Küstenbilder - Bewohner der Nordseeküste beschreiben ihre Heimat

(lifePR) ( Geesthacht, )
Wissenschaftler des GKSS-Forschungszentrums Geesthacht veröffentlichen, wie die Bewohner an der Nordseeküste ihre Gedanken über ihre Heimat zum Ausdruck bringen und ihre Region mit eigenen Worten beschreiben. Das im Juli 2010 erschienene Buch "Küstenbilder - Was Menschen an der Nordseeküste über Heimat, Umwelt und Gefahren denken" stellt die Nordseeküste aus Sicht der dort lebenden Bevölkerung dar. Es soll unter diesem Aspekt einen umfassenden Blick auf die Küste ermöglichen.

Das Buch ist Ergebnis einer erstmaligen Studie zum Heimatverständnis der Bewohner an der Nordseeküste. Wissenschaftler am GKSS-Institut für Küstenforschung untersuchten das persönliche Naturbild und das Bild der Umwelt, genauso wie die möglichen Gefahren oder Risiken, die die Menschen als Bedrohung für ihre Heimat sehen. Dazu wurden über 800 Einwohner an den Küsten in Niedersachsen und Schleswig-Holstein befragt.

"Wir sind das Land mit dem weglaufenden Meer"

Das Buch "Küstenbilder" benutzt Zitate der Bewohner und beschreibt die Nordseeküste nicht von Außen, sondern so, wie die Bewohner sie persönlich betrachten. Zahlreiche Fotos von Torsten Fischer, Michael Fritz und Christian Schmid ergänzen den ungewöhnlichen Blick auf die Region. Die flache und weite Küstenlandschaft wird beispielsweise mit folgenden Worten beschrieben: "Typisch ist, dass man nicht mit der Nase gegen einen Berg stößt."

Prof. Dr. Beate Ratter, Leiterin der GKSS-Abteilung Sozioökonomie des Küstenraumes sowie Professorin an der Universität Hamburg, leitete die knapp zweijährige Studie und wurde dabei von Studenten unterstützt. "Die Menschen haben uns herzlich empfangen, als wir in die Orte gingen und sie befragten. Viele wollten gern erzählen", erinnert sich Prof. Ratter.

Die Wissenschaftler nutzten keine kategorisierten vorgegebenen Fragebögen, sondern offene Fragen. "Dadurch konnten wir den Menschen zuhören und erhielten die Eindrücke und Beschreibungen, die sie in ihren Köpfen haben", erklärt die Humangeographin.

Bewohner befürchten mehr Sturmfluten

Aus den Ergebnissen der Studie ging unter anderem hervor, dass über 70 Prozent der Befragten in der Zukunft mehr Sturmfluten befürchten. Diese Befürchtungen sind nicht völlig abwegig. Nach derzeitigem Forschungsstand am GKSS-Institut für Küstenforschung könnten Fluten bis 2100 30 bis 110 Zentimeter höher auflaufen als heute. Das Sturmflutgeschehen in der Nordsee kann sich also zukünftig durchaus verändern.

Integriertes Küstenmanagement

"Mit dem Buch möchten wir den Menschen etwas zurückgeben und ihnen auch danken", ergänzt Beate Ratter. Denn die Befragung dient dazu, tragfähige Zukunftskonzepte für die Region zu entwerfen, beispielsweise im Bereich Naturschutz oder nachhaltige Regionalentwicklung.

Die Bewohner gestalten den Raum, in dem sie leben, durch ihr tägliches Handeln. Sie in schon beschlossene Entwicklungspläne zu involvieren, sei laut Prof. Ratter zu spät: "Es ist unerlässlich, im Vorfeld herauszufinden, was die Menschen über ihre Region denken bevor nachhaltig weiterentwickelt werden kann."

Über 90 Prozent der Befragten sind stolz auf ihre Heimat und möchten sie erhalten. Doch selbst wenn alles so bleiben soll, wie es ist, bedeutet dies, dass die Menschen aktiv werden müssen - sich z. B. am Umweltschutz beteiligen, Bauprojekte so mitgestalten, dass das Landschaftsbild nicht zerstört wird oder die sozialen Netze in der Region aktiv am Leben halten.
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