Dienstag, 21. November 2017


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Wie Reformen die Wissenschaft verändern

Köln, (lifePR) - Welche Entwicklungen und Tendenzen gibt es in den Strukturen der universitären Forschung und inwiefern werden diese durch Reformen ausgelöst? Welche Folgen hatten diese Reformen der letzten 20 Jahre? Kann eine Universität als Akteur verstanden werden? Diesen und weiteren Fragen geht Christian Baier in Reformen in Wissenschaft und Universität aus feldtheoretischer Perspektive. Universitäten als Akteure zwischen Drittmittelwettbewerb, Exzellenzinitiative und akademischem Kapitalismus nach.

Seit den 1990er-Jahren ist das universitäre System tiefgreifenden Entwicklungen unterworfen. Durch Reformen wurde versucht, es zu modernisieren und international wettbewerbsfähig zu machen. Maßnahmen wie das New Public Management, die Exzellenzinitiative und der ERC-Grant fördern den Wettbewerb zwischen Hochschulen und akademischen Kapitalismus. Prestige und Ressourcen wie Fördermittel und Stellen treten in den Vordergrund und gelten als Indikatoren für besondere wissenschaftliche Leistungen. Die Folgen sind u.a. eine Tendenz zur Homogenisierung der verschiedenen Hochschulformen und eine Destabilisierung der Verhältnisse.

Christian Baier betrachtet das viel untersuchte Thema aus einem neuen Blickwinkel: Abstrahierend und mit einer klaren theoretischen Positionierung analysiert er das universitäre Feld in der Reformphase von der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre bis in die 2000er-Jahre. Grundlage für seine Untersuchung ist hierbei Bourdieus Habitus-Feld-Theorie: Das deutsche Hochschulsystem wird als soziales Feld konzeptualisiert und die Universität als organisationaler Akteur verstanden. Nach einer Einführung und einer Zusammenfassung des bisherigen Forschungsstandes wird dieser theoretische Hintergrund ausführlich vorgestellt und diskutiert. Es folgt die Analyse der Strukturen und Entwicklungen des universitären Feldes in Deutschland sowie die Untersuchung des Verhältnisses von individuellem und institutionellem Wettbewerb in der Forschung und der »Europäisierung« von Forschung anhand des Beispiels der Chemie-Fachbereiche bzw. des ERC-Grant.

Christian Baier

Reformen in Wissenschaft und Universität aus feldtheoretischer Perspektive.
Universitäten als Akteure zwischen Drittmittelerwerb, Exzellenzinitiative und akademischem Kapitalismus

2017, 220 S., 23 Abb., 10 Tab., fester Einband,
215 x 150 mm, dt.
ISBN (Print) 978-3-7445-1160-5
ISBN (PDF) 978-3-7445-1162-9

Mehr zu diesem Titel

Christian Baier, Dr., studierte von 2003 bis 2009 Soziologie an der Universität Bamberg. Ab 2006 arbeitete er als wissenschaftliche Hilfskraft und ab 2009 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Soziologie II von Prof. Richard Münch. Von 2012 bis 2014 war er Mitarbeiter im DFG-Projekt „Europäisierung des Hochschulraums“ zunächst an der Universität Bamberg und ab 2015 an der ZU Friedrichshafen. Daneben Lehrtätigkeit im Bereich soziologische Theorie und komparative Makrosoziologie an der Universität Bamberg. 2016 promovierte Christian Baier zum Thema Reformen in Wissenschaft und Universität aus feldtheoretischer Perspektive. Seit April 2016 war er zunächst Lehrbeauftragter und ab Oktober 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für soziologische Theorie (Prof. Thomas Kern), Universität Bamberg.

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