Donnerstag, 19. April 2018


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BMWi prämiert Aktiv-Stadthaus im Bestand, Frankfurt-Riederwald beim Ideenwettbewerb "EnEff.Gebäude.2050"

Prototypische Sanierung eines 50er Jahre MFH zum Effizienzhaus Plus Standard

Kassel, (lifePR) - Beim Ideenwettbewerb „EnEff.Gebäude.2050 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) wurde das von HHS Planer + Architekten AG entwickelte Konzept für die energetische Sanierung einer Hauszeile aus den 1950er Jahren auf den Effizienzhaus Plus Standard prämiert.

Die in der Sanierung befindlichen Mehrfamilienhäuser sparen nicht nur Energie, sie werde mehr Erneuerbare Energie produzieren als für Ihren Betrieb notwendig ist. Hiermit sind sie nicht Energieverbraucher sondern innerstädtische Kraftwerke und Energiespeicher die einen wesentlichen Baustein zur dezentralen Energieversorgung, Reduktion von CO2-Emissionen und zur Erreichung der globalen Klimaziele darstellen. Darüber hinaus weisen sie den Weg wie nahezu klimaneutrale Gebäude und Quartiere im Bestand realisiert werden können um die Ziele für 2050 zu erreichen.

Die Jury zeichnete im Rahmen einer Veranstaltung im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) am 6. Dezember 2017 in Berlin zehn herausragende und innovative Konzepte in zwei Kategorien „Konzepte für zukunftsweisende Gebäude und Quartiere“ und „Ideen für einen internationalen Energiewettbewerb“ aus. Herr Prof. Klaus Töpfer unterstrich in seiner Festansprache, dass die prämierten Projekte Vorbild zur Umsetzung der Energiewende sind und Mut machen diese Mammutaufgabe meistern zu können.

Projektbeschreibung

Ziel ist es das Mehrfamilienhaus in Frankfurt-Riederwald künftig unter Verzicht auf fossile Energieträger klimaneutral zu betreiben. Der gefundene Ansatz wird prototypisch umgesetzt, durch ein Forschungsprojekt begleitet und als Leitfaden publiziert. Dies bildet Anreiz zur Multiplikation. Die bestehende Bausubstanz wird fast vollständig erhalten und auf das Niveau des Effizienzhaus Plus Standard gebracht. In Hinblick auf die Ziele für 2050, kann diese prototypisch Sanierung einen weitgehend klimaneutralen Gebäudebestand ermöglichen.

Der historische Duktus der 50er Jahre Fassaden bleibt erhalten und wird behutsam modernisiert. Mit der Aufbringung von Wärmedämmung und der Erneuerung der Fenster wird eine neue freundliche hellere Farbwahl in feinerem Putz getroffen. Die Dachneigung wird geringfügig angepasst, um die Nutzbarkeit für den Dachausbau zu verbessern. Als Synergie erhöht sich der Ertrag aus der geplanten dachintegrierten PV-Anlage. Diese in Farbigkeit und Detailierung nahezu flächenbündig in die Dachhaut integriert. Hierdurch weckt sie keine störenden Assoziationen und integriert sich in das Gesamtbild.

Insbesondere die Erweiterungsbauten werden das zuvor monoton wirkende Fassadenbild beleben.

Energetische Konzept

Das Konzept zur Energieversorgung des Gebäudes verfolgt das Prinzip des Nur-Strom-Hauses. Konsequent wird der Einsatz fossiler Brennstoffe und lokale Emissionen vermieden. Durch die Eigenstromnutzung kann eine solare Deckung von ca. 45 % bezogen auf den Gesamtenergiebedarf inkl. Nutzerstrom erreicht werden. Im Jahreszyklus wird end- und primärenergetisch eine ausgeglichene Bilanz zwischen Bedarf und erneuerbarer Erzeugung erreicht.

Die fünfköpfige Jury prämiert das Konzept von HHS Planer + Architekten AG mit folgender Beurteilung:

„Das von HHS Planer + Architekten eingebrachte Projekt [...] zeichnet sich in hohem Maße durch seine Beispielhaftigkeit aus. Die sich daraus ergebende Übertragbarkeit adressiert einen Gebäudetypus, der in Deutschland in vielfacher Art und Weise auf eine Sanierung wartet. Dies lässt gute Möglichkeiten für Nachahmer erwarten, schon allein deswegen, weil sich die Komplexität der Sanierungsmaßnahmen sowohl im Bereich der Qualität der Gebäudehülle als auch jener des Energiesystems in einem guten Gleichgewicht mit der angestrebten Effizienz der energetischen Sanierung befindet.

Die angestrebte Umsetzung eines Monitoringkonzeptes ermöglicht eine Bestätigung der energetischen Zielgrößen und ggf. die Umsetzung von Nachbesserungen. Letztlich wird die Nutzerzufriedenheit adressiert durch eine entsprechende Einbeziehung über Nutzerbefragungen sowie – aus baulicher Sicht – durch eine Vergrößerung der Wohnfläche durch entsprechende Anbauten, die wiederum Vorteile im architektonischen Gesamtbild adressieren.“ (aus der Jurywertung).

Die eingegangenen Ideen zeigen die Vielfalt der Lösungsmöglichkeiten, mit der die Energiewende im Gebäudebereich umgesetzt werden soll. Nicht eine Patentlösung, sondern: „Die Bandbreite der eingereichten Konzepte war sehr beeindruckend“, sagt Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer und Vorsitzende der Jury für „Konzepte zukunftsweisender Gebäude und Quartiere“. Die ausgezeichneten Konzepte spiegeln das gesamte Spektrum der Bauaufgaben wieder: Neubau und Sanierung, einzelne Wohn- und Nichtwohngebäude bis hin zum Quartier. Sie entfalten jeweils eine besondere Vorbildwirkung.

Gesucht waren insbesondere Ideen für energetisch zukunftsweisende Neubauten, Transformations- und Modernisierungsvorhaben im Bestand, Quartierskonzepte zum Wohnen und Arbeiten und neue Plusenergiekonzepte im Geschossbau. „Ich freue mich, dass sich diese Vielfalt auch in der Auswahl der fünf Preisträger des Wettbewerbs darstellt“, so die Juryvorsitzende.

Alle ausgezeichneten Konzepte machen deutlich, dass sich innovative Energiekonzepte und eine überzeugende Architektur nicht ausschließen, sondern verbinden lassen. Klaus Töpfer, ehem. Umweltminister betonte in seinem Festvortrag, dass ein ganzheitlich gedachter Entwurf innovative Energiekonzepte mit überzeugender Architektur verbindet. Hierbei sind Architekten und Bauherren gemeinsam verpflichtet, die Ziele der Klimawende aktiv zu unterstützen.

HHS Planer + Architekten AG

HHS Planer + Architekten AG ist ein innovativ und integriert planendes Unternehmen. Bereits seit vier Jahrzehnten leistet das Büro in vielen Bereichen des nachhaltigen Bauens Pionierarbeit, von urbanen Masterplänen, technischer Infrastruktur, öffentlichen und kulturellen Bauten, Bürogebäuden bis hin zu Wohngebäuden. Klimawandel und Energiewende sind die großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Für die Planungen, oft mit forschendem Charakter, sind sie Impulsgeber für Innovation und Gestaltung.

Das Büro beschäftigt mehr als 20 Mitarbeiter und hat sich seit seiner Gründung vor allem im Bereich der energieeffizienten Architektur einen Namen gemacht.

Das Tätigkeitsspektrum umfasst neben dem Wohnungsbau auch große Gewerbe- und Industriebauten, Masterplanungen sowie Arbeiten im Bereich Forschung und Entwicklung. Dem Büro wurden zahlreiche Preise und Auszeichnungen verliehen, u.a. der Deutsche Solarpreis, der Europäische Solarpreis und der German Design Award.

HHS Planer + Architekten AG wurde 1980 von Manfred Hegger, Doris Hegger-Luhnen und Günter Schleiff gegründet. Der Vorstand besteht aus dem Vorstandssprecher Günter Schleiff, den langjährigen Mitarbeitern und Partnern des Büros Gerhard Greiner und Andreas Wiege sowie Johannes Hegger, der die Nachfolge seiner Eltern im Vorstand angetreten hat.

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