Sonntag, 22. April 2018


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Die "Hessische Energiespar-Aktion" informiert: Geschichte des Wärmedämmverbundsystems (WDVS)

Darmstadt, (lifePR) - Nach der Energiekrise 1973 wurde bei der Suche nach den Ursachen für den hohen Energieverbrauch der hohe Anteil der Gebäudeheizung erkannt. Ursache waren vor allem die Wärmeverluste durch die Außenbauteile und die Lüftung unserer Häuser.

"Die ungedämmte Gebäudehülle verantwortet meist zwei Drittel der Heizkosten. Die Wände haben dabei den größten Anteil. Wärmeverluste durch Bauteile sind unsichtbar, ihre Dämmung wurde deshalb missachtet. Bis 1973 besaßen Wände nur den "Mindestwärmeschutz", so Werner Eicke-Hennig, Programmleiter der "Hessischen Energiespar-Aktion".

Dieser schwache Standard wurde in Zeiten billiger Heizenergie festgelegt. Mit den steigenden Energiepreisen ab 1973 führte die Suche nach Lösungen zum Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Diese Dämmtechnik für die Wand wurde um 1960 von Malerbetrieben entwickelt. Praktiker mit Gespür für den Preis und das allgemeine Bedürfnis, die gewohnte Hausansicht zu erhalten. Verputzte Dämmplatten, auf den alten Außenputz aufgebracht, waren unschlagbar kostengünstig. Der Dämmstoff Polystyrol wurde Marktführer, weil billig, robust und feuchteunempfindlich, verputzt wurde er mit Kalkzement- und Kunststoffputzen.

Die US-Armee dämmte als Reaktion auf die Energiekrise 1973 überall auf der Welt ihre Kasernenanlagen. Die hiesigen Wohnungsbaugesellschaften entdeckten ab Ende der siebziger Jahre das WDVS als Heizkostenbremse für ihre Mieter. Der Steinhersteller "Kalksandstein" warb mit "Kalksandstein plus WDVS". Ab 1990 entwickelte die Ökologiebewegung Niedrigenergie- und Passivhäuser. Das war klimagerechtes Bauen für Neubau und Sanierung mit bisher nicht gekannten Dämmdicken. So entstand der Erfolg des WDVS. Die am Anfang erwarteten Bauschäden blieben aus. Weder fiel der Putz von der Dämmung, noch kam es zum Feuchtestau hinter den Dämmplatten. Die Erfahrung des größten Anwenders, der Wohnungsbaugesellschaften, waren positiv: Sogar Wohnungsschimmel wurde durch das WDVS beseitigt.

Da verwundern die heutigen Medienberichte über den "Dämmwahn", die das WDVS stellvertretend für jede Wärmedämmung kritisieren. Aber warum halten z.B. die Wohnungsbaugesellschaften auch nach 40 Jahren noch am WDVS fest? Weil die Heizkosten der Mieter sinken, die Mietsteigerungen bezahlbar bleiben, Schimmelschäden nach der Dämmung verschwinden und besonderer Instandsetzungsbedarf nicht entsteht. Nach Fassadenbränden befragt, sagt man dort: Brände von mit Polystyrol gedämmten Wänden haben wir nicht oder sind extrem selten, ein Problem sind eher die vielen Zimmerbrände. Schwer entflammbare WDVS sind in Deutschland Jahr für Jahr mit nur 0,02 Promille an allen Bränden beteiligt, das sind 4 Brände pro Jahr bei 180.000 jährlichen Brandfällen in 20 Millionen Gebäuden. Wären doch alle Risiken des Lebens so gering. Dass Polystyrol mit 85 Prozent der von Hauseigentümern meistgewählte Dämmstoff beim WDVS geworden ist, liegt an seinen preislichen und sonstigen Vorteilen. Denn vorgeschrieben ist Polystyrol nicht, es gibt sogar eine große Auswahl von Wärmedämmstoffen. Aber egal welcher Dämmstoff im WDVS steckt: Seit 1973 wurden viele Milliarden Liter Heizöl durch Wärmedämmverbundsysteme in Deutschland eingespart und die Behaglichkeit in den gedämmten Häusern verbessert. Mit dem WDVS verfügen wir über eine bezahlbare Klimaschutztechnik.

Informationen über das WDVS gibt die Energiespar-Information Nr. 2 unter www.energiesparaktion.de. Aktuelle Förderinformationen finden Sie unter www.energieland.hessen.de

Informationen zum Energieberatungsangebot der Verbraucherzentrale Hessen finden Sie unter www.verbraucher.de.

Hessische Energiespar-Aktion - Institut Wohnen & Umwelt GmbH

Die "Hessische Energiespar-Aktion" ist ein Projekt des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.

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