Dienstag, 28. Februar 2017


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Mehr MINT-Absolventen durch weniger Studienabbrecher

Brossardt: "Konzertierte Aktion von Politik und Wirtschaft"

(lifePR) (München, ) Staatsregierung und Wirtschaft ziehen an einem Strang, um die Studienabbrecher-Quoten in den Studiengebieten Mathematik, Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften und Technik (MINT) deutlich zu verringern. Dies betonten Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch und Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., bei der Vorstellung des vbw-Projekts zur Senkung der Studienabbrecherquote in den MINT-Fächern. "Es ist im Interesse aller, vor allem aber der Studierenden, dass keine Zeit mehr für ein nicht vollendetes Studium verschwendet wird", kommentiert Brossardt Studienabbrecherquoten von teilweise über 30 Prozent in diesem Bereich. Die vbw sowie die bayerischen Metallarbeitgeberverbände BayME/VBM hätten deshalb das auf drei Jahre angelegte Projekt "Wege zu mehr MINT-Absolventen" initiiert, dessen Zwischenbericht jetzt in München vorgelegt wurde.

Brossardt: "Schon jetzt ist erkennbar, dass die größten Probleme mit Studienabbrechern in den ersten beiden Semestern auftreten. Deswegen müssen wir die Schnittstellen von den Gymnasien zu den Hochschulen verbessern." Zudem gehe es darum, die Vorbildung zu forcieren und die Betreuung vor allem für schwächere Studenten zu intensivieren. Brossardt kündigte für das Ende des Projekts einen Maßnahmenkatalog an, der den bayerischen Hochschulen als Leitlinie dienen soll, um mehr Studierende in den MINT-Fächern zum Abschluss zu führen.

Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch kündigte an, dass die Initiative rasch und konsequent fortgeführt werde. "Wir werden die Ergebnisse des Zwischenberichts sorgfältig auswerten und im Gespräch mit den bayerischen Hochschulen nach Wegen suchen, wie die Projekte zügig in der Breite umgesetzt werden können. Dabei soll es auch Raum für neue Ideen geben." Das Ministerium werde finanzielle Anreize schaffen, um die Hochschulen bei ihrem Engagement in den MINT-Fächern zu unterstützen. Heubisch lobte das Projekt der Verbände: "Mit dieser Initiative hat die bayerische Wirtschaft Weitblick und Engagement bewiesen." Der Wirtschafts- und Forschungsstandort Deutschland brauche dringend mehr Ingenieure, Mathematiker, Informatiker und Naturwissenschaftler nahezu aller Disziplinen. Dies gelte auch - oder gerade - in Zeiten der Wirtschaftskrise.

Das Bayerische Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung (IHF) begleitet die aus zehn Einzelprojekten bestehende Initiative wissenschaftlich über die gesamte Projektlaufzeit. IHF-Leiter Professor Hans-Ulrich Küpper: "Studienabbruch ist ein sehr vielfältiges Phänomen, das in unterschiedlichen Studienphasen auftritt und von den Hochschulen deshalb mit sehr unterschiedlichen Maßnahmen angegangen werden muss." Er begrüßt daher besonders, dass die beteiligten Hochschulen so viele verschiedene Ansätze verfolgen, die von Schulprojekten und Studierfähigkeitstests über "Frühwarnsysteme" für abbruchgefährdete Studierende bis hin zu Tutorien und Mentoring-Programmen reichen. Der nun vorliegende Zwischenbericht bietet einen Überblick über diese Maßnahmen in den einzelnen Projekten und deren aktuellen Umsetzungsstand. Bereits zur Halbzeit kann fast durchgängig ein positives Zwischenfazit gezogen werden, so Prof. Küpper.

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