Dienstag, 19. September 2017


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HSH zieht mit 173 Mio. € Konzerngewinn vor Steuern positive Halbjahresbilanz

Hamburg/Kiel, (lifePR) - - Kernbank mit 506 (Vj. 342) Mio. Euro Vorsteuergewinn
- Neugeschäft plus 25% ─ Altlasten um 4,2 Mrd. € reduziert
- Harte Kernkapitalquote bei 18,9% ─ auch ohne Garantie bei 15%
- CEO Ermisch: „Ziele erreicht, sind auf Privatisierung gut vorbereitet.”

Die HSH Nordbank hat in den ersten sechs Monaten vor allem dank solider Zuwächse im Neugeschäft aller Geschäftsbereiche und trotz weiter massiv reduzierter alter Klumpenrisiken den Gewinn vor Steuern konzernweit etwas gesteigert. Dabei sind die nach vorne gerichteten Aktivitäten der Kernbank besonders stark: Die meist mittelständischen Unternehmenskunden sowie Projektfinanzierungen rund um Infrastruktur und Erneuerbare Energien trugen ebenso zur erfreulichen Entwicklung bei wie die Immobilienfinanzierung und das längst klar reduzierte Shipping.

Die Risikovorsorge – insbesondere für Altkredite an den deutschen Schiffahrtssektor aus der Zeit vor 2009 – wurde mit -379 Mio. Euro fast vollständig in der Abbaubank gebildet. Die Garantie der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein ist rechnerisch bereits voll ausgelastet und federte zusätzliche Wertberichtigungen nicht mehr vollständig ab. Die direkte Ergebnisbelastung wurde dennoch vermieden, und zwar über den Verkauf von Wertpapieren.

Operative Stärke, starke Kapitalkennziffern, eine stringente Kostenkontrolle sowie der forcierte Altlastenabbau ergeben einen positiven Ausblick für das Gesamtjahr und für die 2018 anstehende Privatisierung. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet die HSH Nordbank im Konzern ein Ergebnis vor Steuern auf Vorjahresniveau (2016: 121 Mio. Euro).

„Unsere wichtigen Kennziffern liegen selbst ohne Garantie auf gutem Niveau. Die HSH Nordbank wird damit für alle sichtbar immer mehr zu einer normalen Bank, deren Belegschaft die Privatisierung verdient hat. Befreit von aktuellen Beschränkungen aus EU-Auflagen wird der neue Eigentümer das Potenzial der Bank voll ausschöpfen. Für ihn ergeben sich exzellente Chancen“, sagte Stefan Ermisch, Vorstandsvorsitzender der HSH Nordbank AG.

Das Konzernergebnis vor Steuern von 173 (171) Mio. Euro profitiert nahezu vollständig von dem deutlich verbesserten Vorsteuerergebnis der Kernbank in Höhe von von 506 (342) Mio. Euro. Hier zeigten sich neben den Erträgen aus dem operativen Geschäft auch positive Effekte aus den Verkäufen von Schuldscheindarlehen in Höhe von 307 Mio. Euro. Diese stillen Reserven wurden im Zuge eines aktiven Bilanzmanagements realisiert, um das von hoher Risikovorsorge belastete und erwartet negative Vorsteuerergebnis der Abbaubank in Höhe von -348 (-41) Mio. Euro zu kompensieren. Im Segment „Sonstige und Konsolidierung“ schlugen sich neben Gesamtbankpositionen und Restrukturierungskosten Erträge aus Liquiditäts- und Kapitalpositionen nieder, so dass der Ergebnisbeitrag bei 15 (-130) Mio. Euro lag. In einem von niedrigen Zinsen und hohem Wettbewerb geprägten Marktumfeld steigerte sich der Gesamtertrag im Konzern deutlich auf 759 (541) Mio. Euro.

Im reduzierten Verwaltungsaufwand von -246 (-277) Mio. Euro zeigen sich die Einsparerfolge der Bank. Neben den rückläufigen Personalkosten von -113 (-129) Mio. Euro
aufgrund einer um 134 auf 2.030 gesunkenen Mitarbeiterzahl, verringerten Einsparungen unter anderem bei den Projekt- und Gebäudekosten den Sachaufwand auf -124 (-132) Mio. Euro. Die im Restrukturierungsergebnis zusammengefassten Aufwendungen für die
Privatisierung lagen bei -25 (-98) Mio. Euro und belasteten das Konzernergebnis ebenso wie die Beiträge zur Bankenabgabe und Einlagensicherung in Höhe von -41 (-63) Mio. Euro sowie der Garantieaufwand mit -80 (-126) Mio. Euro.

Aufgrund des guten operativen Geschäftsverlaufs in der Kernbank und des erfolgreichen Abbaus problembehafteter oder nicht strategischer Altengagements verbesserte sich die Kapitalposition zum Halbjahr deutlich. Mit 18,9 (31.12.2016: 14,1) Prozent war die Harte Kernkapitalquote (CET1-Quote, phase in) jedoch temporär überzeichnet. Im zweiten Halbjahr sollte sich dieser Wert im Zuge nachlaufender Garantieeffekte und des Verkaufs weiterer leistungsgestörter Portfolios auf hohem Niveau normalisieren. Ohne Berücksichtigung der Effekte aus der Zweitverlustgarantie ergab sich zum 30.06.2017 eine indikative pro-forma CET1-Quote von rund 15 Prozent. Die Leverage Ratio, die das Kernkapital ins Verhältnis zum Geschäftsvolumen setzt, lag mit 7,9 Prozent (31.12.2016: 7,0 Prozent) auf sehr gutem Niveau und weiterhin klar über den Anforderungen.

Die Konzern-Bilanzsumme verringerte sich aufgrund forcierter Altlastenverkäufe auf 79 (84) Mrd. Euro, das erfreuliche Neugeschäft sowie eine erhöhte Barreserve wirkten gegenläufig.

Kernbank mit hoher Ertragskraft – Ergebnis über den Erwartungen
Mit einem Vorsteuergewinn von 506 (342) Mio. Euro liegt die Kernbank deutlich über dem Vorjahr und den Erwartungen. Der Gesamtertrag verbesserte sich auf 684 (571) Mio. Euro und profitierte von der erfreulichen Entwicklung im operativen Geschäft ebenso wie von realisierten stillen Reserven in Höhe von 307 (160) Mio. Euro. Inklusive dieser positiven Effekte verbesserten sich der Zinsüberschuss auf 538 (392) Mio. Euro und das Handelsergebnis auf 93 (77) Mio. Euro. Das Finanzanlageergebnis lag bei 15 (63) Mio. Euro und der Provisionsüberschuss bei 38 (39) Mio. Euro.

Dank der gefestigten Position der Bank bei ihren Kunden und in den Märkten stieg das Neugeschäft im ersten Halbjahr mit einem Plus von 25 Prozent deutlich auf 4,4 (3,5) Mrd. Euro. Knapp eine Milliarde Euro davon wurde in einem wettbewerbsintensiven Umfeld mit neu hinzu gewonnenen Kunden kontrahiert. Positive Cross-Sell-Erträge aus Anlageprodukten, Kreditprovisionen und dem Derivategeschäft trugen zudem zum
Kernbankergebnis bei.

Neugeschäft legt ein Viertel zu – Ergebnisplus in allen Segmenten
Die im Segment Unternehmenskunden gebündelten Geschäftsfelder Energie & Versorger, Logistik & Infrastruktur, Handel und Ernährung, Gesundheitswirtschaft, Industrie & Dienstleistungen sowie Wealth Management lagen mit Neuabschlüssen in Höhe von 1,64 (1,42) Mrd. Euro über Vorjahr. Der Schwerpunkt des Geschäfts lag auf Projektfinanzierungen in den Bereichen Schienenverkehr, Dateninfrastruktur und Windenergie in Deutschland und Europa. Zu dem Konzernergebnis trug Unternehmenskunden ein verbessertes
Segmentergebnis vor Steuern von 52 (33) Mio. Euro bei.

Die feste Verankerung im gewerblichen Immobilien-Finanzierungsmarkt zeigte sich im Neugeschäft des Segments Immobilien, das um knapp ein Viertel auf 2,34 (1,93) Mrd. Euro anzog. Mit festem Blick auf ein angemessenes Risiko-Ertrags-Profil standen Finanzierungen in Norddeutschland und den westdeutschen Metropolregionen im Fokus. Mit 77 (64) Mio. Euro lieferte das Segment einen wichtigen Ergebnisbeitrag vor Steuern für den Konzern. Das Neugeschäft mit internationalen Reedereien guter Bonität im Segment Shipping wurde bewusst selektiv gesteuert und lag bei 312 Mio. Euro, nach 180 Mio. Euro im Vorjahr. Im rückläufigen Gesamtertrag von 47 (67) Mio. Euro machte sich ein verringertes zinstragendes Forderungsvolumen bemerkbar. Gleichwohl verbesserte sich das Ergebnis vor Steuern auf 18 (12) Mio. Euro aufgrund einer in Summe positiven Risikovorsorge und Kostensenkungen im Verwaltungsaufwand.

Im Segment Treasury & Markets entwickelte sich das Kundengeschäft weiter gut und erreichte das Vorjahresniveau, so dass sich inklusive der Effekte aus dem Verkauf von Wertpapieren ein Vorsteuerergebnis von 359 (233) Mio. Euro ergab. Zur guten operativen Performance in dem Segment haben das Derivategeschäft und das Treasury beigetragen, zudem wurde das Einlagengeschäft mit Kunden auf hohem Niveau gehalten.

Die Bilanzsumme der Kernbank stieg zum 30. Juni 2017 leicht auf 50 (31.12.2016: 48) Mrd. Euro insbesondere aufgrund von Wertpapierfälligkeiten sowie Zahlungseingängen aus Portfolioverkäufen und Verlustabrechnungen, die zu einem Anstieg der Barreserve führten.

Risikovorsorge für Altlasten weiter auf hohem Niveau
Auch im ersten Halbjahr 2017 hat die Bank aufgrund der anhaltend schwierigen Marktlage in der Schifffahrt und für alte Einzelengagements im Bereich Energy hohe Risikovorsorge für Altkredite gebildet. Allein in der Abbaubank wurden Wertberichtigungen von -381 (-488) Mio. Euro eingestellt. Für die Kernbank und „Sonstige und Konsolidierung“ ergab sich aufgrund von Auflösungen jeweils eine in Summe positive Risikovorsorge in Höhe von 1 Mio. Euro, so dass für den Konzern eine Risikovorsorge vor Garantie von -379 (-520) Mio. Euro ausgewiesen wurde.

Aufgrund der bilanziellen Vollauslastung der Zweitverlustgarantie im ersten Quartal wurde die Risikovorsorge nur mehr teilweise, in Höhe von 138 Mio. Euro (inkl. Devisenergebnis, Sicherungswirkung aus dem Kreditderivat und Effekten aus der Verlustabrechnung) kompensiert. Nach Garantie belief sich die Risikovorsorge im Kreditgeschäft des Konzerns damit im ersten Halbjahr auf -241 (151) Mio. Euro.

Die in der Abbaubank gebündelten leistungsgestörten oder nicht strategischen und zum Abbau bestimmten Altengagements wurden um 4,2 Mrd. Euro auf 17,2 Mrd. Euro reduziert. Damit wurden zum Halbjahr bereits 75% des Jahresziels erreicht. Der daraus resultierende rückläufige Forderungsbestand sowie belastende Risikovorsorge- und Garantieaufwendungen spiegeln sich in einem strukturell bedingt und erwartet negativen
Vorsteuerergebnis der Abbaubank in Höhe von -348 (-41) Mio. Euro.

Stringente Abbaustrategie – NPE reduziert ─ Solide Coverage Ratios
Die Bank hat ihre Strategie zur nachhaltigen und signifikanten Verringerung des Non-Performing Exposures (NPE) weiter konsequent vorangetrieben. Zum 30. Juni betrug das NPE-Volumen im Konzern 11,9 (14,6) Mrd. Euro, auf die Abbaubank entfielen davon 11 Mrd. Euro, auf die Kernbank 0,9 Mrd. Euro. Damit einhergehend wurde die NPE-Quote deutlich auf 14,6 Prozent, nach 17,5 Prozent zum 31. Dezember 2016, gesenkt.

Dem leistungsgestörten Kreditvolumen stand eine umfassende Risikovorsorge gegenüber, so dass sich eine abermals klar verbesserte Abschirmungsquote (Coverage Ratio, ermittelt aus dem Verhältnis der gebildeten Risikovorsorge zum NPE) im Konzern von 56
(31.12.2016: 48) Prozent ergab. Allein für das notleidende Shipping-Exposure in Höhe von 8,5 Mrd. Euro (davon 7,7 Mrd. Euro in der Abbaubank und 0,8 Mrd. Euro in der Kernbank) errechnete sich eine Coverage Ratio von 61 (31.12.2016: 60) Prozent.

In der Kernbank zeigte sich eine unverändert gute Portfolioqualität im reduzierten Non-Performing Exposure von 0,9 (31.12.2016: 1,0) Mrd. Euro und einer daraus resultierenden verbesserten NPE-Quote von 1,6 (31.12.2016: 1,9) Prozent. Die Risikoabschirmungsquote lag hier bei 58 Prozent (31.12.2016: 56).

Ausblick: Konzerngewinn auf Vorjahresniveau
„Gerade die neuen Abschlüsse zeigen die gute Position der HSH Nordbank in einem hart umkämpften deutschen Bankenmarkt und die Leistungsfähigkeit unseres Hauses im Vorfeld des anstehenden Eigentümerwechsels. Sie sind nicht nur Beleg für die Loyalität unserer langjährigen Kunden, sondern auch ein Vertrauensbeweis neuer Adressen, die sich zum ersten Mal für die Bank entschieden haben und knapp eine Milliarde Euro zum Neugeschäft beitrugen“, sagte Stefan Ermisch, Vorstandsvorsitzender der HSH Nordbank. „Auf Grundlage der guten Zahlen zum Halbjahr gehen wir auch weiterhin für das Gesamtjahr von einem Konzerngewinn auf Vorjahresniveau aus“.

 

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