen, dass der aktuelle Anstieg des BIP im Wesentlichen den Konjunkturpaketen im In- und Ausland geschuldet sei. Wenn diese demnächst auslaufen, müsse man wieder mit niedrigeren Wachstumsraten rechnen. So hätten die Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Herbstgutachten für die kommenden drei Quartale lediglich einen Zuwachs zwischen 0,1 und 0,2 Prozent vorhergesagt.

Brossardt: "Wichtig ist jetzt, dass die Finanzierung der Unternehmen gesichert wird und dass Betriebe, die ökonomisch gesund sind vor der Insolvenz geschützt werden."

Darüber hinaus müsse die Möglichkeit für die Firmen, Kurzarbeit bis zu 24 Monate zu beantragen bis ins nächste Jahr verlängert werden. Brossardt: "Die Konjunkturkrise trifft alle Branchen, aber sie trifft sie zeitversetzt. Diejenigen Firmen, die bisher ohne Kurzarbeit ausgekommen sind und die erst jetzt in den Abwärtsstrudel geraten, sollen ebenfalls für ihre Mitarbeiter länger als sechs Monate Kurzarbeit beantragen können." Gleichwohl warnte Brossardt davor zu glauben, man könne dadurch komplett auf Entlassungen verzichten. "Kurzarbeit ist und bleibt für die Firmen teuer. Sie ist ein Hilfsmittel, die Beschäftigung zu halten, jedoch kein Allheilmittel gegen Stellenstreichungen."
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