Mit höherer Erwerbsbeteiligung von Frauen Gender Pay Gap schließen

Brossardt: "Lohnunterschiede aufgrund verschiedener Lebenssituationen"

(lifePR) ( München, )
Die vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. setzt sich für eine höhere Erwerbsbeteiligung von Frauen ein. Sie warnt aber davor, dafür weitere belastende Gesetze in Kraft zu setzen. vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt betonte auf dem vbw Kongress "Deutschland hat Zukunft - Entgeltgleichheit ohne Auskunftszwang", dass die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern zwischen zwei und sieben Prozent liegt und weiter verringert werden muss. "Diese 'bereinigte Lohnlücke' zeigt den Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen, die das gleiche Qualifikationsniveau haben, die gleiche Berufserfahrung aufweisen und in derselben Branche arbeiten. Sie ist deutlich realistischer als der öffentlich immer wieder genannte 'Gender Pay Gap' von 22 Prozent. Diese Zahl ist wenig aussagekräftig, weil die Einkommen aller erwerbstätigen Männer und Frauen miteinander verglichen werden. Wichtige Faktoren wie Qualifikation, Beruf und Erwerbsbiografie bleiben hier unberücksichtigt."

Unterschiedliche Durchschnittslöhne sind somit nicht geschlechtsbezogen, sondern liegen in den verschiedenen Berufswünschen, Lebenssituationen und Erwerbsbiografien von Frauen und Männern begründet. Brossardt: "Frauen reduzieren beispielsweise ihre Erwerbstätigkeit aus familiären Gründen häufiger und länger als Männer. Für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist deshalb ein Ausbau der Betreuungsinfrastruktur nötig. Das Angebot an frühkindlichen Betreuungsangeboten und Ganztagsschulen muss weiter verbessert werden. Die Ganztagsschulgarantie der Bayerischen Staatsregierung ist ein Schritt in die richtige Richtung. Diesen Weg müssen wir weitergehen, denn in Bayern besuchen mit gut zwölf Prozent noch zu wenige Jugendliche eine Ganztagsschule."

Die vbw fordert, die berufliche Bandbreite für Frauen zu verbreitern. "Wir möchten mehr Frauen für männerdominierte Berufe begeistern, in denen das Lohnniveau oft höher ist. Wir tun dies beispielsweise mit der 'Girls' Day Akademie' der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber", so Brossardt.

Der derzeit diskutierte gesetzliche Auskunftsanspruch über den Verdienst eines vergleichbaren anderen Arbeitnehmers ist für die vbw dagegen der falsche Weg: "Ein solcher individueller Anspruch ist datenschutzrechtlich problematisch. Außerdem würde er Verteilungskonflikte in die Betriebe tragen. Dem steht das erfolgreiche deutsche Modell der überbetrieblichen Entgeltfindung durch Tarifverträge entgegen, die Verteilungskonflikte gerade vermeiden will. Auch der zusätzliche bürokratische Aufwand wäre enorm", warnte Brossardt.
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