Montag, 25. September 2017


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Hessische Waldbauern sind gegen Nationalpark Rhön

Friedrichsdorf/Taunus, (lifePR) - Bayerns Vorhaben, einen Nationalpark Rhön einzurichten, stößt bei den Hessischen Waldbauern auf Unverständnis.

Für den Nationalpark will Bayern eine Fläche von rund 9.000 Hektar Wald einbringen, benötigt aber nach bayerischem Naturschutzrecht für dessen Ausweisung mindestens 10.000 Hektar. Die fehlenden 1.000 Hektar sollen nun aus Hessen kommen. Derzeit wird geprüft, ob es eine Option für eine hessische Beteiligung gibt und unter welchen Voraussetzungen diese erfolgen könnte.

„Diese Meldung überrascht uns, zumal Ministerin Hinz uns noch im Februar diesen Jahres zugesichert hat, dass sie in Hessen keine weiteren Waldflächen aus der Nutzung nehmen wolle. Und nun scheint die hessische Landesregierung prüfen zu wollen, ob eine länderübergreifende Ausweisung möglich ist. Aus unserer Sicht gibt es keine Argumente, die für einen Nationalpark Rhön sprechen“, so der Präsident des Hessischen Waldbesitzerverbandes Michael Freiherr von der Tann.

„Vor der Ausweisung der Rhön zum Biosphärenreservat im Jahr 1991 haben wir um jeden Quadratmeter Kernzone gekämpft, der aus der Nutzung genommen werden sollte. Aktuell sind 7.438 Hektar land- und forstwirtschaftliche Flächen im Biosphärenreservat nicht mehr bewirtschaftet. Und dabei benötigen wir diese Flächen, um Erträge in unserem sehr strukturschwachen ländlichen Raum zu erwirtschaften. Die Forstwirtschaft sichert hier Arbeitsplätze und trägt maßgeblich auch zu deren Erhalt in der weiteren Wertschöpfungskette bei. Ebenso spielt die Versorgung der Bevölkerung und der verarbeitenden Industrie mit dem wertvollen und stetig knapper werdenden Rohstoff Holz eine wichtige Rolle.“

In einem von der bayerischen Landesregierung bei der Universität Würzburg in Auftrag gegebenen Gutachten zur sozioökonomischen Evaluierung des Nationalparks Rhön werden die Mindereinnahmen aus der Forstwirtschaft mit lediglich 2,5 Mio. Euro pro Jahr ab der Ausweisung des Nationalparks beziffert. Dabei sind allerdings nur die erste Wertschöpfungsstufe einschließlich der Sägewerke der Region in die Betrachtung mit eingeflossen, nicht jedoch alle nachgelagerten Bereiche. In dem Gutachten heißt es dazu, dass im Bereich Forst- und Holzwirtschaft weitere Umsatzstufen mangels Datenverfügbarkeit und Komplexität der Wirtschaftsstrukturen nicht berücksichtigt werden konnten.
Die forstwirtschaftlichen Folgen einer Nationalparkausweisung werden gegenüber den angenommenen Mehreinnahmen durch die mögliche Zunahme des Tourismus nur unzureichend hinterfragt und ermittelt. Hier hinkt bereits der Abwägungsprozess.

„Das Biosphärenreservat Rhön hat sich in den vergangenen Jahren erfolgreich etabliert. Grundgedanke war von Anfang an, eine nachhaltige Entwicklung in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht zu fördern, die den Ansatz verfolgt, die Menschen in den Naturschutz einzubeziehen, ihnen gleichzeitig aber auch eine Lebensgrundlage zu bieten. Daraus ist inzwischen ein funktionierender Tourismus hervorgegangen, unter Einbindung der Bevölkerung vor Ort und einheimischer Unternehmen.
Eine Doppelausweisung durch einen zusätzlichen Nationalpark wäre der Bevölkerung nicht zumutbar und würde keinen Mehrwert für die Region bedeuten. Das Gegenteil wäre der Fall. Er sperrt die Menschen aus – von der Nutzung ebenso wie vom aktiven Naturschutz“, so von der Tann.

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