lifePR
Pressemitteilung BoxID: 606619 (Kulzer GmbH)
  • Kulzer GmbH
  • Leipziger Straße 2
  • 63450 Hanau
  • http://www.heraeus-kulzer.com

Parodontitistherapie: Exklusives Anwendertreffen förderte kollegialen Austausch zum Potential von Lokalantibiotika

Ligosan® Slow Release

(lifePR) (Hanau, ) Als eines der weltweit führenden Dentalunternehmen lud Heraeus Kulzer am 22. Juni 2016 im Rahmen des Workshops „Ligosan® – die Entfaltung der Langsamkeit“ zu einer Dental Fortbildung der besonderen Art in die Hauptstadt Berlin: In exklusiver Kollegenrunde begrüßten Carsten-Thomas Geisler (Verkaufsleitung Nord, Zahnmedizin, Heraeus Kulzer) und Dr. Ulrike Oßwald-Dame (Chefredakteurin dNA – dentale Nachrichten-Agentur, Bad Homburg) ausgewählte Zahnärzte im Steigenberger Hotel am Kanzleramt und diskutierten aktuelle Trends in der Parodontitistherapie sowie das Potential und ihre Erfahrungen mit dem Lokalantibiotikum Ligosan® Slow Release.

Parodontitis gilt als Volkskrankheit: Darüber bestand bei den Teilnehmern der Fortbildung kein Zweifel, schließlich leiden je nach Schätzung 8 bis 13 Millionen Bundesbürger an behandlungsbedürftigen schweren Parodontalerkrankungen [1]. Nicht zuletzt aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland gewinnt die Parodontitistherapie im zahnärztlichen Praxisalltag zunehmend an Bedeutung – das erleben alle teilnehmenden Zahnärzte des Berliner Workshops in ihren Praxen. Am Fortbildungsnachmittag kam eine bunte Mischung an Tätigkeitsschwerpunkten wie auch Anwendungserfahrungen mit Ligosan® Slow Release zusammen. So verwundert es nicht, dass die Einschätzungen, was Parodontitis zu einer Volkskrankheit macht, unterschiedlich ausfallen: Während die einen feststellen, dass der Stand der Mundgesundheit oft mit dem sozialen Gefälle korreliert und eine mangelnde Zuzahlungsbereitschaft der Patienten für PZR und Prophylaxe sowie ein eingeschränktes Bewusstsein und eine lückenhafte Aufklärung der Patienten bezüglich Parodontitis bestehen, beobachten die anderen eine Verbesserung der Mundhygiene – und damit bei älteren Patienten einen längeren Zahnerhalt bei gleichzeitiger Zunahme parodontaler Erkrankungen. Zusätzlich bemängeln die Zahnärzte die Ernährungsgewohnheiten und das Rauchen ihrer Patienten ebenso wie iatrogene Faktoren bspw. aufgrund von überstehenden Füllungsrändern und schlecht sitzendem Zahnersatz – diesen werde in der Praxis oft zu wenig Beachtung geschenkt. Mit Blick auf die betroffenen Bevölkerungsgruppen wurden von den Zahnärzten insbesondere Senioren, Raucher, Diabetiker, Patienten mit angeborenen Immundefekten bzw. Immun-Supprimierte oder auch Patienten mit einer entsprechenden genetischen Disposition und selbst beigebrachten Risikofaktoren – wie starker Stress und vitaminarme Ernährung – als gefährdete Personen ausgemacht. Rolf-Jens Kühne, niedergelassener Zahnarzt mit implantologischer Zweigpraxis und Ligosan®-Anwender der ersten Stunde, verwies im Kontext des Risikofaktors Allgemeinerkrankungen auf die Krankheit Asthma und darauf, solchen Krankheiten im Anamnesebogen ausreichend Raum zu geben.

Erfolgreiche Therapieoptionen

Als Standard in der Parodontitistherapie gilt das mechanische Debridement durch Scaling und Rootplaning (SRP), von Zahnärztin Wenke Petters auf den Punkt gebracht: „Mechanisches Scaling ist das A und O“. Eine Verbesserung der individuellen Mundhygiene inklusive Ernährungsberatung und Besprechung der vermeidbaren Risikofaktoren gehören laut der Oralchirurgin Eleni Kapogianni MSc ebenso dazu wie eine im Anschluss an die Primärbehandlung unterstützende Parodontitistherapie (UPT). In dieser kommen lokale Antibiotika wie Ligosan® Slow Release zum Einsatz, um die Reinstrumentierung zu begleiten und potentielle chirurgische Eingriffe zu vermeiden. Letztlich müsse, dahingehend waren sich alle Anwesenden einig, stets patientenindividuell geprüft werden, ob eine systemische Antibiose oder eine adjunktive Gabe von Lokalantibiotika bereits auch in der Primärbehandlung sinnvoll sei. Eine unzureichende bzw. ausbleibende Behandlung führe nicht nur zum Zahnverlust, sondern auch zu bereits bekannten systemischen Wechselwirkungen (bspw. Frühgeburten, kardiovaskuläre Erkrankungen, Erhöhung von Entzündungsmediatoren im Blut wie z. B. von CRP) und sozialen Folgen aufgrund ästhetischer Einbußen, so Zahnarzt Dr. Dr. Johannes Zielasko. Der Inhaber einer Praxis mit implantologischem Schwerpunkt in Berlin nahm an einer deutschlandweiten Anwenderbeobachtung teil, die zeigte, dass mit Ligosan® Slow Release auch unter Praxisbedingungen eine signifikante Reduktion der Sondierungstiefen und eine Verbesserung des Attachment-Levels erzielbar sind [4]. Zielaskos Meinung nach bilden die systematische Parodontaltherapie in Form eines gut strukturierten Konzeptes und die Compliance des Patienten die Basis des Langzeit-Behandlungserfolges.

Lokalantibiotika als effektive Maßnahme

Lokalantibiotika werden von den Anwendern nicht ausschließlich, aber insbesondere im Recall eingesetzt – an dem es laut Eleni Kapogianni häufig mangelt oder in dem zu lange Intervalle entstehen. Die lokale Antibiotikagabe erfolgt nur in Kombination mit einer mechanischen Reinigung als ergänzende Maßnahme. Studien belegen, dass sich dann eine signifikante Wirksamkeit bei tiefen Taschen und bei Resttaschen zeigt [2,3,4]. Diesbezüglich berichteten die Workshop-Teilnehmer über ihre positiven Erfahrungen mit dem lokal anwendbaren, 14%igen Doxycyclin-Gel Ligosan® Slow Release, mit dem sich bei einfacher und nur einmaliger Applikation erfolgreich Taschen minimieren und Entzündungen hemmen ließen. Die erfahreneren Kollegen gaben den Tipp, sich eventuell während der Applikation herausziehendes Material mit einem Schaumstoffpellet oder einem Heidemann-Spatel zu adaptieren bzw. Überschüsse zu entfernen. Rolf-Jens Kühne hob hervor, dass er in langjähriger Anwendung noch keine allergischen Reaktionen erlebt habe. Über die effiziente Therapieoption der Lokalantibiotika im Rahmen der Parodontitistherapie hinaus, setzen einige der Teilnehmer Ligosan® Slow Release sehr erfolgreich in anderen Indikationen ein. Auch wenn noch nicht mit Studien belegt bzw. für andere Anwendungen offiziell zugelassen, berichtete Eleni Kapogianni über ihre durchweg positiven Erfahrungen mit Ligosan® Slow Release im Zuge der Periimplantitistherapie – von solchen Erfolgen konnte Rolf-Jens Kühne wiederum für die Bereiche Wurzelresektion und Fistelbehandlung berichten.

Fertigpräparat vs. Rezeptur

Was aber halten die Zahnärzte von „selbsthergestellten“ Doxycyclin-Präparaten (sog. Rezeptur- oder Defekturarzneimittel)? Unisono vertraut die Teilnehmerrunde bei in der Praxis angewendeten Arzneimitteln ausschließlich auf Fertigpräparate, nicht zuletzt aufgrund der gleichbleibenden Qualität mit nachweisbaren bzw. belegten Erfahrungswerten aus klinischen Studien sowie der Praxis – und dem Aspekt der Arzneimittelsicherheit. Die seit 25 Jahren niedergelassenen Zahnärzte Dr. Klaus und Dr. Ute Heffenträger machten diesbezüglich auf das notwendige „Vertrauensverhältnis“ zwischen Arzneimittel und Anwender bzw. Patient aufmerksam. Bei „selbsthergestellten“ Doxycyclin-Präparaten, so die Runde, könnte die pharmakologische Wirkung durch unbekannte Mischungsverhältnisse nicht kontrolliert werden. Beim Fertigpräparat Ligosan® Slow Release wiederum gewährleiste die Trägersubstanz eine therapeutische Wirkstoffkonzentration über einen ausreichenden Zeitraum für die Dauer von mindestens zwölf Tagen, um die Entstehung von Resistenzen zu verhindern. Zudem, so waren sich die Anwender auch hier einig, würden die Patienten trotz der Kosten der Behandlung zustimmen.

Ligosan® Slow Release in erweiterten Indikationsbereichen

Mit Blick auf potentielles Optimierungspotenzial von Ligosan® Slow Release hob die Teilnehmerrunde hervor, dass sie Studien zu möglichen weiteren Anwendungsgebieten wie die Periimplantitistherapie erwarte. Auch bestehen die Wünsche nach einer grazileren Gestaltung der Applikationsspitze sowie einer weicheren Konsistenz des Doxycyclin-Gels. Hier gaben sich die Anwender untereinander Tipps: Eleni Kapogianni empfahl, die Kanülenspitze mit einem Skalpell schräg anzuschneiden und das Material vor Gebrauch unbedingt vorzuwärmen – dazu bekommen ihre Patienten die Kapsel im Schlauchbeutel vor der Anwendung zur Erwärmung in die Hand gedrückt. Rolf-Jens Kühne wiederum holt das kühlpflichtige Material eine Stunde vorm Einsatz aus der Kühlschranklagerung.

Im Laufe des spannenden Nachmittags wurde deutlich, was die Veranstaltung erreichen wollte – und konnte: Zahnärzten einen persönlichen Austausch mit Kollegen ermöglichen, der neue Erkenntnisse und Eindrücke liefert und darüber hinaus bereichernd für die eigene Tätigkeit in der Praxis ist. Gleichzeitig betonte Heraeus Kulzer, dass das persönliche Feedback für die Verbesserung von Lösungen und Angeboten wie Ligosan® Slow Release wichtig sei, um diese den Bedürfnissen von Patienten und Behandlern bestmöglich anzupassen. In diesem Sinne begaben sich die Teilnehmer nach einer anregenden Diskussionsrunde bei sommerlichem Hauptstadtwetter auf den Heimweg – mit vier Fortbildungspunkten und einer Vielzahl an Erkenntnissen für den nächsten Arbeitstag im Gepäck.

Literatur

1. Oßwald-Dame U: Lokalantibiotika als wirkungsvolle Hilfsmittel im Rahmen der UPT. DZW Kompakt 5/2015: 18-21
2. Matesanz-Pérez P, García-Gargallo M, Figuero E, Bascones-Martínez A, Sanz M, Herrera DJ (2013). A systematic review on the effects of local antimicrobials as adjuncts to subgingival debridement, compared with subgingival debridement alone, in the treatment of chronic periodontitis. Clin Periodontol. 2013; 40(3): 227-241
3. Eickholz P, Kim TS, Bürklin T, Schacher B, Rengli HH, Schaecken MT, Holle R, Kubler A, Ratka-Krüger P (2002). Non-Surgical periodontal therapy with adjunctive topical doxycycline: a double-blind randomized controlled multicenter study. J Clin Periodontol. 2002; 29(2): 108-117
4. Leyer et al.: 2186 - Adjunctive Topical Application of 14 % Doxycycline-Gel: An Observational Study. IADR, Seattle, 2013 (Poster)

Pharmazeutischer Unternehmer: Heraeus Kulzer GmbH, Grüner Weg 11, 63450 Hanau • Ligosan Slow Release, 14 % (w/w), Gel zur periodontalen Anwendung in Zahnfleischtaschen (subgingival) Wirkstoff: Doxycyclin • Zusammensetzung: 1 Zylinderkartusche zur einmaligen Anwendung enthält 260mg Ligosan Slow Release. Wirkstoff: 1g Ligosan Slow Release enthält 140,0mg Doxycyclin entsprechend 161,5

Kulzer GmbH

Die Heraeus Kulzer GmbH ist ein weltweit führendes Dentalunternehmen mit Sitz in Hanau (Deutschland). Als verlässlicher Partner unterstützt das Unternehmen seit Jahrzehnten Zahnärzte und Zahntechniker mit einem umfassenden Produktangebot in der Ästhetischen Zahnheilkunde, Zahnerhaltung, Prothetik, Parodontologie und Digitalen Zahnheilkunde. Ihr Fachwissen und ihr Herzblut für den Dentalmarkt treiben die über 1.500 Mitarbeiter an 26 Standorten weltweit an. Sie verkörpern das, wofür der Name Heraeus Kulzer steht: Service, Qualität und Innovation.

Heraeus Kulzer gehört zur japanischen Mitsui Chemicals-Gruppe. Die Mitsui Chemicals Inc. (MCI) mit Sitz in Tokio ist mit über 14.300 Mitarbeitern bei 137 Tochtergesellschaften in 27 Ländern aktiv. Ihre innovativen und funktionalen Chemieprodukte sind in der Automobil-, Elektronik- und Verpackungsindustrie ebenso gefragt wie im Umweltschutz und im Healthcare-Bereich.

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