Mittwoch, 22. November 2017


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"Wenn nicht wir gegen den Klimawandel kämpfen - wer dann?"

Aktivist*innen berichten zum Auftakt des People's Climate Summit in Bonn von den Folgen des Klimawandels im globalen Süden - und fordern, Energiekonzerne aus den Klimaverhandlungen auszuschließen

Berlin, (lifePR) - Am Freitag wird mit einem international besetzten Podium der People's Climate Summit in Bonn eröffnet. Vom 3. bis zum 7. November treffen sich dort im Vorfeld der Weltklimakonferenz Klima-Aktivist*innen aus der ganzen Welt, um sich auszutauschen und zu vernetzen. Während bei der offiziellen Klima-Konferenz die Regierungen verhandeln, kommen beim People's Climate Summit jene zusammen, die direkt von den Folgen des Klimawandels betroffen sind und vor Ort für eine andere Gesellschaft kämpfen. Sie fordern, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen – und nicht die fossilen Konzerne, sondern die Zivilgesellschaft und soziale Bewegungen in die Verhandlungen der Vereinten Nationen einzubeziehen.

„Der Klimawandel ist keine ökologische Krise, sondern eine Krise der sozialen Gerechtigkeit“, sagt Nadja Charaby von der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die das Treffen zusammen mit anderen Organisationen und NGOs unterstützt. „Am Klimawandel leiden diejenigen am meisten, die am wenigsten dazu beigetragen haben.“ Der PCS, so die Organisator*innen, soll genau denen ein Forum bieten, die in der globalen Politik keine Stimme haben. Dabei gehe es um weit mehr als nur um die Reduktion von Kohlenstoffdioxid, sagt Dorothee Häußermann von attac: „Wir brauchen eine grundlegende Transformation hin zu einer Gesellschaft, in der die Sorge für den Planeten und unsere Mitmenschen im Fokus steht. Zum People's Climate Summit kommen Menschen aus allen Kontinenten und aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Zusammenhängen, um an dieser Aufgabe zu arbeiten."

Die mangelnde Teilhabe und Gestaltungskraft der Zivilgesellschaft und lokalen Bevölkerungen bei den Klimaverhandlungen, wie derzeit bei der COP23 in Bonn, kritisiert Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung. „Die Verhandlungen sind nach wie vor vermachtet. Und insbesondere die Stimmen lokaler Bevölkerungen, deren Lebensgrundlagen wegen des Klimawandels buchstäblich unterzugehen drohen, werden nicht gehört. Stattdessen haben Lobbygruppen großer Energiekonzerne und der fossilen Industrie das Gehör der Entscheider. Sie unterminieren nach wie vor radikale Schritte zur Reduktion von Treibhausgasen, die so dringlich sind, um das Pariser 2-Grad-Ziel überhaupt noch zu erreichen.“

Beim People’s Climate Summit geht es daher darum, anderen Stimmen Raum und Aufmerksamkeit zu bieten und Alternativen zum fossilen Business as Usual zu diskutieren. Vertreter*innen der Zivilgesellschaft und Aktivist*innen aus der ganzen Welt, und vor allem diejenigen, die vom Klimawandel überproportional betroffen sind, diskutieren bei drei Abendveranstaltungen und an zwei Workshop-Tagen.

So auch die Pacific Climate Warriors, Klima-Aktivist*innen aus 12 Inselstaaten im Pazifik, die der steigende Meeresspiegel schon zu überfluten droht. „Der Klimawandel kennt keine Grenzen“, sagt Josehp Zane Sikulu aus Tonga. „Er ist eine Krise, die uns alle betrifft und weiterhin betreffen wird – Dich, mich und die Orte, die jeder von uns sein Zuhause nennt.“ Auf dem People's Climate Summit könnten Menschen die globalen Zusammenhänge, Ursachen und Folgen der Klimakrise kennenlernen. Noch wichtiger allerdings sei das Treffen als ein Ort, um sich zu vernetzen und eine starke Bewegung aufzubauen, die dafür Sorge trägt, dass die Klimakiller Kohle, Öl und Gas im Boden bleiben. „Wenn wir nicht aufbegehren und gegen den Klimawandel kämpfen – wer wird es dann tun?“. Auch sie nehmen Bezug auf die offizielle Klimapolitik: Die Pacific Climate Warriors haben eine Erklärung veröffentlicht, in der sie unter anderem fordern, die Förderung von fossilen Brennstoffen gänzlich aufzugeben – und die „größten Verschmutzer“ aus den UN-Klimaverhandlungen auszuschließen.

Die Pacific Climate Warriors sind Teil der Eröffnungsveranstaltung am Freitagabend: Dort diskutieren sie mit Aktivist*innen unter anderem aus Peru, Togo, den USA und den Philippinen über die Frage, was Klimagerechtigkeit bedeutet. Im Rahmen eines Sei-Festivals werden sie im Anschluss traditionelle Praktiken pazifischer Kultur mit Berichten über die Folgen des Klimawandels verweben. Die Sei-Blume ist ein wichtiger Bestandteil pazifischer Kultur und stellt deren friedliche ebenso wie widerständige Seite dar.

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