Ausgeblendet - Film und Fernsehen als Bremsklotz des Feminismus?

(lifePR) ( Köln, )
Hält das Fernsehen die Fortschritte in der Geschlechtergerechtigkeit auf? Dies legen die Ergebnisse der Studie "Ausgeblendet – Frauen im deutschen Film und Fernsehen" nahe, die nun im Herbert von Halem Verlag erschienen ist.

Frauen sind in Film und Fernsehen stark unterrepräsentiert, sie kommen nicht in den Rollen und in der Vielfalt vor, die sie im echten Leben einnehmen. So ist in der Realität die Hälfte der Richterschaft weiblich, während in Film und Fernsehen nur knapp ein Viertel der Rechtsexperten Frauen sind. Woran liegt das? An den Produzierenden hinter der Kamera, also den Kreativen der Film- und Fernsehbranche? Es zeigt sich, eine wichtige Rolle spielt, welches Geschlecht in Regie, Redaktion, Produktion und Buch überwiegt: Je mehr Frauen in diesen Funktionen die alleinige Verantwortung tragen, desto mehr Frauen sehen wir auf dem Bildschirm.

Um die audiovisuelle Diversität zu ermitteln, wurden 2016 unter der Leitung der Autorinnen Elizabeth Prommer und Christine Linke insgesamt 3.500 Stunden Fernsehen und 800 deutsche Kinofilme ausgewertet. Es sind seit Jahren die ersten Zahlen, die das Geschlechterverhältnis in audiovisuellen Medien in Deutschland wiedergeben – und sie sind alarmierend: Neben der mangelnden Sichtbarkeit von Frauen scheinen auch die Rollenklischees – hübsche und junge Frau, starker und weiser Mann – zementiert zu sein. Klischeehafte Rollenmuster für weibliche und männliche Figuren konnten auch bereits im Kinderfernsehen festgestellt werden. Hier fielen insbesondere die unnatürlichen, realitätsfernen und extrem sexualisierten Darstellungen weiblicher gezeichneter Kinderkörper auf, während männliche Körper viel häufiger realitätsnah dargestellt sind und über eine größere Diversität verfügen.

Was aber bewirkt dieses Ungleichgewicht? Wenn wir Frauen ausblenden, dann beeinflusst dies auch unsere Vorstellung von der Wirklichkeit. Kann es sein, dass die Bilder, die wir im Fernsehen und im Kino sehen und die vorgeben, die Realität abzubilden, möglicherweise den Fortschritt der Gesellschaft in Fragen der Geschlechterparität aufhalten?

Die Studie wurde durch öffentlich-rechtliche sowie private Sender und Filmförderungen finanziell unterstützt. In einem Vorwort wendet sich die Initiatorin und Gründerin der MaLisa Stiftung, Maria Furtwängler, selbst an die Leserinnen und Leser. Die Autorin Prof. Dr. Elizabeth Prommer ist Prodekanin der Interdisziplinären Fakultät sowie Direktorin des Instituts für Medienforschung der Universität Rostock. Dort ist auch die Autorin Dr. Christine Linke seit 2014 als wissenschaftliche Mitarbeiterin beschäftigt.

Elizabeth Prommer / Christine Linke

Ausgeblendet.
Frauen im deutschen Film und Fernsehen

2019, 184 S., 40 Abb.,
Broschur, 213 x 142 mm, dt.

ISBN (Print) 978-3-86962-428-0
ISBN (PDF) 978-3-86962-429-7
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