Brossardt: "Jetziges Gesundheitssystem ist nicht gerecht"

vbw erhofft sich nachhaltige Lösungen durch Regierungskommission

(lifePR) ( München, )
"Wir brauchen ein gerechtes, effektives und leistungsfähiges Gesundheitssystem, das auch langfristig bezahlbar ist", betont Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., im Vorfeld der ersten Sitzung der Gesundheitskommission von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler am morgigen Mittwoch. Die erhitzten Debatten um eine Gesundheitsreform zeigen laut Brossardt, dass der Gesundheitsfonds in seiner heutigen Form diese Kriterien nicht erfüllt.

"Lässt man das System so laufen wie bislang, wird sich der Beitragssatz bis zum Jahr 2050 nahezu verdoppeln", so Brossardt mit Verweis auf Expertenberechnungen. Das würde viele Jobs kosten und wäre auch den Beitragszahlern nicht zumutbar. "Ein Modell mit einkommensunabhängigen und wettbewerbsorientierten Gesundheitsprämien würde dagegen mehr Gerechtigkeit, mehr Wettbewerb und damit mehr Effizienz ins System bringen", so der vbw-Hauptgeschäftsführer. Die laufende Gerechtigkeitsdebatte um die Finanzierung der Gesetzlichen Krankenkassen kann er nicht nachvollziehen: "Im heutigen System zahlt eine Krankenschwester denselben Beitrag wie jemand, der ein mehrfaches aus lohnunabhängigen Einkünften bezieht. Was ist daran gerecht? Statt nur den Faktor Arbeit zu belasten, wäre es echt solidarisch, sozial Schwachen stärker als bisher über das Steuersystem zu helfen. Dort sind alle Einkommensarten erfasst. So wäre den Bedürftigen geholfen und das Prinzip 'Gleiche Beiträge für gleiche Leistungen' gewahrt."

Brossardt erhofft sich von der Gesundheitskommission Impulse für eine nachhaltige Lösung in der GKV: "Wir können nicht allein die Einnahmen- oder Ausgabenseite betrachten, sondern müssen das ganze System in den Blick nehmen." Dabei ist die Qualität der medizinischen Versorgung ein zentraler Punkt. Sie könne nur sichergestellt werden, wenn regionale Besonderheiten berücksichtigt würden: "Derzeit zieht der Gesundheitsfonds jährlich dreistellige Millionenbeträge aus Bayern ab. Dabei sind Personal- und Mietkosten von Ort zu Ort sehr unterschiedlich. Diese regionalen Verwerfungen mit einer enormen Benachteiligung Bayerns muss sich die Regierungskommission vornehmen." Die vbw hat im vergangenen Jahr ein Finanzierungsmodell entwickelt, das Lösungen für diese Probleme anbietet. Der "Regionale Gesundheits-Kombi" besteht zum einen aus dem in seinem Mittelaufkommen halbierten Gesundheitsfonds, zum anderen aus einem kassenindividuellen Versichertenbeitrag.
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